BMW Einzylinder-Forum

ALLES RUND UM´S THEMA OLDIE-RESTAURATION => Die Mechanik und ihre Tücken => Thema gestartet von: Mopedwoife am 27 September 2010, 16:07:28

Titel: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Mopedwoife am 27 September 2010, 16:07:28
Hallo zusammen,

brauche wieder einmal den Rat der Experten:

Kaufe mir nach einem defekt eine neue Nockenwelle für meine R26. Ich habe momentan das Tuningnockenwellenrad vom Uli verbaut und eine normale Nockenwelle.

Kann ich das Nockenwellenrad vom Uli auch mit der RS 1,5 oder der Ro 113,5 von Schleicher kombinieren? Wenn ja, was bringt es?

Die Ro 113,5 ist ja für mehr Dampf obenrum. Wie sieht es dann in den unteren Drehzahlen aus im Vergleich zur originalen NW?

Die Rs1,5 für mehr Leistung im unteren Drehzahlbereich, wie ist´s dann oben im vergleich zur originalen NW?

Vielen Dank schon mal vorab für die Erfahrungen.

Mopedwoife
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: † Knut am 27 September 2010, 16:11:14
Oha...

Das wird ein langes Thema...  ;D

K.
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: † odeon8 am 27 September 2010, 16:16:00
Servus Woife,

eine 113,5 Kurve kannst Du hier (http://www.bmw-einzylinder.de/Start/tips/berichte/thomasfreund/r325-s5.php) schon mal sehen.

;) Thomas
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Heiko am 27 September 2010, 16:25:17
Jo Knut,

dann wollen wir mal.  ;D

Ich habe in meiner R26 die 113,5er Welle mit dem originalem Nockenwellenrad drin... bringt unten rum gar nichts, aber so richtig oben rum machts Spaß... solltest Du aber nicht verbauen wenne Angst hast dein Motorrad mit mehr als 70km/h zu bewegen.... da klingeln manch einem "um die ach so alte Technik Fürchter" ganz schön die Ohren!

Was allerdings in der Kombination mit Ulis Sportnockenrad raus kommt weiß ich nicht... vielleicht sogar eher kontraproduktiv, oder Thomas? :Frage:

Heiko
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: † odeon8 am 27 September 2010, 16:38:05
kann ich nicht beurteilen - da fehlt der direkte Vergleich (Prüfstandsläufe).

Ich  habe auf die Original-NW zurückgebaut, allerdings mit R27 Steuerzeiten (Uli´s Kettenrad)
Aus meiner Sicht macht die /4 so viel mehr Spaß, mit mehr Drehmoment "untenrum".
Zusammen mit 344 ccm und 13% längerer Übersetzung paßt das ganz gut zusammen.

Das typische "Schleicher" Gefühl gibts beim Ausdrehen der Gänge 1-3 bei R26-Paula.
Allerdings ist Paula hierfür noch nicht gut abgestimmt, so daß die lange +13% Übersetzung
in Sachen Höchstgeschwindigkeit-mit-großem-Fahrer eher kontraproduktiv wirkt.
Gell, Tassilo ?  ;D

Thomas

Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: cledrera am 27 September 2010, 18:46:17
Es gibt doch noch jemanden mit Schleicherwelle, gelle?
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Rütz am 27 September 2010, 19:14:21
Hi Woife,
ich habe mich damit auch mal etwas näher, v.a. theoretisch und messtechnisch beschäftigt:

1.
Die Kombination von Tuningrad und Schleicherwellen mit ".5" am Ende, ist im Prinzip unsinnig, weil doppeltgemoppelt:

a) Das ".5" bedeutet, daß diese Nockenwellen eine "engere Spreizung" haben, d.h. daß der Einlaß bereits 5° vorverlegt ist.
Zusammen mit dem Tuningrad würden 15° Vorverlegung resultieren. Nach allgemeinen "Tuningfaustregeln" (z.B. Stoffregen) wird der Effekt des Drehmomentgewinns bei mehr als 10° aber wieder ins Gegenteil verkehrt.

b) Die Montage ist problematisch: Bei der Kombination Ro113.5 mit Tuningrad würde das Einlaßventil in der Überschneidung fast 5(!!) mm weiter offen stehen als original. Mit normalem Kettenrad wären es nur 1,3 mm mehr.
--> Ohne "Spezialkolben" gibt das Knirsch!


2.
Die RS 1.5 läßt sich ohne Änderungen am Kopf montieren. Deshalb wird sie wohl als einzige auch von einigen Händlern verkauft (z.B. R...). Vielleicht fragst du einfach mal R... nach seinen Erfahrungen.

3.
Die Ro113.5 erfordert bei den meisten Köpfen Anpassungen:
- Die Ventilführungen müssen ~1,0 mm gekürzt werden (um dem 1 mm größeren Ventilhub Platz zu machen).
- Man braucht alte originale Ventilfedern, die heutigen neuen haben aus unerfindlichen Gründen 1/4 Windung mehr und gehen "auf Block" (hängt auch sehr ab von der Tiefe der Ventilsitze).
- Die Geometrie der Kipphebel ist so, daß der Auflagepunkt auf dem Ventilschaft bei Betätigung nach außen wandert (Kipphebelärmchen rollt auf dem Ventilschaft ab). Durch den längeren Hub kann es sein, daß das Kipphebelärmchen zum Schluß nur noch auf der Kante des Ventils steht.


Rütz
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Heiko am 27 September 2010, 19:20:42
Zitat von: Rütz am 27 September 2010, 19:14:21

3.
Die Ro113.5 erfordert bei den meisten Köpfen Anpassungen:
- Die Ventilführungen müssen ~1,0 mm gekürzt werden (um dem 1 mm größeren Ventilhub Platz zu machen).
- Man braucht alte originale Ventilfedern, die heutigen neuen haben aus unerfindlichen Gründen 1/4 Windung mehr und gehen "auf Block" (hängt auch sehr ab von der Tiefe der Ventilsitze).
- Die Geometrie der Kipphebel ist so, daß der Auflagepunkt auf dem Ventilschaft bei Betätigung nach außen wandert (Kipphebelärmchen rollt auf dem Ventilschaft ab). Durch den längeren Hub kann es sein, daß das Kipphebelärmchen zum Schluß nur noch auf der Kante des Ventils steht.


Hm,

das kann ich so nicht unterschreiben!  ;D

Wenn der Kopf original ist und nichts gebastelt wurde im Laufe der Jahre passt sie!... Besonders was das kürzen der Ventilführungen betrifft (Knapp, aber geht!). Über neue Federn kann ich nichts sagen  :-\\ ...klappt bei mir... auch das sich der Auflagepunkt verschiebt kann ich von meiner Seite aus nicht bestätigen.


Heiko
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Rütz am 27 September 2010, 19:39:45
Nix da! Schieb nicht immer auf den St... was du selbst schuld bist! :box2: ;D
Mittlerweile behaupte ich mal, habe ich es bei mehr Köpfen ausprobiert als du (inkl. einem neuen NOS).
Gerade bei originalen Köpfen, wenn die Ventilsitze nicht schon ein paar mal nachgedreht wurden, paßt es nicht.

Klar kann es auch gut gehen, aber diese NW reizt den möglichen Ventilweg bis auf den letzten 1/10 mm aus und die normale Serienstreuung ist größer!
Ich sag nur Stoßstangenlänge, Ventischaftlänge, Sitzringlage und -sorte....

Rütz T.
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Heiko am 27 September 2010, 19:51:02
Ich schiebe doch gar nichts auf St.!  :beleidigt:

Das Ventil war zu kurz... getauscht und gut ist... aber der Rest hat ohne zu basteln gepasst! So!  ;D ... mein Kopf hat übrigens damals bei St. neue Sitzringe bekommen! Nochmal so!... Okay Anselm, die Streuung mag hoch sein, vielleicht hab ich auch Glück gehabt, aber letztendlich klappt es mit dem Serienkopf. Mach dem Jungen doch nicht solche Angst!  ;D

Heiko Doppel T.

(...wenn Du an deiner Kiste auch immer soviel basteln muß und sie dauernd kaputt geht!  :P )
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Rütz am 27 September 2010, 20:15:59
Zitat von: Heiko am 27 September 2010, 19:51:02
(...wenn Du an deiner Kiste auch immer soviel basteln muß und sie dauernd kaputt geht!  :P )
Eben, soll ja nicht jedem so gehen. ;D
Das soll keine Angstmache, sondern "Aufmunterung" zum Nachmessen sein. Besser vorher als nachher.
ZitatDas Ventil war zu kurz...
Wenn das andere nicht zu lang gewesen wäre, hättest du es so schnell gar nicht gemerkt. ;D
Das ist es ja, die schwanken in ihrer Länge, auch wenn man es nicht für möglich hält, genau wie die Stoßstangen und was weiß ich noch alles heutzutage (ok, das war vielleicht früher nicht so)....

Rütz G(ebranntes Kind in dieser Hinsicht...)
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Heiko am 27 September 2010, 20:19:18
Zitat von: Rütz am 27 September 2010, 20:15:59
Wenn das andere nicht zu lang gewesen wäre, hättest du es so schnell gar nicht gemerkt. ;D

Doofkopp!  :P  ;D


Heiko  :-*
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: guest474 am 27 September 2010, 21:33:47
na Na meine herren. Wir sind doch nicht beim Seiwert. ;D

Gruss Manfred   :attacke:
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: † odeon8 am 27 September 2010, 21:45:31
Manfred, es reicht !  >:(
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Mopedwoife am 27 September 2010, 22:29:31
Wow, ich bin begeistert von den Antworten!

2.
Die RS 1.5 läßt sich ohne Änderungen am Kopf montieren. Deshalb wird sie wohl als einzige auch von einigen Händlern verkauft (z.B. R...). Vielleicht fragst du einfach mal R... nach seinen Erfahrungen.

Den hätte ich heute schon angerufen, der ist aber auf der Rennstrecke (Urlaub).

Also bringts mehr, wenn ich das NW-Rad vom Uli bis auf weiteres auf Reserve lege und wieder das Originale montiere und dazu ne Schleicher?

Der Kopf wurde 1995 beim Stemler überholt und 2007 nochmal beim Uli. Sind also demnach neue "längere" Federn verbaut. Die Kipphebel wurden vom Rabenb. überschliffen, da sie eingelaufen waren, hat er aber meines Erachtens gut gemacht. Halten zumindest schon 5000 Kilometer.

Generell wünsche ich mir mehr Durchzug und mehr Leistung. Angst vor über 70 km/h habe ich nicht, der Tacho geht doch bis 140  ;D obwohl schon mit 110 zufrieden wäre!

Mich reizt auf jeden Fall die Ro113,5. Habt ihr damit auch schon Langzeiterfahrung?

Momentan ist bei mir der R50S Kolben aus Frankfurt verbaut. Kanns da evtl. zu Kollissionen kommen?

Hat wer von euch die Ro113,5 und ist zufrieden?

Vielleicht bringen ja die Fotos was.

Viele Grüße,

Woife A(uf der Leistungssuche...)


Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: rolf.soler am 27 September 2010, 22:37:06
Also 110 läuft eine R26 locker, mit originalem Nockenwellenzahnrad und ohne Tuningkolben, ganz wie aus dem Werk. Wenn nicht, würd ich sie erst mal richtig einstellen. Vergaser optimieren (nach Hertweck) Zündzeitpunkt einstellen usw.
Wesentlich unter 110 bringst Du sie nur mit Tuningmassnahmen  ;D
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: rolf am 27 September 2010, 23:38:44
ich bin zu doof...was bedeutet "T"?
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Rütz am 28 September 2010, 00:05:05
Zitat von: rolf am 27 September 2010, 23:38:44
ich bin zu doof...was bedeutet "T"?
"Schnell" ! ;D

ZitatAlso bringts mehr, wenn ich das NW-Rad vom Uli bis auf weiteres auf Reserve lege und wieder das Originale montiere und dazu ne Schleicher?
Ja, das ist zumindest bewährt und so sind sie in den 60ern die Rennen gefahren.

ZitatMomentan ist bei mir der R50S Kolben aus Frankfurt verbaut. Kanns da evtl. zu Kollissionen kommen?
Mit dem normalen Kettenrad nicht (solange du Keine Verdichtung jenseits 1:9 hast), aber in Kombination mit dem Tuningrad zu 100%.

Zum Prüfen, ob nichts anstößt, habe ich den Zylinderkopf erstmal nicht mit den Ventilfedern, sondern mit irgendwelchen weichen Baumarktfedern, die sich per Hand zusammendrückenlassen, zusammengebaut.
Dann habe ich ihn mit der alten Zylinderkopfdichtung (um die neue nicht zu verschandeln) montiert und den Motor gedreht.
Jeweils beim max. Ventilhub und um den Überschneidungs-OT rum habe ich geprüft, wie weit sich die Ventile noch zusätzlich öffnen lassen, ohne anzustossen. Man sollte möglichst +/- 1mm zusätzliche Luft haben, weil man nie weiß, wie die Dinge bei 8.000 U/min "schwingen".
Interessanterweise liegt die engste Stelle zum Kolben nicht im Überschneidungs-OT, sondern 10° vorher (Auslaß) bzw. 10° nachher (Einlaß), weil sich die Ventile um den OT rum schneller bewegen als der Kolben.

ZitatGenerell wünsche ich mir mehr Durchzug und mehr Leistung.
Beides geht nur mit mehr Hubraum. Wenn man den beläßt muß man sich für eins von beiden entscheiden... :-\\

ZitatMich reizt auf jeden Fall die Ro113,5. Habt ihr damit auch schon Langzeiterfahrung?
Heiko. Und die geht wirklich gut!

ZitatAngst vor über 70 km/h habe ich nicht..
Die Frage ist, in welchem Gang? ;D

Rütz
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Heiko am 28 September 2010, 06:18:14
Moin,

ZitatMich reizt auf jeden Fall die Ro113,5. Habt ihr damit auch schon Langzeiterfahrung?
Heiko. Und die geht wirklich gut!

Richtig, siehe meine Antwort #3!... aber, das hatte ich vergessen zu erwähnen!: Schneller wird die R 26 dadurch nicht!!!... Da musst Du sie schon vorher richtig einstellen!

Sie hat nur wesentlich mehr Biss obenrum, und Du kannst selbst R 27 überholen, dann bei 90 in den 3. Gang runterschalten und müde lächelnd vorbeiziehen (okay, bei Knut wird´s ein bisschen schwierig, aber ich weiß ja nicht wie sie jetzt nach der Instandsetzung läuft!  ;)) und sie geht selbst langgezogene Berge hoch ohne mit der Geschwindigkeit abzufallen... richtige Eingangsdrehzahl am Bergbeginn vorrausgesetzt!... Wie Du merkst, ab 5000U/min wird es lustig und es hält, jetzt schon seit über drei Jahren!  :bike:


ZitatAngst vor über 70 km/h habe ich nicht..
Die Frage ist, in welchem Gang?

Im 2.!  ;D


Heiko T (für "trotzdem" Rolf  :-*)
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: † Knut am 28 September 2010, 07:05:19
Jo Heiko,

2. Gang mit 70km/h hört sich gut an - das dreht auch ne 25/2, man muss sich nur trauen  ;D

Ich bin Heikos R26 gefahren und fand die Charakteristik sehr gut. Ist sehr ähnlich zur 27 - Mitte geht so, oben rum macht sie richtig Spaß. Ich denke aber auch, dass ein Großteil des Spasses bei Heiko's auf das Konto von der Hoske geht.
;D Lärm suggeriert Leistung ;D
Im Ernst: wenn ich eine R26 hätte und mehr Leistung bräuchte, um mit den gut laufenden 27 mithalten zu können, würde ich ihr eine Schleicher Ro113.5 einbauen (oder 40kg abspecken). Besser wäre wahrscheinlich, die R26 auch noch mit Behördenübersetzung auszustatten. Ich glaube, dass wäre perfekt. Dann würde sie auch in der Mitte noch besser gehen.

Knut

P.S.: @Heiko: nächstes Jahr am See - eine Runde - Du - Paula - 34/4 - Grisu - wasweissichwernoch. Und wehe, einer kommt mit einem Angststreifen und Gummi an den Rasten wieder zum Campingplatz zurück.
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Heiko am 28 September 2010, 07:27:16
Zitat von: Knut am 28 September 2010, 07:05:19
Ich denke aber auch, dass ein Großteil des Spasses bei Heiko's auf das Konto von der Hoske geht.

Ne, ich denke eher das liegt an meinem Rennbügel!  ;D... pssst!

Runde um den See... --> da mach ich mit, aber gegen die 34/4 hab ich, glaube ich, keine Chance!  :-\\
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: cledrera am 28 September 2010, 11:34:43
Weiß den mittlerweile jemand, wieso eine Schleicherwelle, Hoske-Tüten und 7,5 bar eine schnelle R26 ergeben?
Die Frage finde ich deshalb spannend, weil gewisse Zündspulen oberhalb 8,0 bar ganz oder teilweise aufgeben.
Konnte mir übrigens schon am See niemand beantworten.

Clemens
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Heiko am 28 September 2010, 11:36:25
Zitat von: cledrera am 28 September 2010, 11:34:43
Weiß den mittlerweile jemand, wieso eine Schleicherwelle, Hoske-Tüten und 7,5 bar eine schnelle R26 ergeben?
Die Frage finde ich deshalb spannend, weil gewisse Zündspulen oberhalb 8,0 bar ganz oder teilweise aufgeben.

Was hat das denn mit Zündspulen zu tun?  :Frage:

Davon ab... meine Zündspule ist fünf Jahre alt, da sollten manch andere Laute mal drüber nachdenken die mit einer 55 Jahre alten Zündspule herumfahren und sich wundern warum die Karre keine Leistung hat!  ;D

Heiko D&W
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: † odeon8 am 28 September 2010, 12:03:50
Zitat von: HeikoRunde um den See... --> da mach ich mit, aber gegen die 34/4 hab ich, glaube ich, keine Chance!  :-\\

Mache ich natürlich mit, aber eher gemütlich, so wie dass so meine Art ist . . .  ;D
Und bei den 20 PS der /4 braucht niemand was befürchten - das gleiche ich
mit meinem Gewicht und dem Boot hintendran mühelos aus  ;)

Thomas
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: sigi_rs am 28 September 2010, 14:02:47
Zitat von: odeon8 am 28 September 2010, 12:03:50
das gleiche ich mit meinem Gewicht und dem Boot hintendran mühelos aus  ;)

Dann ist die Sache für Heiko geritzt: Du darfst ja eh nur 60 km/h fahren.  ;D

Viele Grüße
Jörg
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Mopedwoife am 28 September 2010, 14:41:02
Zitat von: Heiko am 28 September 2010, 06:18:14
Moin,


Sie hat nur wesentlich mehr Biss obenrum, und Du kannst selbst R 27 überholen, dann bei 90 in den 3. Gang runterschalten und müde lächelnd vorbeiziehen (okay, bei Knut wird´s ein bisschen schwierig, aber ich weiß ja nicht wie sie jetzt nach der Instandsetzung läuft!  ;)) und sie geht selbst langgezogene Berge hoch ohne mit der Geschwindigkeit abzufallen... richtige Eingangsdrehzahl am Bergbeginn vorrausgesetzt!... Wie Du merkst, ab 5000U/min wird es lustig und es hält, jetzt schon seit über drei Jahren!  :bike:


Heiko T (für "trotzdem" Rolf  :-*)

Eine Frage Heiko,

wie verhält sich die Leistungscharakteristik in den unteren bis mittleren Drehzalbereichen? Gleich / Besser wie Serie oder schlechter?

Viele Grüße,

Wolfgang
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Heiko am 28 September 2010, 15:06:59
Hi,

siehe dein Zitat von mir!  ;D
Zitat"Sie hat nur wesentlich mehr Biss obenrum"

...soll heißen, in den unteren und mittleren Drehzahlbereichen dieselbe Charakteristik wie die Serie, nur so ab 4500 ~ 5000 U/min bis 6400U/min wird es lustig.

Also schön bummeln untenrum ist drin, aber Rentner auf getunten 25/2 oder so Feuerdrachen auf R 27 oder so eine Mazedonische Bimmelbahn kannst Du auch erschrecken wenn Du willst.  ;D (jetzt aber weg!)


Heiko
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: cledrera am 28 September 2010, 15:14:28
ZitatWas hat das denn mit Zündspulen zu tun?   :Frage:

@Heiko,
ganz einfach:
Bernd hatte wegen hoher Kompression Probleme mit seiner Zündspule.
Besser formuliert: Wenn sein Moped nur 7,5 bar gehabt hätte, würde er u.U. immer noch glücklich damit fahren.
Umkehrschluss: Lieber 7,5 bar und schnell unterwegs, als 9,irgendwas und Zusatzrisiken.
Verallgemeinerung: hohe Kompression = Materialbelastung

Deswegen grübele ich ja auch über Deine R26; des guten Gesamtkonzepts wegen.

@ Knut,
schon gelesen?
Zitatdas mache ich solange, bis Du entlich lernst, daß man seit mit "t" schreibt
So ist das eben, wenn man mit rosa Etting rumläuft(https://bmw-einzylinder.de/forum/proxy.php?request=http%3A%2F%2Ffc05.deviantart.net%2Ffs44%2Ff%2F2009%2F111%2F8%2F1%2FCheerleader_by_CookiemagiK.gif&hash=392b396327d9f3fae7fe381c47f7f3fc8f01c4c4).
Zum Stand der Dinge:
1. Rücklicht liegt Fertan- gebadet in wässriger Umgebung; LED-Innenleben (damit ich nicht von meiner Regierung überfahren werde) ist in Arbeit.
   Suche noch den Weg, die Gläser aufzunieten (so kleine Nietzangen gibt es doch gar nicht).
2. Sattelauge glasperlgestrahlt und angepasst; geschweisst wird nach dem TÜV.


Clemens
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Heiko am 28 September 2010, 15:18:40
Zitat von: cledrera am 28 September 2010, 15:14:28
@Heiko,
ganz einfach:
Bernd hatte wegen hoher Kompression Probleme mit seiner Zündspule.
Besser formuliert: Wenn sein Moped nur 7,5 bar gehabt hätte, würde er u.U. immer noch glücklich damit fahren.
Umkehrschluss: Lieber 7,5 bar und schnell unterwegs, als 9,irgendwas und Zusatzrisiken.
Verallgemeinerung: hohe Kompression = Materialbelastung

Tja,

kaputt ist aber kaputt... wenn Sie bei hoher Kompression aussteigt, steigt sie auch bald bei niedriger Kompression aus. Nur eine Frage der Zeit.

Hehe, habe ich gelesen!  ;D


Heiko
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Mopedwoife am 28 September 2010, 15:30:29
Habe nun die Ro.113.5 bestellt!  :juhuu:

Werde  nun mal den Motor öffnen... Hoffentlich geht sich dann dieses Jahr noch eine Proberunde aus!
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: † Knut am 28 September 2010, 15:42:09
Zitat von: Heiko am 28 September 2010, 15:06:59

Also schön bummeln untenrum ist drin, aber Rentner auf getunten 25/2 oder so Feuerdrachen auf R 27 oder so eine Mazedonische Bimmelbahn kannst Du auch erschrecken wenn Du willst.

Heiko

Is' Rolf schon in Rente? Hat er endlich seinen Pass weggeworfen und sich schätzen lassen?

Nun Heiko, erschrecken vielleicht, bin aber trotzdem innen vorbei gekommen - you remember?

(https://bmw-einzylinder.de/forum/proxy.php?request=http%3A%2F%2Fwww.bmw-einzylinder.de%2FStart%2FTipps-Tricks%2Fimages%2FTraffic-Control.JPG&hash=ce0a50b8fc5b8e7bfa2e32d09bdc99bae76c7277)
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: BenW am 28 September 2010, 15:43:36
Zitat von: Mopedwoife am 28 September 2010, 15:30:29
Habe nun die Ro.113.5 bestellt!

Wo gibt's die und was kostet sie?

Grüsse,
BenW
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Heiko am 28 September 2010, 15:45:35
Zitat von: BenW am 28 September 2010, 15:43:36
Wo gibt's die und was kostet sie?

Bei Schleicher!

@Knut: Nur weil ich die Ellenbogen draußen hatte!


Heiko
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Mopedwoife am 28 September 2010, 15:47:03
Direkt bei Schleicher. Kostet 193 netto  :(
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: cledrera am 28 September 2010, 15:57:19
Nicht im Bild der entspannt im Herrensitz vorneweg fahrende Rentner.

@BenW,
Du hast Mail.

Clemens
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: rolf am 28 September 2010, 16:27:38
fast richtig...ich hatte sie überholt, bin abgestiegen, habe das Foto gemacht und bin dann wieder hinterher gefahren und sie vor dem nachfolgenden Verkehr zu schützen bzw habe sie überholt um die Kreuzungen freizuhalten! ;D
Rolf R (na wartet!!!)
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: gradweg am 28 September 2010, 20:16:02
HI,

Knut,

2.Gang mit 70Km/h hört sich gut an-das dreht auch nee 25/2,man muss sich nur trauen

Das hast du doch wohl nicht mit meiner, anlässig des ND-treffen ausprobiert?? :box2:

gruss reinhold
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: † Knut am 28 September 2010, 20:41:10
KARL!!

Hier fehlt der "Unschuldigpfeiffenundichweißgarnichtworumesgeht-Smiley".




Nein nein Reinhold, wo denkst Du hin. DAS würde ich garnienicht mit einem geliehenen Motorrad machen [o.g. Smiley]

Knut

P.S.: Wer hatte noch den Slogan: "Ist das Mopped nur gelieh'n, kannst gepflegt am Kabel zieh'n!"?
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Mopedwoife am 28 September 2010, 21:17:39
So, habe nun die NW gezogen. Der Kolben sieht mit seinen 5000 Kilometern noch richtig jungfräulich aus. Kipphebel und Ventile ebenfalls top. DIe Nockenwelle kann ich nicht beurteilen. Was meint ihr dazu? Soll ich die Stössel für die Schleicher erneuern? Was mich allerdings verwundert ist, dass die Markierung auf dem Nockenwellenrad auf der Rückseite ist??? Macht das was?  Habe die KW und die NW damals in Frankfurt einbauen lassen.

Viele Grüße aus der Werkstatt,
Wolfgang

Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Rütz am 28 September 2010, 22:16:12
Ja, ich würde die Stößel erneuern, sehen ebenfalls recht ramponiert aus, zumal neue (zumindest die von R...) auch leichter sind.
Keine Ahnung was das für ein "X" ist, "die Markierung" ist es nicht. Die müßte sich an einer anderen Stelle befinden.
Rütz
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Heiko am 29 September 2010, 06:20:24
Zitat von: rolf am 28 September 2010, 16:27:38
Rolf R (na wartet!!!)

Wusste gar nicht, daß Rolfs 25/2 getunt ist... ist doch nur gut eingestellt... dachte da eigentlich an einen anderen Herren!  ::)
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: cledrera am 29 September 2010, 08:06:36
ZitatSoll ich die Stössel für die Schleicher erneuern?
Ja, unbedingt.
Man kann an den Stösseln sehen, wo ihr Widerpart an der alten Nockenwelle ist.
Die drei Teile haben sich richtig ineinander gearbeitet und Du würdest riskieren,
dass sich ein ähnliche "Abrieb"bild kurzfristig wieder einstellt.
Sorry, die 80,00 € müssen m.E. sein.

Clemens
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Rütz am 29 September 2010, 08:24:11
Zitat von: Heiko am 29 September 2010, 06:20:24
... dachte da eigentlich an einen anderen Herren!  ::)
Stimmt. Auf dem Bild duckt ihr euch ja nicht im Fahrtwind, sondern zieht erschrocken die Ohren ein, ob des transsylvanischen Gescheppers, das gerade vorbeigeweht ist... ;D
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Mopedwoife am 29 September 2010, 09:40:54
Da ja NW-Rad vom Uli und Schleicher nix bringen, habe ich meinen Spendermotor um sein NW-Rad erleichtert. Sollte noch gehen, oder? Laufleistung unbekannt, aber ich denke mal, so verschlissen ist es noch nicht.
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: berndr253 am 29 September 2010, 12:56:18
Hallo Mopedwolfe,

warum möchtest Du das alte Nockenwellenrad denn ersetzten? Auf dem Bild sieht das doch auch noch ganz ordentlich aus. Wenn die die Räder ausgebaut vor Dir liegen hast leg die mal nebeneinander und übereinander, dann sollte man sehen, ob  und bei welchem Rad es Verschleiss hat.
Ich würde grundsätzlich beide Kettenräder - also das auf der Nocken- und der Kurbelwelle zusammen lassen, also beide belassen oder beide tauschen. Ist aber auch Glaubenssache.

Grusz

Bernd
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: † odeon8 am 29 September 2010, 13:22:34
Zitat von: Mopedwoife am 28 September 2010, 21:17:39
DIe Nockenwelle kann ich nicht beurteilen. Was meint ihr dazu?

Hallo Woife,

die Nockenwelle in Bild  P1030690.JPG schaut auch lädiert aus -
Bei der Ölpumpen-Antriebsschnecke scheint am Beginn ein Stück zu fehlen.


Thomas
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Mopedwoife am 29 September 2010, 13:31:35
Hallo Bernd,

Hallo Thomas, das ist eh die Nockenwelle, welche zugunsten der Schleicher weichen muss. Die Auslassnocke ist auch verschlisse. Das NW-Rad auf den letzten Bildern möchte ich nun mit einer Schleicher Nockenwelle verbauen. Das NW-Rad auf den Bildern davor ist das Tuning NW-Rad vom Uli und das harmoniert nicht mit der Schleicher NW.

Leider ist die NW vom Spendermotor ebenfalls hinüber, deswegen verwende ich nur das Nockenwellenrad.

´@ Bernd: Grundsätzlich gebe ich Dir recht, dass auch das Zahnrad auf der Kurbelwelle erneuert gehört. Dazu muss aber die Kurbelwelle raus, oder? Das möchte ich vermeiden...

Viele Grüße,

Wolfgang

Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: † Knut am 29 September 2010, 13:35:05
Raus mit der Kurbelwelle und das Ölschleuderblech sauber machen! Neue Lager drauf und wieder rein. Is' ne Stunde oder zwei Sache.
Was meinst Du, wie Du Dir in den Arxxx beisst, wenn in zwei Jahren die KW-Lager klappern?

Knut
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Mopedwoife am 29 September 2010, 13:50:56
Hi Knut,

das wurde alles bereits vor 5000 Kilometern gemacht. Sollte doch dann noch passen, oder?
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: cledrera am 29 September 2010, 14:25:05
Hi Woife,
jetzt wird es aber spannend.
Hat man Dir vor 5000 Kilometern etwa diese Nockenwelle und die Stössel eingebaut?
Falls ja, wird es aber eng mit der Antwort auf die Frage, wie gut "die" in Sachen KW waren.

Vor allen Dingen würde mich mal langsam interessieren, weshalb die alte Nockenwelle derartige
Schäden zeigt. Es sieht irgendwie nach einer Mischung zwischen Fressverschleiß und abplatzender
Verbindungsschicht aus. Soetwas kann auf hohe Laufleistung und/oder schlechte Motorbehandlung
in der Vergangenheit hindeuten. Es kann allerdings auch so sein, dass die Schmierung gemindert war
und das seine Ursache ganz woanders hat.

Ich tendiere daher zu Knuts Standpunkt, allerdings mit der Einschränkung, dass ich noch etwas mehr machen
würde, als nur neue Lager, Dichtungen und Ölschleuderblech säubern. Ich würde generell alle Teile säubern und
einer Funktionskontrolle/Vermessung unterziehen. Da gibt es ein paar Kniffe (Rundheit des hinteren Kurbelwellen
lagersitzes) denen man Beachtung schenken sollte.
Solltest Du dazu `ne Stunde oder zwei brauchen, nimm Dir eine Pause und im Zweifel eine braune Hülsenfrucht (Zisch!).
Gut Ding will Weile haben.

Sinnvoll wäre, wenn Du uns erst einmal etwas darüber erzählst, was "alles" angeblich oder vielleicht auch tatsächlich
am Motor gemacht wurde.


Clemens


Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Mopedwoife am 29 September 2010, 15:23:40
Hi Clemens,

hatte "vor 5000 Kilometern" eine Baustelle am Westhafen in Frankfurt (2 Strassen weiter ist die Gutleutstr.).
In dieser Zeit war ich dann beim Uli und habe folgendes machen lassen:

Die Arbeiten am Rumpfmotor wurden alle in Frankfurt erledigt:

Kurbelwelle getauscht (alte war eine mit den kleinen Wangen und Stahlpleuel),
neue Lager verbaut,
neues Ölschleuderblech verbaut,
neue Steuerkette,
Nockenwellenrad mit geänderten Stuerzeiten einbauen lassen
Nockenwelle wurde für gut befunden und wieder eingebaut
Neue Ventile, neue Fürungen und Federn, Ölbohrungen am Kopf gesäubert.

Restmontage des Motors erfolgte dann durch mich, also Zylinder rauf , neuen Kolben rein, Kopf rauf.

Beim Rabenbauer wurden noch die Kipphebel überschliffen.

Ölversorgung passte, Ölpumpe ist fit und fördert auch.

Das fällt mir momentan ein, den Rest müsste ich zuhause auf den Rechnungen nachschauen.

Werde aber euren Rat befolgen und auch noch die Kurbelwelle ziehen  :\'(
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Rütz am 29 September 2010, 15:58:46
Hi,
- das Kettenrad auf den Bildern sieht für mich i.O. aus. Eigentlich sind die Kettenräder auch so hart, daß da nur ganz selten, in Extremfällen, Verschleiß festzustellen ist.

- Eigentlich müßten Kurbelwelle und Lager noch gut sein. Andererseits sind gerade die neuen Kurbelwellen (wurde eine "neue" oder eine aufgearbeitete verbaut?) berüchtigt für klemmende Pleuellager und schlecht ausgerichtete Pleuel.
Prüfe auf jeden Fall mal das seitliche Spiel des Pleuellagers (Fühlerblatt) und die Ausrichtung des Pleuels.
Das geht zur Not auch bei eingebauter KW.
Letzteres ist etwas kniffeliger:
Am besten geht es mit zwei exakt gleich hohen Prüfprismen, die du vorne und hinten auf die Fußdichtungsfläche legst.
Dann mit Hilfe von Markierungen auf der Schwungscheibe prüfen, ob der durchgeschobene Kolbenbolzen auf dem vorderen wie auf dem hinteren Prisma im gleichen Moment aufsetzt.

Rütz
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Mopedwoife am 29 September 2010, 16:30:40
Es ist eine neue Kurbelwelle verbaut.

Das Spiel messe ich heute abend.

Vielen Dank schon mal!
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: cledrera am 29 September 2010, 17:32:49
Dann versuch direkt einmal manuell zu prüfen, wie die Ölförderung der Pumpe ist und ob das Öl auch und vor allem im Nockenwellenbereich ankommt.
(Herrgott sakra, ich weiß, dass es irgendwo ein Ölkreislaufschuabild gibt.)
Dabei weiß ich noch nicht einmal, ob das manuell durchführbar ist; versuchen würde ich es.

Ich kann mir im Übrigen nicht vorstellen, dass ein Nockenwelle für gut befunden wurde und es dann nicht ist bzw. war.
Nur ersetzt natürlich die Augenscheinsprüfung nicht eine Messung der Dicke der gehärteten Schicht der Nockenwelle.
War die unerkannt zu dünn (geworden) sieht man das nicht und der Rest geht ruckzuck.

Also immer langsam mit den alten Pferden.

Clemens
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: rolf am 30 September 2010, 00:23:26
Zitat von: Rütz am 29 September 2010, 15:58:46
Hi,
-, Verschleiß Am besten geht es mit zwei exakt gleich hohen Prüfprismen, die du vorne und hinten auf die Fußdichtungsfläche legst.
Dann mit Hilfe von Markierungen auf der Schwungscheibe prüfen, ob der durchgeschobene Kolbenbolzen auf dem vorderen wie auf dem hinteren Prisma im gleichen Moment aufsetzt.

Rütz

Im gleichen Moment...was soll denn das zeigen...wenn das Pleuel (KOBO) krumm ist wird es nie gleich aufsetzen...schon gar nicht im selben moment...oder meinst du das das pleuellager soviel (besser  ein wenig) Spiel hat...was es immer hat?
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Mopedwoife am 30 September 2010, 08:22:11
Hallo zusammen,

habe gestern abend nochmals gemessen: Pleuel ist gerade (KoBo setzt gleichzeitig auf) und das Spiel des Pleuels zwischen den Wangen beträgt 0,10 mm. Habe schon in den Handbüchern geschaut, aber leider nichts über dieses Spiel gesehen... Wenn das Spiel passt, werde ich die Kurbelwelle montiert lassen.

Grüße,

Wolfgang
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Rütz am 30 September 2010, 09:46:15
@Rolf:
ZitatIm gleichen Moment...was soll denn das zeigen...wenn das Pleuel (KOBO) krumm ist wird es nie gleich aufsetzen...
Ja, genau das soll es zeigen. Und wenn krumm, muß man es richten (was dann u. Umst. bei ausgebauter KW besser geht).
Mehr wollte ich damit nicht sagen.

@Wolfgang:
0,10 bis 0,20 mm Spiel ist i.O..
Denke, ich würde sie auch montiert lassen.

Rütz
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Stefan am 30 September 2010, 09:49:49
WHB Seite 20: Axialspiel Pleuel auf Hubzapfen 0,07 – 0,10 mm
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: mekgyver am 30 September 2010, 09:58:18
die Praxis zeigt, dass auch ein Axialspiel >0,2mm nicht zwangläufig sofort zur Katastrofe führt.
Gleichwohl ist es natürlich außerhallb der Toleranz  ;D
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Rütz am 30 September 2010, 11:00:03
Zitat von: Stefan am 30 September 2010, 09:49:49
WHB Seite 20: Axialspiel Pleuel auf Hubzapfen 0,07 – 0,10 mm
Stimmt, aber die Instandsetzer stellen heute eigentlich alle mindestens 0,10 mm ein. Weil es wohl unkritsich ist, solange es sich nicht dem halben mm nähert und die Kurbelwelle so minimale Winkelfehler (Schiefe Bohrung, schiefes Pleuel, unsauberer Fußflansch...) wie sie bei älteren Motoren eher vorkommen, besser ausgleichen kann.

Kritischer ist weniger das absolute Maß, als die Frage, ob es sich vergrößert hat. Ich denke aber, es wird von vornherein so gewesen sein.

Rütz
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: 27-steib am 30 September 2010, 11:52:11
Moin,

ne Frage zum Kolben- der sieht so blitzeblank aus - wie poliert. So haben meine Kolben nie ausgesehen, egal welche Motore ich aufgemacht habe. Die sind immer leicht grau, und haben die Querrillen der Bearbeitung immer sichtbar. Es sei denn die waren mit Klemmspuren überdeckt- aber so glatt hab ich noch nie einen Kolben gesehen.

Sieht für mich merkwürdig aus, ist eventuell das Licht und die Aufnahme. Was wurde dann da verbaut?

Gruesse Jan
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Rütz am 30 September 2010, 12:09:38
Uli's Spezial Kolben. ;D
Die sind immer aus einem eigenartig sibrigen Alu und werden nie grau, auch nicht in Ultraschall oder Backpulver...
...keine Ahnung, ob man daraus was ableiten kann. Wäre (mal wieder ;D) eine Sache für Knut...
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: † odeon8 am 30 September 2010, 12:55:03
Also mein Mahlekolben schaut auch so aus . . .
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Stefan am 30 September 2010, 13:07:48
Zitat von: Rütz am 30 September 2010, 11:00:03
Stimmt, aber die Instandsetzer stellen heute eigentlich alle mindestens 0,10 mm ein. Weil es wohl unkritsich ist, solange es sich nicht dem halben mm nähert und die Kurbelwelle so minimale Winkelfehler (Schiefe Bohrung, schiefes Pleuel, unsauberer Fußflansch...) wie sie bei älteren Motoren eher vorkommen, besser ausgleichen kann.

Kritischer ist weniger das absolute Maß, als die Frage, ob es sich vergrößert hat. Ich denke aber, es wird von vornherein so gewesen sein.

Rütz

Kam mir auch sehr gering vor, die gemessenen 0,1 mm; daher habe ich nachgeschaut.

Stefan
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: cledrera am 30 September 2010, 14:39:59
@ Stefan,
guter Instinkt!
Der berücksichtigt sogar die illegale Existenz von Stahllagerkäfigen an unteren Peuellagern.  :kotz:
Was aber für die außerhalb der Toleranz ist, steht letztlich nicht fest.
Ich denke lieber 0,20 als 0,10.
(und immer hübsch im /3-Drehzahlbereich bleiben  ;D)

Clemens
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: 27-steib am 30 September 2010, 15:07:20
nochmal zum Kolben-
kann das sein, dass die den nur Feingiessen und nicht mechanisch nachbearbeiten, und man deshalb keine Spuren Bearbeitungsspuren sieht?

Gruesse Jan
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Mopedwoife am 30 September 2010, 15:13:38
Hallo Jan,

schaue mir den Kolben heute nochmals genauer an, vielleicht weiss es aber jemand aus dem Stegreif?
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Stefan am 30 September 2010, 17:13:35
Kolben werden immer mechanisch nachgearbeitet. 1. wegen der Fertigungstoleranzen und Oberflächengüte (siehe Hoischen (http://de.wikipedia.org/wiki/Hoischen_Technisches_Zeichnen), in den alten Auflagen ist eine Fertigungszeichnung eines Kolbens abgebildet) und 2. braucht man dann nur eine Gußform für Null- und Übermaße.

Gruß
Stefan
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Tino am 30 September 2010, 17:55:25
Zitat von: Stefan am 30 September 2010, 17:13:35
Kolben werden immer mechanisch nachgearbeitet. 1. wegen der Fertigungstoleranzen und Oberflächengüte (siehe Hoischen (http://de.wikipedia.org/wiki/Hoischen_Technisches_Zeichnen), in den alten Auflagen ist eine Fertigungszeichnung eines Kolbens abgebildet) und 2. braucht man dann nur eine Gußform für Null- und Übermaße.

Gruß
Stefan
Das kann man so nicht pauschalisieren.
Ich hatte schon einige Kolben in der Hand (jaja) auf deren Innenseite war das herstellbare Kolbengrößtmaß der Gußkokille eingegossen.
Wenn es wie bei Einzylindern auf einen guten Massenausgleich der Kurbelwelle und Kolben ankommt,dann muss man ab einen gewissen Übermaß eine zweite Kokille haben,um die Kolben nicht zu schwer werden zu lassen,durch zu dicke Wandungen.
Gruß Tino
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Mopedwoife am 30 September 2010, 18:01:11
Habe geraden den Kolben nochmals angeschaut:

Ist definitiv feinbearbeitet.

Weil ich gerade bestelle:

Waren die R26 Stössel eigentlich ballig oder Flach?
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: rolf am 30 September 2010, 18:15:25
Flach.
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Rütz am 30 September 2010, 18:37:16
Kleiner Einspruch! ;D
Original und bis zu einem bestimmten Baujahr waren sie flach (= 4 Fenster Stößel).
Ab dann wurden sie ersatzlos durch die balligen (2 Fenster), auch rückwirkend, ersetzt.

Im R26/27 WHB steht bereits, daß sie ballig sein müssen, auch bei R26.

Rütz
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: rolf am 30 September 2010, 18:40:58
Großer Ein-Einspruch:
was passiert mit balligen Böden auf nicht angeschrägten NW? :P
Das im WHB muß ich mal nachlesen...warum sollen sie denn nicht auch da Unsinn schreiben?
Rolf T
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Rütz am 30 September 2010, 18:53:43
Nix, die Nocken stehen ja nicht seitlich versetzt unter den Stößeln wie bei R27.
Die Balligkeit wurde als Verbesserung (besseres Einlaufen bei minimalen Winkelfehlern) eingeführt.
(steht das nicht auch irgendwo beim beemer... :Frage:)

Bei R27 "müssen" sie ballig sein , bei den anderen "können" sie...

Rütz B(eemersuchend)
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: rolf am 30 September 2010, 18:57:44
Genau....und deswegen laufen sie nur auf einen Punkt...wo sich dann rel. schnell pitting bildet....wie bei falsch geschliffenen R27 NW und 2-Fenster Stösseln zu beobachten.
Rolf Doppel T

Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Rütz am 30 September 2010, 19:24:58
Es ist ein Unterschied, ob sie auf einem "virtuellen" Punkt (in der Mitte einer minimal gewölbten Fläche) oder auf der Kante laufen!

Wenn du bei einer R24-26 ballige Stößel einbaust, hast du die gleichen Verhältnisse wie bei R27, nur eben nicht "schräg", ab das ändert ja nichts an der vermeintlichen Punktbelastung.

Irgendwie stehst du da auf dem Schlauch.
Davon ab müßten dann ja alle überhohlten R24-26 längst kaputt sein, wo es doch seit ~1960 nur noch die balligen Stößel bei BMW gibt.

Rütz
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Stefan am 30 September 2010, 19:51:16
Zitat von: Tino am 30 September 2010, 17:55:25
Das kann man so nicht pauschalisieren.
Ich hatte schon einige Kolben in der Hand (jaja) auf deren Innenseite war das herstellbare Kolbengrößtmaß der Gußkokille eingegossen.
Wenn es wie bei Einzylindern auf einen guten Massenausgleich der Kurbelwelle und Kolben ankommt,dann muss man ab einen gewissen Übermaß eine zweite Kokille haben,um die Kolben nicht zu schwer werden zu lassen,durch zu dicke Wandungen.
Gruß Tino

Das gibts tatsächlich? Hab ich noch nicht gesehen, klingt aber plausibel. Wieviel mm Übermaß gibts bei diesen Kolben denn maximal?
Gruß
Stefan
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: rolf am 30 September 2010, 23:14:29
Zitat von: Rütz am 30 September 2010, 19:24:58
Es Wenn du bei einer R24-26 ballige Stößel einbaust, hast du die gleichen Verhältnisse wie bei R27, nur eben nicht "schräg", ab das ändert ja nichts an der vermeintlichen Punktbelastung.

Irgendwie stehst du da auf dem Schlauch.
Davon ab müßten dann ja alle überhohlten R24-26 längst kaputt sein, wo es doch seit ~1960 nur noch die balligen Stößel bei BMW gibt.

Rütz

Stimmt nicht!
bei der 27 werden sie gedreht....erster und wesentlicher Unterschied...und damit keine Einpunktbelastung
2. gab es bei BMW noch bis Anfang 80 4 fenster Stössel ...in Übergrösse...selber gekauft
3.meine eigene Beobachtung: 26 mit 2-fenster Stössel = Pitting in der Mitte(!) nach ca 15000km
4. waren deine 2-Fenster Stössel nicht auch schnell  kaputt....nachdem deine NW überschliffen wurde?
Rolf 3 T
PS ich weiß...2. und 3. ist ein Killerargument
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Rütz am 01 Oktober 2010, 10:28:59
1. Ok. :-*

2. u. 3. Mag sein :-\\, kenne halt nur, daß in den E-Listen immer steht: "...100 ersetzt durch ...127"

4. Nee, nee... allein wegen ihrer Balligkeit haben die Stößel überhaupt so lange gehalten!
Flache Stößel hätten da zweifelsohne überhaupt keine Chance gehabt, weil sie von vornherein nur auf der Kante gelaufen wären.
Da die seitlich versetzten Nocken noch minimal über die Stößelmitte ragen, konnten die balligen Stößel, zumindest anfangs noch, einige zehntel vor der Nockenkante laufen.

Rütz 1½ T ?
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: rolf am 01 Oktober 2010, 10:34:02
4. aber sie werden doch gedreht..meinst du nicht das das ausschlaggebend ist?
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Rütz am 01 Oktober 2010, 10:38:21
? "gedreht" war 1. ... oder was meinst du jetzt?

PS: Meinst du ausschlaggebend für 4. ?
Ich meine, daß flache Stößel bei R27 nie eine Chance haben, egal wie die Nockenwelle geschliffen ist.
Die Stößel sitzen ja zwangsläufig nicht spielfrei in ihren Führungen, sie werden durch die versetzten Nocken immer zu einer Seite kippen (und wenn es nur ein paar 1/100stel sind)... und ergo dadurch nur auf der Kante des Nockens laufen...
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: 27-steib am 01 Oktober 2010, 10:51:23
4. Dadurch , dass sie sich drehen, wird die benutzte Fläche am Stössel um ein vielfaches grösser und die Richtung der Beanspruchung ändert sich laufend. Das ist ausschlaggebend.

Ausserdem ist wichtig das Standgas lieber ein wenig höher zu stellen, auch wenns bei den Drehzahlen zum Mitzählen so schön klingt. Die ölversorgung bei den geringen Drehzahlen ist am schlechtesten, und die Belastung auf dem Ventiltrieb am Höchsten.

(Irgendwo im Hertweck oder Spoerl)

Gruesse Jan
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: rolf am 01 Oktober 2010, 12:56:29
Das meinte ich ;D
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: 27-steib am 01 Oktober 2010, 14:20:15
GENAU! Ich geh denn mal Stössel drehen  ;D
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Rütz am 01 Oktober 2010, 15:56:54
Zitat von: rolf am 01 Oktober 2010, 12:56:29
Das meinte ich ;D
?? ? Ihr meint wirklich, die 2-Fenster Stössel gehen schneller kaputt, weil sie sich drehen ?
Sorry, ich glaube jetzt bin ich draußen... :Frage:
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: rolf am 01 Oktober 2010, 17:14:21
Neihein!
Wenn sie sich drehen gehen sie nicht so schnell kaputt...egal wieviel fenster...allein weil sich die "benutzte" Fläche dauernd ändert
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: cledrera am 01 Oktober 2010, 18:28:59
Räusper,
bedeutet das, dass die balligen Stößel nicht ganz so ballig sind?
Komische Frage, ich weiß und ich hab noch keinen 2-Fenster-Stößel in der Hand gehabt.
Aber wenn ich mir eine ballige Stößelunterseite vorstelle, ist das idealerweise ein Kugel-
ausschnitt, dessen tiefste Stelle ein Punkt ist.
Ein Punkt ist aber, egal wie man ihn dreht  ;D, immer gleich groß.

Das wird auch nicht besser, wenn ich mir vorstelle, dass die Unterseite kein ganz idealer Kugel-
ausschnitt ist und der Punkt eher eine kleine runde Fläche ist. Die Änderung der "benutzten" Fläche
findet in minimalem Umfang statt.

Verständlich wird mir das Ganze eher dann, wenn ich mir vorstelle, dass die Rundung/Balligkeit bewirkt, dass
vom Nocken kommende seitlich wirkende Kräfte, soweit überschiessend, in Drehbewegung umgesetzt werden.
Das würde sanfter, da unnütze Kräfte umwandelnd, auf das Material der Nocke wirken.

Ist das richtig?

Danke

Clemens
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Mopedwoife am 01 Oktober 2010, 19:41:33
So, und um noch mehr Verwirrung zu stiften...

Anbei noch ein Foto von meinen 2 Stößeln. Die waren ja in meiner R26 verbaut. 4 Fenster, Nockenwellenlauffläche auf der NW nicht schräg.

Wenn man nun die Lauffläche an den Stößeln ansieht, dann erkennt man doch an den Laufspuren, dass sich die Stößel ebenfalls gedreht haben, oder?

Heute ist meine Schleicher gekommen!  :juhuu:

Dann "schleich" ich mich jetzt mal!!!

Viele Grüße,

Wolfgang
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: cledrera am 01 Oktober 2010, 19:58:15
Zitatdass sich die Stößel ebenfalls gedreht haben, oder?

Hab mir immer schon gedacht, dass sich die Stössel drehen, egal ob ballig oder plan.
Deswegen sind die Dinger "lose" verbaut. Wäre dem nicht so, würden es ja eigentlich
auch längere Stößelstangen tun.
Nur: Sind die Stößel bei demselben Stösseldurchmesser ballig, drehen sie sich leichter
als ihr planigen Kollegen und haben nicht deren von Rütz angesprochene minimale
Kippmoment.

Clemens
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: guest474 am 01 Oktober 2010, 20:38:43
ZitatDeswegen sind die Dinger "lose" verbaut.

Erkläre mir mal wie Du die Stößel fest verbauen willst.

Gruss Manfred
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: cledrera am 01 Oktober 2010, 22:37:40
Eben
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: † Knut am 02 Oktober 2010, 08:02:42
Hähh? Du willst die "eben" verbauen? Also in einer Ebene?? Aber dann stossen die doch gar nicht mehr?

Schlauchi  ;)
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: cledrera am 02 Oktober 2010, 08:11:44
ZitatErkläre mir mal wie Du die Stößel fest verbauen willst.

Eben,
das geht nicht!

Nimm Dir einen Kaffee und leg Dich wieder hin.

Clemens  :kaffee:
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Rütz am 02 Oktober 2010, 09:47:49
Zitat von: Manfred250 am 01 Oktober 2010, 20:38:43
Erkläre mir mal wie Du die Stößel fest verbauen willst.
Er meint doch, daß sie rund sind. Es gibt schließlich auch eckige Stößel (in eckigen Führungen), z.B. Dnepr u. co... die drehen sich dann nicht.

@Clemens
Die Stößel sind übrigens nicht soo ballig (meine Zeichnungen übertreiben). D.h. man sieht es eigentlich nur mit Hilfe eine Haarlineals.
Nach ~300km ist die Laufspur auf den 12 mm breiten Nocken meiner neuen NW ca. 5-8 mm breit.
Also breiter als ein "Punkt" (bereits jetzt deutlich breiter als bei der falsch geschliffenen NW) und wird wahrscheinlich auch noch etwas breiter werden.

Zitat von: rolf am 01 Oktober 2010, 17:14:21
Neihein!
Wenn sie sich drehen gehen sie nicht so schnell kaputt...
Klar, aber was hat das mit Punkt 4 zu tun...?

Die Frage ist, drehen sie sich überhaupt? M.E. nicht so einfach zu beantworten....

Bei falsch geschliffener R27 Welle drehen sie sich wahrscheinlich eben gerade nicht, weil der "Druckpunkt" immer ganz nah an der Stößelmitte liegt.

Während sie sich bei R24-26 eben doch drehen, wenn auch nicht sehr geordnet bzw. schonmal hin und her, weil vordere/hintere Kante nie die gleiche Last tragen (je nachdem wie der Stößel kippelt), aber einen großen Hebel haben.

Du hast recht, R24-R26 mit 2-Fenster Stößel drehen sich vermutlich zu wenig...


Habe mal ein paar Zeichnungen gemacht. Mit aus der Hüfte geschossenen Schlußfolgerungen...

Rütz
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Rütz am 02 Oktober 2010, 09:49:57
Und noch zwei...
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: rolf am 02 Oktober 2010, 11:24:01
Dieses 4. entspricht doch deinen 3. Bild....hohe Kanten + Flächenpressung...und immer volle Belastung (ohne sich wegdrehen zu können) auf einen Punkt des Stössels (würde er sich drehen....eben auf viele Punkte...nacheinander)
Nebenbei-schön erklärt und nachvollziehbar, Respekt Picasso!
(Wobei das 4. Bild falsche Bezeichnung, dort müsste 4-Fenster Stössel stehen )

PS Clemens, ich glaube mich erinnern zu können das der Radius der Krümmung 1 Meter ist
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: † odeon8 am 02 Oktober 2010, 13:04:39
@ Rolf: Das mit dem Picasso sehe ich anders - ich würde eher Michelangelo zitieren,
weil man bei dem SIEHT was er meint !

@ Anselm:  :applaus: - anschaulich dokumentiert - die Inkarmation der Stößel  ;D

Thomas
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: cledrera am 02 Oktober 2010, 13:25:11
Zitatdas der Radius der Krümmung 1 Meter ist
Danke!

Das heißt, dass der Stößelboden ausgesprochen "sacht" oder wenig gekrümmt ist, gut zu wissen.
Paßt bei mir ins Bild. Hier meine Vermutungen:
Stößel, egal mit welchem Boden, drehen sich im Rahmen des Anstosses der Nockenwelle, soweit
die seitlich wirkenden Kräfte nicht ad hoc in eine horizontale Bewegung umgesetzt werden.
Stößel mit geradem Boden können mit steigenden Umdrehungszahlen dieses Mehr immer schlechter umsetzen.
Das von Rütz irgendwo eingangs beschriebene Kippmoment führt letztlich hierzu.
Stößel mit balligem Boden führen, was Picasso`s karmatöse Zeichnungen zeigen, bereits bei normalen, d.h. geraden Nockenwellen
zu einem verbesserten Übergang bzw. einer verbesserten Übertragung der seitlich wirkenden Kräfte in die horizontale Bewegung.
Im Vergleich zu den "geraden Stößeln" dürfte der Teil der seitlichen von der Nockenwelle kommenden Kraft, welcher nicht ad hoc
in horizontale Bewegung umgesetzt wird, dadurch noch kleiner sein.
Zugleich ist die Drehneigung infolge der "Balligkeit" naturgemäß erhöht.

Die Belastung der Nockenwelle ist geringer.
Jetzt wundert es mich auch nicht mehr, dass eigentlich ideale Stößelform die Rolle ist.

Clemens

PS: Wenn ich von Drehen schreibe, meine ich nicht, dass sich die Stößel wie Propellerblätter drehen, sondern die Tendenz haben sich wegzudrehen.

Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: rolf am 02 Oktober 2010, 14:37:06
Zitat von: odeon8 am 02 Oktober 2010, 13:04:39
@ Rolf: Das mit dem Picasso sehe ich anders - ich würde eher Michelangelo zitieren,
weil man bei dem SIEHT was er meint !

@ Anselm:  :applaus: - anschaulich dokumentiert - die Inkarmation der Stößel  ;D

Thomas


Blaue Periode!
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Rütz am 02 Oktober 2010, 17:56:18
@Rolf
Uups.. :kopfhau: , danke.  Fehler ist korrigiert.
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Stefan am 02 Oktober 2010, 18:52:20
Zitat von: rolf am 02 Oktober 2010, 14:37:06
Blaue Periode!

Dafür aber sehr nüchtern gemalt.
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: rolf am 02 Oktober 2010, 18:59:52
Ist ja auch lange her ;D
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: rolf.soler am 02 Oktober 2010, 20:14:26
ich hab da schon vor längerem mal abgehängt....aber jetzt Frage: 2-Fenster Stössel sind also ballig, und 4-Fenster-Stössel flach ? oder nicht zwingend ? Ich hab nämlich neue 4-Fenster-Stössel in der R27 drin (Neubau von Huggett = Rabenbauer = BMW mobile trad.), die vorherigen sind auch 4-Fenster...ist das jetzt falsch ?
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: cledrera am 02 Oktober 2010, 20:40:09
Nach dem bisherigen Stand von Jugend forscht: Ja!
Sind Deine Stößel mit 4 Fenstern und ballig?
Das wäre neu!

Geh mal kucken  ;D
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Rütz am 02 Oktober 2010, 20:52:52
@Rolf.S
Es kommt letztlich auf deine Nockenwelle an. Du hast ja eine sehr frühe R27, oder?
Auch Peter63 meinte letztens, daß die allerersten R27 wohl noch breite, zylindrische Nocken gehabt hätten.
Also:
- Sind deine Nocken gleich breit wie die Stößel (~20 mm), dann sind flache Stößel original und nicht schädlich.
- Sind deine Nocken kaum mehr als halb so breit (11-12 mm), dann brauchst du unbedingt ballige Stößel und die haben eigentlich immer 2 Fenster.

Ist aber interessant mit deinen 4-Fenster Stößeln. Rabenbauer hat keine. Da steht seit Jahren (und gerade noch im Online-Shop geschaut):
Art.-Nr.: 11 32 0 033 102   Stößel 4 Fenster R24 - R60, ersetzt d. 11 32 0 033 127
Art.-Nr.: 11 32 0 033 127   Stößel 2 Fenster, R27, R50 - R60/2, orig.

Rütz
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: rolf.soler am 02 Oktober 2010, 21:42:12
- Die Nocken sind schmal (schätze 12 mm)....und haben einen leichten Winkel..die Stössel stehen nicht mittig darauf...Situation also wie die Zeichnungen 1-4 oben (ausser vielleicht den Stösseln...)
- die alten Stössel sind definitiv 4 Fenster. aber mit dem Haarlineal sind sie nicht ganz eben - aber max 0,05 mm gewölbt (ist das ballig ? oder einfach abgenutzt?)
- Huggett hat im Katalog auch nur 2-Fenster-Stössel....benannt "R50-R60/2, R27"

ich bin daher nicht mehr 100% sicher, ob die neu eigebauten neuen Stössel wirklich 4 Fenster waren....oder doch die 2 Fenster aus dem Katalog...? Ich denke allerdings., es wär mir aufgefallen wenn die anders ausgesehen hätten als die alten...Rechnung finde ich leider grad nicht. Ich muss Huggett mal anfragen (oder den Zylinder demontieren... :kotz: )
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: rolf am 02 Oktober 2010, 23:13:41
also 0,05mm ist ballig....zweitens: Nachbauten sagen nichts...4 fenster ballig gibt es bestimmt auch und vice versa...es sind halt Nachbauten, wer weiß was die da nachgebaut und gemischt haben!
Rolf
PS  und trotzdem!
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: cledrera am 03 Oktober 2010, 00:02:30
Aber wir sind uns doch noch einig, dass die alten 4-Fenster-Stößel durch 2-Fenster-Stößel abgelöst wurden,
weil die 2-Fenster-Stößel höher belastbar sind?

Clemens
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: rolf am 03 Oktober 2010, 08:45:33
Bis auf das Letzte....ja.
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: cledrera am 03 Oktober 2010, 18:52:43
Weshalb sonst 2-Fenster-Stößel?
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: rolf am 03 Oktober 2010, 22:30:31
Eingeführt wurden sie:
1. billigere Herstellung (2 Fenster anstelle von 4)
2. Stabiler bei hohen Drehzahlen
3. mit der Balligkeit....hat primär nichts mit der Anzahl der Fenster zu tun


2. ist leider nichts für uns....wegen der Balligkeit...die haben extrem schnell Pitting
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: cledrera am 04 Oktober 2010, 08:07:07
Danke

Clemens
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Mopedwoife am 04 Oktober 2010, 09:11:00
Also bleibt eigentlich nur noch die Balligkeit wegzuschleifen und die Lauffläche zu läppen. Wie tief reicht denn die Härtung der Lauffläche in den Stössel?
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: † Knut am 04 Oktober 2010, 09:32:55
Wolfgang,

es dauert ein zwei Tage, dann habe ich meinen alten 2 Fenster Stößel untersucht. Ich muß ihn trennen, anschleifen und ätzen. Ich melde mich.

Knut
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: † Knut am 06 Oktober 2010, 10:55:12
So, Schliff ist fertig:

Objekt: 2-Fenster-Stössel mit balliger Lauffläche. Herkunft und Laufleistung unbekannt, wurde aus R27 Bj. 1960 / Nr. 372 xxx gezogen. Erheblicher Verschleiß an Zylinderfläche läßt auf hohe Laufleistung schließen. NW-seitige Lauffläche unauffällig ohne Pitting.

Preparation: Längsschnitt + autom. Polieren + 2,0% Salpetersäure. Hellfeldbeleuchtung

Fragestellung: Kann die Lauffläche geschliffen werden, um die Balligkeit einzuebnen?

Bild 1: Ausschnitt der Lauffläche NW-seitig (geäzt).

(https://bmw-einzylinder.de/forum/proxy.php?request=http%3A%2F%2Fwww.bmw-einzylinder.de%2Fbildergalerie%2Falbums%2Fuserpics%2F10864%2FAusschnitt_Stoessel_R27_NW-seitig.jpg&hash=599d90de745d775af2830f7782da2ef3658c12c3)

Zu erkennen ist eindeutig rechts ein großerer Bereich auf der Lauffläche, an dem eine Gefügeumwandlung infolge einer Wärmebehandlung stattgefunden hat. Die Zone hat eine verbleibende Tiefe von min. 2,0mm.
Zusätzlich wurde die Härte auf der Lauffläche mit 520 HV ± 25 HV gemessen, der weitere Härteverlauf wurde nicht untersucht.

Die Fragestellung kann eindeutig mit "ja" beantwortet werden, wenn der Abtrag kontrolliert und deutlich unter der Größenordnung der Umwandlungszone (< 2,0mm) erfolgt.

Grüsse aus dem Labor von

Knut

P.S.: Wenn man ganz viel wegnimmt (so ca. 1,5mm), kann man 3,7gr aus dem Stößel rausholen. Das bringt bestimmt 200 min-1 zusätzlich  ;D
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: cledrera am 06 Oktober 2010, 10:59:44
 :applaus: :applaus:
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: rolf am 06 Oktober 2010, 11:01:01
Klasse Knut (demnächst nur noch KK!),
also kann ich das dahingehend interpretieren das ich Pittingstössel problemlos runterschleifen kann (natürlich nur um max. 1,5mm)?
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: † odeon8 am 06 Oktober 2010, 15:52:39
Boah Ey !

:respekt:

:applaus:

Thomas b(eeindruckt)

Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Mopedwoife am 06 Oktober 2010, 15:59:02
Hi KK,

kann mich nur anschliessen!

Dann kann ich beruhigt meine begradigten Stössel fahren!

Viele Grüße

Wolfgang
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: cledrera am 06 Oktober 2010, 18:07:26
ZitatDann kann ich beruhigt meine begradigten Stössel fahren!

Guter Satz, da er zur Nachfrage führt:
Wenn man die Stößel begradigt, wie härtet man dann die neue Auflage richtig?

Clemens
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Mopedwoife am 06 Oktober 2010, 18:16:28
Hi Clemens,

gar nicht! Die Balligkeit beträgt gerade mal so viel, dass man es mit normalen Auge fast nicht sieht.

Wenn die Balligkeit abgedreht wird und danach geläppt, nimmst Du vielleicht 0,1 mm vom Material weg. Die gehärtete Schicht ist aber ca. 2 mm stark.

Also brauchst Du nur begradigen und gut ist´s.

Brauch nur noch jemanden, der das ganze ausführt  :(... Kann das wer von euch?

Viele Grüße,

Wolfgang
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: Mopedwoife am 06 Oktober 2010, 18:24:30
Anbei noch zwei Fotos von den neuen Stösseln mit 2 Fenstern:

Bei den Fotos sind die beiden Stössel an der Lauffläche zusammengelegt und gegen das Licht fotografiert, dann kann man die leichte Balligkeit gut sehen.
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: cledrera am 06 Oktober 2010, 18:29:03
Hi Wolfgang,
das klingt stimmig.
Trotzdem  8), man könnte ja auch versuchen alte verbrauchte gerade Stößel abzudrehen usw. um sie wieder zu verwenden.
Und die alten Dinger,die ich dabei im Auge habe, haben sicherlich mehr als 0,1 überflüssiges Material.
Da müsste es doch, für alle Fälle, eine Härteprozedur geben, welche uns auf die sichere Seite bringt.
Nur: Wie geht das konkret? Was ist das für Stahl, aus dem die Stößel sind?

Clemens

PS: Danke für die Fotos. Sehr anschaulich!
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: † Knut am 06 Oktober 2010, 18:51:07
Zitat von: cledrera am 06 Oktober 2010, 18:29:03
Was ist das für Stahl, aus dem die Stößel sind?

Clemens


Mahannn, warte ein paar Tage - Rom ist auch nicht in zwei Tagen erbaut worden. Solch' eine Spektrosgraphie braucht seine Zeid!
Die Stücke sind im Labor und die kommenden Herbstferien in Bremen und Niedersachsen werden genutzt, um das Labor anderweitig auszulasten  :D
Der Härteverlauf wird auch noch gemacht.
Wäre doch gelacht, wenn wir den Geheimnissen dieser blöden Stößel nicht auf die Spur kommen. Bisher kann ich nur sagen, dass sie gegossen und danach gespant wurden. Warum die Zylinderlauffläche nicht gehärtet wurde, weiss ich noch nicht.

Wolfgang, Du kannst abschleifen - der Rest ist "The Cherry on the Top"!

Knut

P.S.: Dank' an Wolfgang und Thomas
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: gradweg am 06 Oktober 2010, 19:21:59
Hi,

Wolfgang, kleine pittings kannst du auch nach heimwerkermethode rausschleifen,mache das so , wie ich die vergaserflansche begradige.

schleifpapier auf eine geschliffene stahlplatte spannen oder kleben,schön plan aufsetzen,dann so lange schleifen bis die pittings weg sind.

dauert,aber was man selber macht kostet nichts.

gruss reinhold
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: cledrera am 06 Oktober 2010, 20:06:42
N`abend Kroßer Knut,
werde geduldig warten.
Konnte ich ahnen, dass Du soweit analysieren wolltest?
(Ja, konnte man  :kopfhau:)
Ist aber auch zu spannend; großes Kino.

Clemens g(eht Popcorn und Cola holen)
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: berndr253 am 07 Oktober 2010, 00:05:48
Zitat von: Knut am 06 Oktober 2010, 18:51:07
Warum die Zylinderlauffläche nicht gehärtet wurde, weiss ich noch nicht.
Knut

Da kann ich vielleicht was zu sagen. Kolben und Zylinder bilden eine Gleitpaarung, die mit der Ölschmierung einen niedrigen Reibbeiwert hat. Das Honen der Zylinderoberfläche (Kreuzschliff) führt dazu, dass sich Öl in den "Vertiefungen" ansammeln kann und der Kolben auf einem Ölpolster "schwimmt". So sollte es zumindest sein. Die gehonte Oberfläche wird mit zunehmender Laufleistung glatt - jedoch sind die Honspuren selbst nach langen Betriebszeiten noch sichtbar und funktionstauglich.
Wird die gehonte Fläche gehärtet bleibt die Oberfläche "rauh" - das Einlaufen findet nicht mehr statt und der Kolben wird nach und nach "zerrieben". Das Einfahren dient also nicht nur dazu die Kolbenringe einzuschleifen sondern auch die "rauhe" Oberfläche des Zylinders optimal zu glätten.

Der gleiche Effekt tritt auch bei trocken laufenden Systemen auf - hier ist der Einlaufvorgang von Kolben (in der Regel beschichtet) und dem Zylinder noch wesentlich intensiver.
Meine Versuche mit sehr harten Oberflächen (Hartchrom) haben gezeigt, dass hier das Einlaufen nicht mehr stattfinden kann - die Beschichtung des Kolbens reibt sich sehr schnell ab und das System ist reif für die Tonne. Versuche mit gehärteten Oberflächen zeigen, dass es für eine definierte Laufpaarung beispielsweise "Modifiziertes PTFE/Stahl" eine Härte für Stahl gibt bei der das System extrem langlebig ist.
Ich gehe davon aus, dass dies auch auf geschmierte Systeme übertragbar ist.

Bernd
Titel: Re: Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: † odeon8 am 07 Oktober 2010, 12:26:09
Zitat von: berndr253(...)  dass sich Öl in den "Vertiefungen" ansammeln kann

stimmt - wir haben vor einiger Zeit mal eine Laseranlage für BMW gebaut
die genau diese Vertiefungen in der Zylinderlauffläche erzeugt.

Thomas
Titel: Re:Schleicher Nockenwelle mit Ulis Nockenwellenrad
Beitrag von: † odeon8 am 18 März 2011, 18:20:02
Nachtrag: Falls jemand seine Welle selber schleifen will - hier  (http://www.ib-fb.de/html/nockensm.html)ein Vorschlag.
Das gezeigte Profil ist auch für unsere Flachstößel geeignet - nicht nur für Rollenstößel /-Kipphebel.

Thomas