Lima Spezialist gesucht

Begonnen von guest179, 25 Juni 2007, 20:24:43

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† odeon8

Zitat von: odeon8 am 28 Juni 2007, 09:22:24
(...)Wenn die Kohlen verpolt sind dann kann man die LiMa und die Batterie
in kürzester Zeit zerstören !

STIMMT NICHT !

Mir hat meine obige Aussage keine Ruhe gelassen und ich habs in der Werkstatt
mal ausprobiert. LiMa ist ein alter 6V Gebläsemotor (Käfer ?) mit offen liegenden
Bürsten (Kohlen). Die ursprüngliche Reihenschaltung von Stator und Rotor habe
ich in eine Parallelschaltung geändert = Noris-Lima. Regler brauchts keinen;
es geht ja lediglich um das Anlaufen dieses Generators aus dem Restmagnetismus
heraus und die Polarität der Kohlen. Angetrieben wird diese Anordnung von einem
BULLCRAFT Hochgeschwindigkeitsmotor (eine Art 250 W Dremel). Stufenlos stellbar
am Regeltrafo. An den Kohlen des Gebläsemotors und damit parallel am Stator
(Feldwicklung) liegen ein Digi-Voltmeter und eine Glühbirne.
Läßt man den Antrieb bei ca. 120 VAC laufen (ca. 10000 U/min) entstehen an der
Glühbirne 5V. Mehr wollte ich dem Motor nicht zumuten. bei 7000 U/min
sind es ca. 3 Volt (Bild 1)

Im Foto sieht man dass der braune Draht links an die Kohle geht,
der blaue rechts an die andere.

Dann habe ich umgepolt: Lediglich die beiden Klemmen zusammen mit dem braunen
und dem blauen Kabel haben den Anschluß an den Kohlen getauscht. Sonst alles
identisch. Ergebnis: Bild 2 (!)

Also: ES PASSIERT NIX !
Ausser 0,09 Volt Restspannung erzeugt die Lima einfach keinen Strom mehr.
Warum ???
(jetzt kommt meine Erkenntnis  ::) )
Wenn die Polarität zwischen Anker
und Feld nicht zusammenpaßt dann kann sich nix "aufschaukeln".

Der ganze Vorgang mit dem Restmagnetismus, der ja zu einer "Startspannung" in der
Anordnung führt, die wiederum das Magnetfeld verstärkt usw. findet bei verpolten Kohlen
nicht statt sondern die induzierte Startspannung ist dem vorhandenen Restmagnetismus
entgegengerichtet. 
Siehe auch Wikipedia
Die LiMa funktioniert einfach so nicht. Der Rückstromschalter wird
somit auch nicht betätigt - die Batterie bleibt von der Lima getrennt.


2. Versuch: Bei richtiger Polung der Versuchsanordnung habe ich einen kurzen Stromstoß
(Akku) entgegen der vorherigen Polarität an den Generator geschickt. Dieser läuft dabei kurz an
(und nimmt den Antrieb mit). Wenn ich jetzt den BULLCRAFT starte entsteht wieder Spannung
an der Glühbirne, in der selben Höhe, aber mit umgegehrter Polarität. Die Lima-Versuchsanordnung
ist hiermit umgepolt und funktioniert ab diesem Moment mit (+) und (-) vertauscht.

Ich konnte die Drehrichtung des BULLCRAFT leider nicht umdrehen - aber ich denke dass die
Anordnung bei andererer Drehrichtung dann Strom liefert, wenn sie so gepolt ist wie sie
vorher kein Strom lieferte . . . also genau wie Anselm es weiter oben beschrieben hatte.  :applaus:

Also für Heinz: Keine Sorge, Kohlen umdrehen, mit einer der beiden Möglichkeiten muss die
LiMa Strom leifern, wenn sonst alles ok ist !

Thomas
HUBRAUMISTDURCHNIXZUERSETZENAUSSERDURCHNOCHMEHRHUBRAUM

† odeon8

HUBRAUMISTDURCHNIXZUERSETZENAUSSERDURCHNOCHMEHRHUBRAUM

Oerlov

 :applaus:  :applaus:  :applaus:

Dieser hübsche Versuch ist mir in jedem Fall einen Karma-Punkt wert!

:blumen:  :blumen:  :blumen:

Denn genau darüber habe ich auch rumgegrübelt seit ich Anselms Beitrag (und danach nochmal den Hertweck-Kupferwurm) gelesen hatten:

Warum läßt sich beim Gleichstrommotor die Drehrichtung durch verpolen verändern, wenngleich die Lima bei Umklemmen der Kohlen oder des Feldes (=Drehrichtungsänderung) nicht verpolt wird (=negative Spannung liefert)  :Frage:

Die Antwort (so wie ich Odeons Beitrag verstehe): Hierzu muss der Restmagnetismus in der Lima zum Anschluss der Kohlen/des Feldes passen. Beim Motor sorgt die Spannungsquelle nach dem Umpolen immer dafür, dass ummagnetisiert wird. Bei der LiMa hingegen führt das Vertauschen der Kohlen allein nur zur Drehrichtungsänderung, jedoch nicht zum Ummagnetisieren ... Es passiert also erstmal gar nix. Erst wenn die Ummagnetisierung (wie von Odeon gezeigt) passend zur Drehrichtung vorgenommen wurde, liefert die Lima nach Verpolung der Kohlen auch die erwartete negative Spannung.

Habe ich das soweit richtig verstanden?

Gruß

Oerlov

Rütz

#32
Nein. ;D :-*
Das sind zwei paar Schuhe.
Die Lima liefert nach der Verpolung keine Spannung. Da nützt auch kein Ummagnetisieren, sondern nur, sie andersrum (=richtig) anzutreiben (das konnte Thomas mangels Motors nicht testen, aber es wäre bestimmt so gewesen).

Durch Ummagnetisieren kann man die Lima pos. oder negative Spannung erzeugen lassen, ohne Kabel umzustecken, ohne die Drehrichtung zu ändern.

Auch beim Gleichstrommotor hat doch die Polarität der Spannung nichts mit der Drehrichtung zu tun. Er dreht sich immer gleich rum egal wie man die Spannung polt oder ob man Wechselstrom anlegt.
Und bei der Lima ist es das gleiche: Egal wie sie magnetisiert ist und welche Spannung (Pos. oder neg.) sie dadurch erzeugt, es geht nur in einer Drehrichtung.

Wird die Lima anders herum gedreht, dann ist die Spannung, die durch die magnetische Remanenz (=Restmagnetismus) der Feldmagneten in der Ankerwicklung erzeugt wird, dieser Remanenz genau entgegen gerichtet! D.h. sie wird gelöscht. Statt sich aufzuschaukeln und immer mehr (wie bei richtiger Drehrichtung), wird immer weniger Spannung erzeugt.
Durch drehen in die falsche Richtung wird die Lima entmagnetisiert.
Und hier hat Hertweck natürlich einen Fehler gemacht:
Nach Herstellen der richtigen Drehrichtung muß nochmal Polarisiert werden. Denn wenn man die Lima eine Probefahrt lang falschrum gedreht hat, ist die Polarisierung mit Sicherheit gelöscht.

Gruß
Rütz

PS: Heinz, hast du jetzt mal die Kohlen entkreuzt?
I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

guest179

Hallo Jungs,
danke fü all die guten Tipps :applaus: :applaus:, Fehler erfolgreich behoben!
Also zuerst; bei meiner Lima sind beide Kohlebürstenhalter isoliert aufgebaut! Es waren gleich 2 Fehler: die Feldspulen waren irgendwo unterbrochen (obwohl ich vor dem Einbau auf Durchgang geprüft hatte) und nach langen Überlegen (recht Handregel) habe ich auch noch herausgefunden dass ein Anfang / Ende einer Spule falsch verbunden war.
Lima ok, Batterei wird geladen:
nochmals vielen Dank
Heinz :juhuu: :juhuu:

guest179

Hallo Rütz,
ja ich habe die Kohlen gekreuzt! und eben von der gewählten +Kohle ( =rechte Halterung) ist dann der Anfang der Feldspule angeschlossen
Gruß Heinz

Rütz

Ok. Das hättest du durch Vertauschen der Kohlenanschlüsse natürlich nicht beheben können.
Den eigentlichen, real-existierenden Fehler findet man halt am besten selbst. ;D
Glückwunsch! :applaus:
Und von nun an: Sorgenfreie Fahrt! :bike:

Rütz
I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

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