BMW Einzylinder-Forum
ALLES RUND UM´S THEMA OLDIE-RESTAURATION => Die Mechanik und ihre Tücken => Thema gestartet von: lurch-salamander am 06 März 2010, 14:36:42
Hallo zusammen,
Meine 25/3 habe ich bislang noch motortechnisch nicht weiter untersucht (habe die alte Dame nun ca. 3 Monate und mich bislang mit den anderen Baustellen (Elektrik, Vergaser und Lack) beschäftigt). Nun stehen die ersten Fahrten für weitere Einstellungen an. Motor läuft nach meiner Einschätzung ganz ordentlich; Ölwechsel durchgeführt.
Muss / sollte ich vor den ersten Fahrten irgendwelchen Ölschlamm entfernen oder zur Sicherheit einen Blick in den Motor werfen ? (Wenn ja, welche Arbeiten würdet ihr empfehlen ? (Ich tendiere normalerweise eher zu "don´t touch a running System..")
Freue mich auf Eure Meinung !
Gruß
Mathias
Je nach dem, was sie gelaufen hat würde ich zumindest die Ölwanne mal abschrauben. Wenn die komplett voll Schlamm ist würde ich doch mal weiter schauen.
Bei meiner passte fast kein Öl mehr in die Wanne. ;D
LG Peter
Hallo Mathias,
viele Motoren die ich überholt habe sind am verschlampten Ölschleuderblech gestorben.
Wenn der Vorgänger die Ölwechselintervalle nicht eingehalten hat oder der Motor
schon lange unterwegs war, füllt sich dort einiges an.
Leider kommt man an das Ölschleuderblech nur mit einer Totalzerlegung des Motors ran.
Es gibt auch kein Mittel diesen Schlamm (Kruste) ohne zerlegen zu reinigen.
Wenn der Motor eine gute Pflege hatte ist mindestens 30.000km alles o.k.
Meine eigenen Motoren wiesen kaum Ablagerungen auf.
Vermutlich eine Folge durch gutes und regelmäßig gewechseltes Öl.
Gruß F.-M.
Hallo F.-M.,
danke für Deine Antwort. Ich werde jetzt mal die Ölwanne abnehmen; sollte dort Schlamm sein, so werde ich den Motor vielleicht im kommenden Winter zerlegen. Bis dahin werde ich einfach häufiger Ölwechsel machen.
Gruß
Mathias
Morgen Mathias,
damit ist das Problem nicht aus der Welt geschafft. Das Ölschleuderblech hat die dumme Angewohnheit überzulaufen, wenn es komplett gefüllt ist. Das bedeutet in letzter Konsequenz, daß der weiter abgeschiedene Dreck in den hohlen Hubzapfen läuft, sich hier durch die Zentrifugalkräfte absetzt und dabei die beiden dünnen Schmierbohrungen für das Pleuellager zusetzt. Der Hubzapfen ist extra hinterdreht, damit im Normalfall Öl zurückgehalten und durch die Bohrungen gedrückt wird. Leider funktioniert das auch bei Schmutz. Und das ist über kurz oder lang das Ende des Pleuellagers.
Ich habe bereits einige Motoren gesehen, die so aussahen. Es ist natürlich superlästig, die Kurbelwelle zu ziehen, um an das Ölschleuderblech zu kommen. Ich würde es aber machen. :oberlehrer:
Viele Grüße
Jörg
Zitatdie Kurbelwelle zu ziehen
tut auch gar nicht weh.
Was aber schmerzt, ist ein volles Schleuderblech und einen innen zerdengelten Motor bzw. die so zerstörte Kurbelwelle ankucken zu müssen.
Das wird unnütz teuer.
Wie sieht es mit Deinen handwerklichen Fähigkeiten aus? Falls Du keine grundsätzlichen Probleme mit dem schlossern hast, kriegst Du das hin.
Ich glaube, wir kriegen Jörg auch ohne Gewalt dazu, im Zweifel den Telefonjoker ;D zu geben.
Clemens
PS: Hast Du mal überlegt, dass häufiger Ölwechsel auch zum lösen von Ölresten/Dreck führen kann, der dann dort hinkommt, wo er maximalen Schaden anrichtet (Murphy`s Gesetz lässt grüßen).
Zitat von: sigi_rs am 10 März 2010, 07:50:41
Ich habe bereits einige Motoren gesehen, die so aussahen.
Ich nur einen.
Nämlich meinen.
Leider.
Hallo Jörg,
danke für die Erläuterung. Klingt leider plausibel....
@Clemens:
Ich habe zwar keine grundsätzlichen Probleme beim Handwerkern, allerdings muss ich mir natürlich erst mal das passende Sonderwerkzeug besorgen. Außerdem wollte ich natürlich jetzt erst mal ein paar Kilometer fahren und genießen. Das mit dem Dreck lösen durch häufigen Ölwechsel klingt leider auch plausibel....
Vielen Dank für Eure Meinungen und Eure Tipps hierzu !
Gruß
Mathias
Zu dem mit den Dreck lösen durch häufigen Ölwechsel lese dir nochmal Clemens tret genau durch...obwohl Anwalt...nicht kleingedruckt!...und (trotz ;D) Anwalt: RICHTIG!
:-*
Zitat von: sigi_rs am 10 März 2010, 07:50:41
Ich habe bereits einige Motoren gesehen, die so aussahen. Es ist natürlich superlästig, die Kurbelwelle zu ziehen, um an das Ölschleuderblech zu kommen. Ich würde es aber machen.
Soll ich jetzt Paula´s Kurbelwelle auch noch ziehen ?
:-\\
Thomas
Dieter Höhn hat doch höchstens(!) 2000km damit rumgeorgelt...wozu also?
gottseidank :-*
....so schaut´s dann eventuell aus wenn noch keine GROSSE Menge Schmutz im Ölschleuderblech ist.....
Ist schon erstaunlich was so eine Zentrifuge so alles aus dem Öl heraus schleudert,was?
Ich hatte auch mal eine Scheibe entleert,war sauschwer raus zu bekommen und betonhart das Zeug.
Ich werde gleich mal einen Ölwechsel auf die Liste setzen,da bekommt man ja Angst,wenn man das so liest!
Gruß André
Rolf, da war die aber noch lange nicht voll. Da würde noch was gehen...
....und das Zeugs kann man mit einem Magneten anziehen!! Probier's mal.
Knut
Moin Knut,
...stimmt, da wäre noch was reingegangen. Das Problem ist jedoch, man weiß das nicht, wenn man keine Information darüber vom Vorbesitzer hat, der vielleicht selbst keine Ahnung hatte usw....
Lange Gespräche am Edersee mit Heiko, Jörg, Axel und Hannes, schon sehr gegen Morgen mit etwas Grappa für die geistige Fitness .... da hat´s gefunkt und ich dachte, wenn schon honen und neuer Kolben und Kopf - also wenn obenrum technisch fit dann auch untenrum! In Kürze ist mein Restaurationsbericht fertig, dazu dann mehr.....
Aktueller Stand: Motor dreht, Zündung ist eingestellt (heut grad mit Strobolampe gemacht!!!), mit dem Vergaser kämpfe ich noch ein wenig, sobald der Tank vom Lackierer kommt werden die Bremsen eingestellt und dann solls erst mal zum TÜV gehn.
Grüße
Rolf
Zitatund das Zeugs kann man mit einem Magneten anziehen!! Probier's mal.
Wie darf ich das den verstehen?
a) Man soll einen Magneten einbauen, damit das Zeug an demselben haftet und nicht mehr im Ölschleuderblech pappt?
b) Man soll das Ölschleuderblech magnetisieren (mit 12 V geht das ja vielleicht); damit es das Zeug abstößt?
oder
c) Kauf Dir einen Riesenmagneten, halt das Ölschleuderblech gut fest und dann ..
Rätsel über Rätsel
Clemens N(icht schlagen)
Hallo Clemens
Ich glaube Knut meinte damit, dass da auch eine Menge Metallabrieb vorhanden sein könnte.
Gruss Daniel
Sicher Daniel,
davon gehe ich aus. Nur: Ist etwas besonders hilfreich beim Entfernen des Zeugs an der Nummer mit dem Magneten oder soll das nur der Analyse des Zeugs dienen?
Clemens
Hallo Clemens
Sicher ist die mechanische Entfernung die wichtigste. Ich habe ja gerade das Ganze hinter mich gebracht. Eine chemische Nachbehandlung hat aber noch erschreckend viel "Schmodder" zu Tage gebracht. Das bekommst Du so einfach nicht raus, da ja auch die Sicht eingeschränkt ist. Ich habe das Teil mit "Profi" von Taski eingeweicht und war dabei ordentlich erschrocken, was noch rausgekommen ist..
Gruss Daniel
Zitat von: RolfD am 12 März 2010, 15:27:02
....so schaut´s dann eventuell aus wenn noch keine GROSSE Menge Schmutz im Ölschleuderblech ist.....
Biete mehr:
und das Zeug ist magnetisch (siehe Bild 3). Also auch etwas pulverisierter Motor dabei :)
...jou, das hat sich jetzt richtig gelohnt mit der Reinigungsaktion....
anbei mal ein Bild mit Bohrungen für die Schmierung durch den Ölkreislauf.
Das kleine schmiert den Kolben. Kann man sich gut vorstellen, wenn Ölschmodder diesen Weg verstopft. Wird dann richtig Reibungswärme frei!!!
ZitatDas kleine schmiert den Kolben.
Was passiert eigentlich, wenn man das "Kleine" etwas aufreibt?
Clemens
Clemens:Noch weniger Druck!
Rolf:2. Geht auch ohne Loch...s. -> 25/3 und die letzten 27 (?)
Zitat von: rolf am 16 März 2010, 11:02:55
ohne Loch...s. -> ...die letzten 27 (?)
...? Wirklich?... meine hat noch, Bj. ´66... Fgst.-Nr. weiß ich jetzt nicht.
Heiko
lege ich meine hand nicht für ins Feuer...habe ich irgendwo aufgeschnappt.
ZitatNoch weniger Druck!
Sicherlich, lag auf der Hand.
Aber schadet das?
Clemens
Naja....andererseits, je mehr dort ...desto weniger hier (im zylinderkopf)
Rolf kuck weg modus an
Jungs, ich diskutiere lieber mit zwei älteren Richtern drei Stunden, bevor ich nochmal so naiv an Rolf`s Antwort zweifle.
Rolfkuck weg modus aus
Rolf,
hast schon (wieder) Recht.
Die Weisheit "Die Menge des Öls ist endlich", sollte man tatsächlich beachten.
Clemens
Blinzel
Ach, papperlapapp.
Guck Dir unseren Daniel an. Der fährt auch Jahre ohne Ölröhrchen im Zylinderkopf. Sooo schlimm kann das gar nicht sein. Nur dürfte es schwierig sein, eine gekröpfte Reibahle zu bekommen, um an das Loch heranzukommen. Das waren Spezialwerkzeuge, die es heute so nicht mehr gibt. :lol:
Viele Grüße
Jörg ;D (Glaubt mir bitte kein Wort und lasst die Bohrung so, wie sie ist! Mehr Öl im Kopf ist mehr Wärmeabfuhr!)