BMW Einzylinder-Forum

ALLES RUND UM´S THEMA OLDIE-RESTAURATION => Die Mechanik und ihre Tücken => Thema gestartet von: Taz am 12 August 2011, 18:15:18

Titel: Simmerring tauschen-komplette Info
Beitrag von: Taz am 12 August 2011, 18:15:18
Hallo zusammen.

Ich bin gestern am Ausbau des Simmerrings am Getriebeeingangslager bald verzweifelt...lauter gute Tips bei uns im Forum und anderswo "Spaxschrauben eindrehen"..."zum Haken umgeschlagener Schraubendreher"...usw. Die Spaxschrauben gingen nicht rein, der Schraubendreher rutscht ab...und langsam hab ich an mir gezweifelt. Wenn das soooo einfach ist und ichs nicht gebacken bekomme, sollte ich vielleicht doch eher Dreirad fahren :kopfhau:

Der Weg, wie ich es dann doch geschafft habe:

Der Simmerring besteht aus einem in einen speziellen Kunststoff gegossenen Metallring mit L-förmigem Querschnitt, wobei der kurze Steg auf der lagerabgewandten Seite ist und nach innen zur Welle zeigt. Dahinter ist dann noch eine Spiralfeder, die die Lippe innen an der Welle drückt, aber das nur der Vollständigkeit halber.
Der Trick besteht darin, mit einen kleinen Meissel oder einen scharfen Schraubendreher zuerst den Metallring an zwei gegenüberliegenden Stellen freizulegen...das Operationsgebiet. Dann wird mit dem Meissel der Ring vorsichtig Richtung Welle geschlagen, ohne den Sitz außen oder die Welle innen zu berühren und damit den Sitz zu beschädigen. Ist eine kleine Fläche entstanden, kann man dort behutsam mit einem kleinen Bohrer (1mm) jeweils ein Loch bohren und in diese Löcher dann je eine kleine Spaxschraube 2,5mm reindrehen...dabei aufpassen, daß man dem Lager dahinter nicht zu nahe kommt.

Nun die beiden Schrauben mit Zangen gefaßt, die sich über Holzklötzchen am Gehäuse abstützen, kurz gehebelt und draußen ist der Delinquent.

Ich fahr doch weiter BMW ;D

Viele Grüße, Taz
Titel: Re: Simmerring tauschen-komplette Info
Beitrag von: Karl am 12 August 2011, 22:26:13
Super  :applaus:

(und wieder ein toller Beitrag für die "Tipps&Tricks"-Rubrik" *g*)
Titel: Re: Simmerring tauschen-komplette Info
Beitrag von: Peter am 14 August 2011, 18:37:23
Hi Taz,
musste ich genau wie Du auch erfahren. Ist nicht so einfach wie es beschrieben steht. Aber dank deinem Thread gibt's jetzt mehr als nur ne Kurzfassung!   :schrauber:
Gruß Peter
Titel: Re: Simmerring tauschen-komplette Info
Beitrag von: cledrera am 15 August 2011, 13:33:18
Das geht auch ohne Freilegung des Operationsgebiets.
Der Minibohrer darf nur nicht stumpf sein und man muss nahezu ohne Druck bohren.

Clemens
Titel: Re: Simmerring tauschen-komplette Info
Beitrag von: topcom am 15 August 2011, 13:48:25
Was macht man eigentlich, wenn der Bohrer verrutscht und der äussere Sitz im Gehäuse angebohrt wurde? Servus Oliver
Titel: Re: Simmerring tauschen-komplette Info
Beitrag von: cledrera am 15 August 2011, 16:08:01
Laut Schei.. brüllen?

Oliver,
das Metall der Wedis ist hart und spiegelglatt. Daher:
Entweder eine ruhige Hand (zwei Whiskey vorher nehmen) und durchs Gummi bohren
oder das Gummi partiell entfernen, Körnerschlag und dann mit ruhige Hand (keinen Whiskey vorher nehmen) bohren.
Geschieht trotzdem ein Unglück, ist guter Rat teuer.

Clemens

Titel: Re: Simmerring tauschen-komplette Info
Beitrag von: topcom am 15 August 2011, 16:13:16
Hallo Clemens,
genau deshalb habe ich es ja geschrieben. Ich habe den Simmerring mit Dichtmasse eingeklebt. Vermute aber er ist undicht. Gibt es so etwas wie eine Wellenschutzhülse andersrum oder sollte ich flüssiges Metall verwenden und dann rund schleifen???
Oliver
Titel: Re: Simmerring tauschen-komplette Info
Beitrag von: cledrera am 15 August 2011, 16:39:10
Oliver,
ich dachte, Deine Frage wäre theoretischer Natur; isse aber nich  :schimpf:.
Als Methode Schäden zu beseitigen, kenne ich professionell nur Speedi-Sleeve (http://www.skf.com/portal/skf/home/products?maincatalogue=1&lang=de&newlink=4_5_3). Da geht es aber um die Seite mit der Dichtlippe und nicht um den äußeren Sitz.

Einkleben würde ich einen Wedi allerdings nie (der will ja auch mal wieder raus).
Flüssigmetall ist auch so eine Sache, da würde mir unbehaglich bei.
Was man testen könnte, wäre eine geeignete "Schramm"stelle mit Kleber (Schraubensicherung o.ä.) zu verschließen, aushärten lassen,
zu polieren und dann den Wedi mit Dichtmasse (Hylomar o.ä.) einzusetzen.
Der Gedanke ist aber unausgegoren.

Wo ist Dir diese Schweinerei passiert?
Hast Du mal Fotos oder kannst beschreiben, wie groß die Schadstelle ist?

Clemens