BMW Einzylinder-Forum

ALLES RUND UM´S THEMA OLDIE-RESTAURATION => Die Mechanik und ihre Tücken => Thema gestartet von: Oli.P am 21 Dezember 2009, 10:41:40

Titel: Rundlauf Kurbelwelle
Beitrag von: Oli.P am 21 Dezember 2009, 10:41:40
Hallo Zusammen,
ich bin gerade dabei meinen Motor wider zusammenzubauen (Kurbelwelle ist seit Freitag drin), da konnte ich mir eine Messuhr und Stativ von einen Nachbarn ausleihen.
Da habe ich doch mal spasseshalber den Schlag der Kurbelwelle (KW) kontrolliert und siehe da:
0,06mm!
Orientiert habe ich mich an der Prüfung in der Rep-Anleitung. Der Unterschied zwischen den Prüfungen ist allerdings, das meine KW schon eingebaut ist, und die KW in der Rep. Anleitung uf zwei Prismen aufgelegt ist.
Die Soll Vorgabe in der Rep-Anleitung ist: 0,02mm
=> so ein Mist!!!

Normalerweise würde ich diese Frage ja nicht stellen (denn nio ist nio) und es müsste die KW natürlich gerichtet werden.
aber...trotzdem wurde mich eure Meinung interessieren nach den Motto:
1. Lass die KW, so wie sie ist!
2. Bist du verrückt, die KW muss raus und gehört gerichtet!
....
Was ist eure Meinung?
MfG
Olaf aus den verschneiten Solingen

Titel: Re: Rundlauf Kurbelwelle
Beitrag von: † Knut am 21 Dezember 2009, 11:21:13
2. !

geht doch schnell und beruhigt das Gewissen.

Knut
Titel: Re: Rundlauf Kurbelwelle
Beitrag von: cledrera am 21 Dezember 2009, 11:35:00
Wie du schon gesagt hast
Zitat=> so ein Mist!!!
. Wie Knut gesagt hat: Raus, richten und nochmal.

Clemens

Titel: Re: Rundlauf Kurbelwelle
Beitrag von: Oli.P am 21 Dezember 2009, 11:42:10
Hi Knut,
danke für dein Anwort.
Das Richten geht schnell?
Aber ist es schwer durchzuführen - habe ich noch nie gemacht und ein bischen Angst davor)
Ich würde das jetzt folgendermaßen machen, denn ich möchte die KW nicht wieder zerlegen.

Zuerst baue ich die KW wieder aus.
Anschließend nehme ich ein Prisma und lege die KW mit den Aussenring des hinteren KW-Lagers in das Prsma hinein. Vorne würde ich die Welle im Deckel lassen.
Danach müsste ich die Welle noch waagerecht ausrichten und den Ort mit den max Schlag ermitteln und kennzeichen.
Anschließend würde ich die Welle und mit gezielten Schläge (Gummihammer) auf die Wangen entgegen des Schlages richten.
Zuerst mit vorsichtigen Schlägen um sich ranzutasten - ich habe ja keine Erfahrungswerte.
Dabei würde die Welle aber nicht mit den Lagern aufliegen, da dies Schaden nehmen würden, sondern außen, wo die Konen sind (Vorne kann man ja eine Schraube M8 reindrehen und dort aufnehmen)
Oder wie würdest du das machen?
Die Lager möchte ich ungerne ausbauen.
MfG
Olaf


Titel: Re: Rundlauf Kurbelwelle
Beitrag von: † Knut am 21 Dezember 2009, 12:49:56
Olaf,

das Pleuellager bleibt drin, nur die KW-Lager sollten abgezogen werden. Schau mal in die Instandsetzungsanleitung der 25 - 25/3 (http://www.bmw-einzylinder.de/Start/tips/handbuecher/anleitung/instandsetzung.pdf). Da steht auf Seite 20, wie es geht.

Viel Glück beim Richten

Knut
Titel: Re: Rundlauf Kurbelwelle
Beitrag von: † odeon8 am 21 Dezember 2009, 12:57:57
Hallo Olaf,

das mit der Schraube kannst Du getrost vergessen - wenns an der KW
um 1/100 geht kann eine M8 niemals die Welle vorn genau zentrieren.  :o

Ich habe Dir mal die Seite 20 aus der R25 Anleitung angehängt
(Du sagtest nicht um welchen Motor es sich handelt . . . )

Thomas
Titel: Re: Rundlauf Kurbelwelle
Beitrag von: Stefan am 21 Dezember 2009, 13:07:33
Olaf,

wie bewegt sich der Zeiger der Meßuhr während des Drehens der Welle? Pendelt der gleichmäßig zwischen Min.- und Max.-Ausschlag hin und her oder springt er an einer Stelle? Bei Letzterem hätte das Lager eine Macke oder ist verdreckt und meine Antwort ist: 2. Bei Ersterem schließe ich mich meinen Vorschreibern an und wähle die 2.

Wie schwer gingen die Hauptlager auf die KW-Zapfen?

Gruß
Stefan
Titel: Re: Rundlauf Kurbelwelle
Beitrag von: Oli.P am 21 Dezember 2009, 13:20:35
Hi Stefan,
der Zeiger auf der Messuhr bewegt sich kontinuierlich bis zu einen Max, um dann wieder auf ein Minimum zurückzukehren.
Dummerweise habe ich die Hauptlager gerade neu drauf und möchte sie nicht wieder abziehen, da sie dabei Schaden nehmen würden.

Ich werde in Anlehnung an Rep-Anleitung die Welle (mit den Hauptlagern) versuchen zu richten.
Bisher waren alle Schrauber für ein Richten der KW und ich würde mich auch über pot. Folgeschäden (zB. undichte Simmerringe) ärgern.
Mal sehen, wie es klappt! Ich bin gespannt, welche Kräfte wirken müssen um den Schlag zu verkleinern!

Besten Dank an euer Feedback
MfG
Olaf (der sich ärgert, dass er die KW nicht vorher kontrolliert hat!)
Titel: Re: Rundlauf Kurbelwelle
Beitrag von: sigi_rs am 21 Dezember 2009, 13:58:18
Hallo Olaf,

ich wäre auch für rausbauen. Incl. Lager abziehen. Sonst wird das nichts.

Woher hast Du die Kurbelwelle? Das würde uns alle interessieren, glaub' ich.

Viele Grüße
Jög
Titel: Re: Rundlauf Kurbelwelle
Beitrag von: berndr253 am 21 Dezember 2009, 15:00:39
Hallo Olaf,

zum Richten der Kurbelwelle - Welle ausbauen und alle Lager runterziehen/abpressen

Und dann die Messung nach Vorgabe noch einmal durchführen!!!

Wie groß ist die Abweichung zwischen Minimal und Maximalwert des Ausschlags bei der Messung und wo liegen das Minimum und Maximum genau??

Du musst einen Kupfer oder Bleihammer zum Richten nehmen - mit einem Gummihammer kannst Du nichts "ausrichten". Ausserdem muss die Welle muss beim Richten FREI sein, darf also nicht in der Lagerpunkten aufliegen.
Leg die Welle am besten auf irgendwas weiches, so dass diese dem Schlag ein wenig folgen kann.

Die Frage ob Du die Welle richten kannst hängt auch wesentlich davon ab wo der "Schlag" ist - wenn dieser auf der Achse "Pleuelzapfen - Mitte Kurbelwange" liegt muss die Welle mit einer Presse gerichtet werden, also die Wangen entweder zusammengedrückt oder auseinandergezogen werden. So etwas wäre auch ein Zeichen dafür, dass der Pleuelzapfen nicht korrekt eingepresst wurde.
Aber das steht ja auch alles im Werkstatthandbuch (WHB).

Wenn Du mit dem Richten nicht klar kommst geb die Welle einfach zu einem Motoreninstandsetzer, der so etwas jeden Tag macht - man muss nicht alles können, man muss nur jemanden kennen der das Gewünschte kann.

Gruß

Bernd
Titel: Re: Rundlauf Kurbelwelle
Beitrag von: Stefan am 21 Dezember 2009, 15:40:34
Zitat von: berndr25 am 21 Dezember 2009, 15:00:39
Wenn Du mit dem Richten nicht klar kommst geb die Welle einfach zu einem Motoreninstandsetzer, der so etwas jeden Tag macht - man muss nicht alles können, man muss nur jemanden kennen der das Gewünschte kann.

In der Nähe von SG z.B. der hier: http://www.kurbelwellenkamradt.de/

Titel: Re: Rundlauf Kurbelwelle
Beitrag von: Oli.P am 21 Dezember 2009, 16:40:04
Hallo Zusammen,
zur "Quelle" der KW:
Die Kurbelwelle hatte ich nicht als Austauschteil bezogen, sondern war in meinen Motor verbaut.
Da dieser als "Scheunenfund" bezeichnet werden kann, ist die Historie unbekannt. Daher habe ich den Motor zerlegt um das Schleuderblech zu säubern, bzw. den Motor neu zu lagern. Es ist zu vermuten, das der Schlag schon vorher vorhanden war.
Die neuen Hauptlager möchte ich ungerne wieder abziehen, da ich Angst habe sie zu beschädigen, weil der Abzieher an den Aussenringen greift und ich die Kraftübertragung über die Wälzkörper erfolgen würde. Daher überlege ich mir ein geeignete Aufnahmevorrchtung zu bauen. Die Welle habe ich bei der Montage abgekühlt und die Lager erhitzt, so das sie quasi auf die Welle mit relativ wenig Kraftaufwand zu schieben waren. Als der KW-Stumpf die Wärme aufgenommen hatte, bewegte nichts mehr. Für mich war die Montage ok.

Zum Schlag:
Die größte Auslenkung des Schlages ist am oberen, bzw. unteren Totpunkt und beträgt ca. 0,06 mm (6/100mm keine Zentel...:-)

Die Idee mit den Kupfer / Bleihammer ist gut und ich werde mir nochmal die Rep-Anleitung studieren. Entsprechendes Werkzeug würde ich mir ausleihen.  Obwohl ich mir bewußt bin, dass das Richten nicht einfach ist und entsprechende Fachkenntnisse voraussetzt, möchte ich einen Versuch wagen. Wenns nicht klappt, kann ich immer noch zum Instandsetzer gehen. Und wenn die Position des Schlages so ungünstig ist, dass eine Presse benötigt wird, bleibt mir eh nichts anderes übrig. Danke nochmals für euer Feedback.
MfG
Olaf
Titel: Re: Rundlauf Kurbelwelle
Beitrag von: Rütz am 21 Dezember 2009, 18:40:42
ZitatDie größte Auslenkung des Schlages ist am oberen, bzw. unteren Totpunkt ...

Na dann hast du ja Glück und brauchst den Hammer gar nicht.
In diesem Fall müssen ja nur die Wangen im Schraubstock zusammen- (oder halt mit Keilen auseinander-) gedrückt werden.

Rütz
Titel: Re: Rundlauf Kurbelwelle
Beitrag von: cledrera am 21 Dezember 2009, 19:55:39
@ Stefan,
waren das nicht diejenigen, die auch Zylinder honen können? Machen wollen machen ja Einige.
Hast Du mit denen schon mal Erfahrung betreff eine Kurbelwelle gemacht?

Clemens
Titel: Re: Rundlauf Kurbelwelle
Beitrag von: Stefan am 21 Dezember 2009, 20:31:25
Zitat von: cledrera am 21 Dezember 2009, 19:55:39
@ Stefan,
waren das nicht diejenigen, die auch Zylinder honen können? Machen wollen machen ja Einige.
Hast Du mit denen schon mal Erfahrung betreff eine Kurbelwelle gemacht?

Clemens

Das ist ein derjeniger, weil Einmannbetrieb. Mir hat er die Bultaco-Welle geprüft und gerichtet; ich (!) war zufrieden. Rütz hat dort mal eine Welle wuchten lassen. Und Manfred hat er ein U-aus-F-Pleuel aus meiner (!) Meinung gutem Grund nicht in eine KW eingebaut.

Zylinder bohren und honen habe ich in Köln schonmal bei Eschweiler in der Marsiliusstr. in Sülz und bei http://www.yamaha-emonts.de/ machen lassen.

Gruß
Stefan
Titel: Re: Rundlauf Kurbelwelle
Beitrag von: berndr253 am 21 Dezember 2009, 20:38:08
Nochmal zum Richten der Welle

Ich halte gar nichts davon die Lager beim Prüfen und Ausrichten auf der Welle zu belassen! Selbst wenn die Lager beim Abziehen den Geist aufgeben - dann nimmst Du halt neue - ich weiss ja nicht wo Du Deine Lager kaufst, aber es gibt wirklich preisgünstige Lieferanten!
Aber das ist naturgemäß Deine Entscheidung wie Du vorgehen möchtest - ich wünsch Dir viel Erfolg bei der Aktion!

Bernd
Titel: Re: Rundlauf Kurbelwelle
Beitrag von: Rütz am 21 Dezember 2009, 22:47:49
ZitatRütz hat dort mal eine Welle wuchten lassen.
...und richten (um beim Thema zu bleiben ;D). War ebenfalls zufrieden.
Titel: Re: Rundlauf Kurbelwelle
Beitrag von: guest474 am 22 Dezember 2009, 21:52:20
ZitatUnd Manfred hat er ein U-aus-F-Pleuel aus meiner (!) Meinung gutem Grund nicht in eine KW eingebaut.

Woher weißt Du dass? Hast Du beim Meister Kamradt in der Werkstatt rumgeschnüffelt?
Nur Rütz bekam einen Teil der Kurbelwellen Story mit.
Sage Kamradt einen schönen Gruss von mir.

Gruss Manfred
Titel: Re: Rundlauf Kurbelwelle
Beitrag von: Stefan am 22 Dezember 2009, 22:09:38
Zitat von: Manfred250 am 22 Dezember 2009, 21:52:20
Woher weißt Du dass? Hast Du beim Meister Kamradt in der Werkstatt rumgeschnüffelt?
Nur Rütz bekam einen Teil der Kurbelwellen Story mit.
Sage Kamradt einen schönen Gruss von mir.

Gruss Manfred

Ich habe da nicht rumgeschnüffelt, der hat mich freiwillig reingelassen. Da sah ich dann ein Startnummernhemdchen von der Milano-Taranto an der Wand hängen, wir kamen ins Gespräch: Ich: "Och, da kenn ich einen mit einer Einzylinder-BMW, der will da mitfahren.", er: "Ach nee, heißt der vielleicht Manfred Sowieso und ist auf der Suche nach ein paar PS in seiner Maschine?" und so kamen wir ins Plaudern und er erzählte mir von dem Pleuel.

Gruß
Stefan
Titel: Re: Rundlauf Kurbelwelle
Beitrag von: guest474 am 23 Dezember 2009, 09:02:00
Da siehste mal wieder, wie klein die Welt ist.

Gruss Manfred
Titel: Re: Rundlauf Kurbelwelle
Beitrag von: Oli.P am 27 Januar 2010, 19:49:54
Hallo Zusammen,
ich wollte euch mal auf den neusten Stand zum Thema "Kurbelwelle selber richten" bringen:
Nachdem ich die Welle ausgebaut habe, war mir schnell klar, das es ohne Ausbau der Lager nicht möglich ist die Welle zu richten. Ihr erinnert euch: Anfangs war ich der Hoffnung ich könnte die Lager drin lassen.
Anschließend habe ich versucht die Welle mit einem Kupferhammer zu richten - völlig erfolglos.

Allerdings habe ich auch nichts kaputt gemacht - das ist doch auch was :-)

Dann bin ich doch nach Wesseling zum Richten der Welle gefahren und habe die Welle nach 2 Tagen gerichtet wiederbekommen (und übrigens auch ein nette Unterhaltung gehabt zum Thema "Milano-Rennen und Huberweiterung... die Welt ist klein).

Jetzt brauche ich nur noch neue Hauptlager, da ich die "alten" Lager nicht mehr einbauen will.
MfG aus den kalten Solingen
Olaf

Titel: Re: Rundlauf Kurbelwelle
Beitrag von: Jürgen 57 am 27 Januar 2010, 20:13:27
Hallo Olaf,
gute Entscheidung, denn die Lager sind nicht der Kostenfaktor. Falls Du die nicht bei den einschlägigen Händlern beschaffen möchtest, kann ich Dir gern per PM eine gute Quelle in Remscheid nennen (technischer Handel). Preise zum Vergleich gibt's dann auch.
Es wurden mir Lager aus der SKF Explorer Serie geliefert (WeDi's gibts da auch) - alles für eine 25/3 Motor.

Viele Grüsse aus dem kalten Bergischen Land

Jürgen 57