„Kompatible“ Motoren aus der Isetta Baureihe

Begonnen von dieterhoehn, 08 April 2003, 13:34:17

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dieterhoehn

Es ist nicht besonders kompliziert, Motoren der Isetta Baureihe für den Einbau im Motorrad anzupassen. Diese Motoren sind gebraucht und professionell überholt leicht zu beschaffen, da sie in großer Zahl auch zum Antrieb von Generatoren und Pumpen (dann nennt er sich ,,Aggregatmotor") verwendet wurden. U.a. werden sie von einem Isetta Händler in der Nähe von Bochum verkauft. Recht preiswert.

Äußerlich ist so ein Motor praktisch baugleich (zumindest mit meinem Original R26 Motor).
Es gibt den Isetta Einzylinder mit 250 und 300ccm standardmäßig, als Aggregatmotor wohl nur mit 300ccm. Ein Umbau auf 350ccm ist möglich, wenn man Kolben/Zylinder vom 700er Coupé auf dem 300er Block verwendet. Dafür muss man den Block allerdings leicht modifizieren (lassen).

Ich versuche mal, grob aufzulisten, was zu tun ist, damit ein Isetta Motor im Motorrad läuft:
1. Beim Isetta Motor fehlen die unteren beiden Getriebebefestigungen (Stehbolzen oder Schrauben). Die lassen sich leicht nachrüsten, ,,Fleisch" hat der Block an der Stelle genug. Die oberen beiden Motorbefestigungsbohrungen, die es beim Isetta-Motor gibt, aber nicht beim Motorrad, sollten wg. der Optik geschlossen werden (Deckelchen, Schrauben oder Zuschweißen).
2. Zylinderkopf und Nockenwelle müssen aus dem Motorrad verwendet werden, da Einlass/Auslassseite 180° gedreht sind. Von der Fa. Schleicher gibt es jetzt auch wieder Sportnockenwellen, die sind gegenüber dem Original bei gleichem Preis zu bevorzugen sind. Der Kopf z.B. der R26 passt problemlos.
3. Die Kurbelwelle muss lichtmaschinenseitig leicht geändert werden, da die Isetta anstelle der Lichtmaschine eine Dynastart-Anlage hat. Die Modifikation hat ein Bekannter von mir gemacht, es ist wohl problemlos. Die Details kann ich gerne bei ihm erfragen. Die Lager der Isetta-Kurbelwelle haben einen größeren Durchmesser, deshalb passt die Motorrad-Kurbelwelle NICHT! Es sollte die Schwungscheibe des Isetta-Motors verwendet werden.
4. Ölpumpe und Ölwanne sind beim Isetta- bzw. Aggregatmotor etwas anders (größer). Wenn man das seitlich angebrachte Nachfüllrohr absägt und die Öffnung zuschweißt, kann man die größeren Teile (Ölpumpe und Ölwanne) am Motorrad verwenden, ansonsten muss man aus dem Motorrad die kurze Ölwanne und Ölpumpe einbauen. Es geht beides.

Gruß,

Dieter

dieterhoehn


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