R 25/3 Ölverlust Hinterachsantrieb

Begonnen von jan.h., 14 Oktober 2025, 09:02:13

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jan.h.

Hallo Experten,
ich stehe vor einem unerklärlichen Ölverlust am Hinterachsantrieb der 25/3.
Wellendichtringe, Laufflächen derselben ok, Gehäusedichtung neu,also wurde schon mal ein
Versuch unternommen diesen abzudichten.
Mein Verdacht geht in Richtung Entlüftung.
Habe auch den Beitrag gelesen wie diese Entlüftung der R 26/ R 27 funktioniert,aber beim
Vorgängermodell ist das etwas anders.
Da ist auch die Rede davon: Entlüftung über den kleinen Filzring,aber das kann ich mir gar nicht so
richtig vorstellen,der neue hat eine recht stramme Passung (Gehäuse - Rohr),wie will dabei Luft zirkulieren?
Hat jemand dazu eine Erklärung,ist das tatsächlich die Entlüftungsfunktion?
Gruß Jan.

jan.h.


Heiko

Standardgegenfrage:

Wie viel Öl ist drin?
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

4Taktix

Da soll keine Luft "zirkulieren" - es geht nur darum, dass sich bei Erhitzung im Betrieb kein Druck aufbauen kann.
Kontrolliere mal die Ablaufbohrung unten am HAG-Gehäuse (mit Fahradspeiche o.ä. durchstoßen)
Hier soll alles Öl abtropfen, was der Filzring oder ggf. auch der Wedi durchlässt, bevor es in die Bremstrommel
gelangt.
Wie macht sich denn der "Ölverlust" bemerkbar ? Trommel verölt oder Flecken auf dem Boden ? sonstwie ?
Think outside the box !

jan.h.

Hallo, danke.
ölleck nicht in die Bremse,sondern nach vorn vom Kegelrad raus.
ich denke,dass der Grund dafür war,der Gewindering der den Wedi hält war nicht ausreichend fest,
sodass über das Gewinde was rauskam.
Hatte sich in der goßen Alu Glocke angesammelt.
Die verzahnte Mutter hätte auch fester angezogen sein können.
Ich denke,dass aus Mangel am richtigen Schlüssel das Anzugsmoment nicht ausgereicht hat.
Eine andere Erklärung habe ich nicht.
Ach so,obs damit zu tun hat?
Der 0,2 mm Spalt am Triebling dazwischen war auch bei Null.
Habe es kontrolliert und auf 0,25 berichtigt.
Was ist eigentlich der eigentliche Grund für diesen 0,2 mm Spalt?
Jan.

4Taktix

Jetzt wird's etwas differenzierter.
Die Vielzahnmutter sollte zwar schon "fest" sein - diese hält die Gabel vom Kreuzgelenk "wackelfrei" auf dem
Triebling. Allerdings kann die ja immer nur so fest angzogen werden, dass sich zwischen den Zinken ein Splint
durch's Splintloch schieben lässt. Wenn's festgezogen nicht passt, dreht man halt soweit zurück, bis das Loch
erreichbar ist. Dann ist aber die Mutter nicht mehr fest. Die dicke Scheibe unter der Mutter ist leider nicht
in verschiedenen, abgestuften Dicken erhältlich, so dass man sich hier selber helfen muss.
Da die Scheibe nicht ganz so einfach im Dreibackenfutter der Drehbank zu spannen ist, habe ich die Mutter
schrittweise abgedreht, bis sie festgezogen das Splintloch frei gab. Das ist das Eine.

Das Andere ist eine Makellose Dichtring-Lauffläche auf dem Triebling.

Dann schließlich muss die Montagebüchse für den Triebling mit seinen Lagern wirklich fest gezogen sein.
Das hast Du ja erkannt. Mit Hammer und Durchschlag in die Nuten ist höchstens ein Notbehelf unterwegs.
Besser ist das passende Werkzeug. --> Selbstbau. ( Rohr mit 4 Zapfen z.B. )
Achtung: Ob diese Montagebüchse lose oder fest ist, hat direkten Einfluss auf das Zahnflankenspiel und das Tragbild
der Kegelräder im Antrieb !!!  Wenn man ein Gemüt wie ein Fleischerhund hat, kann man das festziehen nach dem Motto:
"Wird schon passen".
Ich !!! dagegen bin gebranntes Kind und würde bei unbekannter Vorgeschichte den Antrieb öffnen und meiner Lieblings-
beschäftigung nachgehen: Tragbild und Zahnflankenspiel zumindest kontrollieren !
Hier ist Präzision gefragt - entfetten, tuschieren, erhitzen, demontieren, ausdistanzieren, abkühlen, montieren, tuschieren, kontrollieren, erhitzen, demontieren, usw. usw. usw.

Für den Ölaustritt ist maßgeblich: Dichfläche Wedi auf Kreuzgabel, Mutter und Montagebüchse festziehen.
Aber letzteres hat eben unmittelbaren Einfluß auf Tragbild und Flankenspiel - dies als WARNUNG !

Zur Sicherheit: Von welchem "Spalt am Triebling" sprichst Du genau ?
Think outside the box !

R25-2-3-7Hartmut

Auch wenn du noch so fest anziehst, verkleinerst du den Spalt im Gewinde nicht. Da gehört ein Dichtmittel rein, oder einige Lagen Teflonband auf Gewinde.welchen Spalt meinst du mit Triebling?!

Beppo

So wie ich das verstanden habe kommt das Öl auf der Antriebsseite, Kreuzgelenk raus. Ein Wedi kann natürlich nur aussen dichten, innen wo das Kreuzgelenk auf die Welle geschoben wird ist kein O-ring oder sonst was. Hier kann Öl durchsickern besonders wenn die Spezial- Vielzahnmutter nicht fest ist.Es kann darum auf den Bund wo die Welle durchgeht ruhig etwas Dichtmasse aufgetragen werden.
Dies in meiner Annahme das an der 3er das Prinzip gleich wie an meiner /0 ist.

Gruß Beppo
Stau hinten ist blöd, vorne aber gehts .

jan.h.

#7
Hallo,
hier ein Bild von Ulis Motoradladen:

https://www.ulismotorradladen.de/artikelliste/Kardan_und_Hinterradantrieb_R25_R25_2_R25_3.aspx

vor der Nr.11 Abstandsbuchse,soll ein Spalt von ca. 0,2 mm vorhanden sein.
zwischen 44 und 11, Scheibe noch dazwischen,
jan.


jan.h.

zwischen 44 und 11 soll der Abstand sein,Scheibe noch dazwischen.

Heiko

Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

rolf


Heiko

Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

rolf


Beppo

Das Spiel hat mit dem Ölverlust nix zu tun. Der Wedi greift auf das Kreuzgelenk und was dichtet innen wo die Wellenverzahnung durchgeht? Da liegt nur eine Stahlscheibe auf und diese dichtet nicht. Heute würde dort ein O-Ring reinkommen, damals war ein bischen Lecköl wurscht.
Stau hinten ist blöd, vorne aber gehts .

strichzwojan

In der Filzring-Ära waren sogar manche Leckagen erwünscht, um keinen Überdruck aufkommen zu lassen.
Bei meiner frühen 75/5 hat es etwas gedauert, bis ich begriff, dass der Faltenbalg am Kreuzgelenk sich bei schneller Fahrt immer aufblies, weil eine kleine Entlüftungsbohrung im Deckel des Getriebes vergessen worden war.

Gschip

Guten Abend

Vielleicht ist die Fläche vom Kreuzgelenk, wo der Wellendichtring sitzt "eingelaufen/geschädigt" könnte ich mir vorstellen....vielleicht nal ausbauen und n Auge drauf werfen, wenn denn soviel an der Glocke leckt.

Gruß Gerd


Eppo

Da es sich ja so anhört, als wäre der Antriebsteil schonmal zur Überholung offen gewesen,
von mir noch ein verwegener Einwurf:

Die Abstandsbuchse #3 hat außen eine umlaufende Nut und zwei Bohrungen, diese beiden Bohrungen sollten vielleicht beim Einbau senkrecht stehen, damit eintretendes Öl wieder abgeführt werden kann.

Bildschirmfoto_2025-10-14_20-58-51.png

Stehen die beiden Bohrungen horizontal, läuft unter Umständen nicht genügend Öl über das Lager ab (im Gegenteil die Lager neigen eher zum "Pump-Effekt", weshalb auch die Lagersitze in Sacklöchern im Gehäuse eine Ablauffräsung haben) und der Antriebsteil füllt sich mit Öl bis zur Position der beiden Bohrlöcher in der Abstandsbuchse #3, dass dann der Triebling unter Öl steht und damit auch durch den Triebling nach vorn zur Vielzahnmutter heraus laufen könnte, wäre dann keine Überraschung.

Verständlich wird das in meinen Augen auch, wenn man sich den Gewindering #9 mit seinen vier Einfräsungen für den Lecköl Rückfluss ansieht, der Gewindering braucht derer Rückführungen mehr, da ja nicht sicher ist mit welcher Ausdinstanzierung vom Triebling der Gewindering fest wird und damit befindet sich eine Rücklaufnuht immer unterhalb der Antriebswelle.


Ja und das die Entlüftung am /3 HAG über den Filzring Richtung Hinterradnabe erfolgt, sollte sich schon herumgesprochen haben. Die R26/R27 kann man damit nicht vergleichen.

MfG
Eppo
Nix muss, alles kann 🛠
Geht nicht, gibt's nicht. Einfach kann ja jeder 😁.

jan.h.

es war nicht zuviel Öl drin,das ist wohl das Erste an das gedacht wird,aber ich denke,ich habe die Ursache erkannt.
Habe den Wedi mal genauer angesehen,es ist zwar dem Aussehen nach ein neuer,aber beim Aufsetzen
auf die Dichtfläche Kardanwelle ist überhaupt keine Vorspannung der Dichtlippe spürbar.
Die Größe stimmt lauf Beschriftung,aber wie gesagt,kaum Spannung,kann so nicht dichten.
Hersteller unbekannt.
Habe dünnflüssiges Öl eingefüllt und über Nacht den Antrieb senkrecht gestellt,alles trocken.
Aber mich würde immer noch interessieren,was der Grund für diese 0,2 mm an der Buchse am Ritzel ist.
Weiß es jemand?
Jan.

Beppo

Diese 0,2mm sind mir unbekannt. Ich habe meinen Kardan überholt und mit neuen Kegel/Tellerrad versehen.
Über Distanzscheiben zum Kegelrad musste das Zahnflankenspiel eingestellt werden und die Position musste genau stimmen damit das Tragbild der Zähne mittig ist.

Hat dein Simmering eigentlich die Spannfeder drin,oder ist diese verloren gegangen?
Stau hinten ist blöd, vorne aber gehts .

Kees

Da handelt es sich um diese 0.2 mm im WHB. Aber nur bei Seitenwagenbetrieb, die haben ganz andere Zahnräder.

4Taktix

Speziell die Sektion Hinterachsantrieb wurde ab R25(/0) offenbar stets 1:1 für das Nachfolgemodell bis 25/3
übernommen. Ich habe bei 4 x R25/3-Solo-Trieblingen keinen dabei gehabt, der diesen konischen Teil lt. Skizze hatte.
Alle 4 hatten den Absatz, wie für SW-Antrieb in der Skizze dargestellt.
Hat mir einige Kopfschmerzen bereitet, bis das klar war.

ALSO: Auch Solo-Antrieb R25/3 muss zusammengebaut werden, wie im WHB für Seitenwagen beschrieben.
Es sei denn, man hat wirklich einen Trieblinkg mit solch konischer Sektion.
Think outside the box !

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