R26 Motor zerlegt

Begonnen von OldsCool!, 15 November 2015, 12:56:05

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Rütz

Klar "bestimmen" kann man das.
Wird bei der Konstruktion einer Kurbelwelle auch gemacht... als Gedankenmodell auf dem Zeichenbrett.
Aber das wird doch nicht in die Tat umgesetzt! ::)

Ein 100% Ausgleich der rotierenden Massen ist doch gar nicht erwünscht (ausser bei Rüttelplatten)!
Warum sollte man das also erst so bauen und auswuchten, wenn man es sowieso wieder verwerfen muß, weil die KW nunmal zwingend eine rotierende Unwucht benötigt?

Es ist doch auch schön in Bernds LINK sehen:
Zweites und drittes Bild zeigen die Kurbelwelle mit 100% ausgeglichenen rotierenden Massen.
Hand aufs Herz, sehen so unsere Kurbelwellen aus?? Oder eine andere "echte" Kurbelwelle?
Eben.
So eine Welle ist ein Gedankenmodell!
Wenn man eine Welle mit definierter Unwucht konstruieren will (und darum geht es!), nimmt man natürlich in Gedanken(!) zunächst eine ausgeglichene Welle und setzt dann die gewünschte Unwucht zusätzlich dran.
Aber in echt gebaut wird eine KW von vornherein mit Unwucht.

In keiner Millisekunde im Leben einer echten, hardwaremäßigen Kurbelwelle existiert ein Moment, in dem ihre rotierenden Massen ausgeglichen sind.
...das kann doch nicht so schwer zu erkennen sein... :Frage:
I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

Rütz


I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

berndr253

Apfelbeck:

"Für eine Einzylinder-Kurbelwelle ist der goldene Mittelweg eine 50%ige Auswuchtung, d.h.
Die Gegengewichte an beiden Kurbelwangen sind so schwer, wie die rotierende Masse plus dem halben Gewicht der hin- und hergehenden Masse.
Macht man das Gegengewicht leichter, dann überwiegen die Kräfte der hin- und hergehenden Masse und der Motor schüttelt in Richtung der Zylinderachse auf und ab. Macht man das Gegengewicht schwerer, dann schüttelt der Motor horizontal stärker weil in dieser Stellung der Kurbel das Gegengewicht überwiegt."

Also: 100% der rotierenden Masse - und zwar NUR der rotierenden Masse
und     50% der oszillierenden Massen - und zwar NUR der hin- und her gehenden Masse

Die Welle wird auf Grundlage aller relevanten Massen und Daten konstruiert - unter Berücksichtigung aller Bauteile, also auch von Kolben, Kolbenbolzen und Ringen und nicht nur des Pleuelanteils.
Dass die 50% der ausgeglichenen translatorischen Massen auf der Kurbelwelle dann zu rotierenden Massen werden versteht sich von selbst - diese rotierenden Massen entsprechen aber nicht den erstgenannten rotierenden Massen, die zur Dimensionierung der Welle herangezogen werden.

Aber wenn man sich "amüsieren" möchte dann sind auch eindeutig formulierte und erklärte Sachverhalte halt nicht hinreichend.

Bernd


Leben und Leben lassen

cledrera

ZitatAber in echt gebaut wird eine KW von vornherein mit Unwucht.
Das ist eine Selbstverständlichkeit.
Das muss sogar so sein, da der Kurbelwelle natürlich Kobo und Kolben fehlen.

ZitatEin 100% Ausgleich der rotierenden Massen ist doch gar nicht erwünscht
Im Ergebnis (bei unseren Motoren) natürlich. Du würdest nur die Massenkraft um 90 Grad verschieben.
Daher findet bei unseren Motoren (genau  genommen) auch überhaupt kein Ausgleich der oszillierenden Massenkraft statt (vgl. Stoffregen, S. 89).

Allerdings mal Tachles:
Wir reden hier die ganze Zeit über 2 fiktive Kräfte.
Fiktiv, weil die Kraft auseinandergerechnet werden muss (rotierende/ozzilierende Anteile), um überhaupt zu einem Ergebnis gelangen zu können.
Daher kommt man ohne Weiteres rechnerisch auf 200 %, ohne das einem das so weiterhelfen würde.
Praktisch nützlich wird das erst, wenn man dann wie bei Apfelbeck beschrieben vorgehen kann.

Also nochmals zu der überhaupt nicht idiotischen Frage:

ZitatIch zensiert dachte immer die rotierenden Massen sind immer ab Werk zu 100 % ausgewuchtet....sind sie also nicht?

Nein, sind sie nicht.
Sie waren näherungsweise zu 100 % ausgeglichen, was heißen soll, der rotatorische Ausgleich war so gestaltet, dass es weder zuviel rüttelte, noch zuviel schüttelte, wenn der oszillierende Ausgleich hinzukam.

Das ergibt sich, wenn man genau liest, auch anhand der von Bernd zitierten Zeilen aus dem Apfelbeck.
Daran wird auch klar, weshalb Rütz mit seiner Äußerung, die KW werde mit Unwucht konstruiert, natürlich Recht hat.
("Dass die 50% der ausgeglichenen translatorischen Massen auf der Kurbelwelle dann zu rotierenden Massen werden versteht sich von selbst")


Zurück zum Sport ...


Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
Lieber Einzylinder als zwei Fallschirme (v. mir)

Oerlov

Hallo,
Weiß jemand, ob für die tuning-Wellen unterschiedliche Pleuel eingesetzt werden, je nachdem , ob nun eine Altwelle mit großen oder kleinen Wangen verwendet wird?
Für welche Kolben(gewichte) passt der Wuchtfaktor ab Werk in etwa?
Gruß
Carsten

berndr253

Hallo Carsten,

die Tuningwellen haben alle die gleichen Wangen - die R26-Wellen mit den kleinen Wangen werden als AT-Wellen von Ulis nicht akzeptiert.
Die Gewichtsunterschied der Kolben mit unterschiedlichen Durchmessern inklusive der Kolbenbolzen ist erstaunlich gering und macht nur wenige Gramm aus.
Ich habe meine R27-Tuning-Welle (72 mm Hub) mal vermessen (Kolben mit ebenem Boden (Toyota-Kolben)). Wenn ich ein Meistergewicht mit 53% der hin- und her gehenden Massen (also Pleuelanteil+Kolben+Kolbenbolzen+Ringe) anfertige bleibt die Welle auf meinem Prüfbock in jeder Stellung stehen. Die rotierenden Massen sind abei zu 100% ausgeglichen.

Grusz

Bernd
Leben und Leben lassen

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