BMW Einzylinder-Forum

ALLES RUND UM´S THEMA OLDIE-RESTAURATION => Die Mechanik und ihre Tücken => Thema gestartet von: Fupl am 06 August 2026, 15:20:09

Titel: Tank Sanierung, was verbessern?
Beitrag von: Fupl am 06 August 2026, 15:20:09
Hallo zusammen,

ich habe jetzt schon öfter gelesen, dass die /3-Tanks wohl gerne mal undicht werden. Mein Tank ist aktuell zwar noch dicht, aber da er demnächst lackiert werden soll, wollte ich vorher noch etwas fragen:

Wo sind denn die typischen Schwachstellen bei den Tanks? Und gibt es etwas, das man vorbeugend machen kann, damit er später nicht undicht wird?

Außerdem habe ich auf dem Bild die rot markierte Lasche eingezeichnet. Macht es Sinn, die vorsorglich durchzuschweißen, oder bringt das eher nichts bzw. kann dadurch sogar etwas schiefgehen?
Sollte man es eher Verzinnen?



Danke schon mal für eure Tipps!

Der Tank kommt auf meine 25/2 Maschine.
Titel: Tank Sanierung, was verbessern?
Beitrag von: M. Bumerang am 06 August 2026, 16:59:38
Mach eine Rißprüfung an den Schweißstellen
Manfred
Titel: Tank Sanierung, was verbessern?
Beitrag von: strichzwojan am 06 August 2026, 17:43:58
Da gibt es massig Lesestoff. Gib mal in der Suche "Weichlöten" "Hartlöten", "Versiegeln" oder "Tank schweißen" ein...

Alles hat Vor- und Nachteile. Ich würde heute gar nicht mehr versiegeln, weil das nachfolgende Reparaturen sehr problematisch machen kann.

Meine Empfehlung wäre, mit (teurem) Silberlot hartzulöten. Das fließt gut, hält sehr gut, versprödet nicht das Tankblech. Schweißnähte erzeugen im Umfeld der Naht Spannungen oder Materialgefügeveränderungen.

Noch ein Beispiel. Ich ließ von Jemandem, der es wirklich kann, ein kleines Loch (stecknadelkopfgroß) in Benzinhahnnähe schließen. Zuerst sollte es ein Edelstahlpünktchen werden, ging nicht, dann wurde hartgelötet, was gut hielt, aber nun war rund um das Gewinde im Tank alles sprudelnd undicht. Auch dieses Gewinde bzw. der kleine Einsatz musste mit Silber verlötet werden. Ich lernte, dass ab Werk dieser Gewindeeinsatz gar nicht gelötet, sondern nur verpresst wurde! Durch die Hitze hatte sich diese Verpressung bewegt...
Die Tankinnenversiegelung (Kreem weiß) war natürlich an den erhitzten Stellen verbrannt.
Arbeit kann Arbeit nach sich ziehen.
Titel: Tank Sanierung, was verbessern?
Beitrag von: Heiko am 06 August 2026, 19:57:13
Um mal mit einem Vorurteil aufzuräumen:

Silberlot heißt nicht Silberlot, weil es zu 100% aus Silber besteht und 1712 Euro das Kilo kostet.

Silberlot besteht aus Silber, Kupfer, Zink und Zinn welches man in ausreichender Anzahl zum Löten eines Tanks für rund 19 Euro bekommt wenn man es selber machen kann. Ich würde immer vorher nach Anwendungsfall entscheiden ob hart- oder weichgelötet werden sollte oder kann.

Vorne an den Laschen würde ich gar nichts löten, weil die Laschen dann so steif werden, dass es dort garantiert zu Rissen kommt später... eher früher.

Das wird Dir aber der Tankinstandsetzer deines Vertrauens sagen können.

Übrigens ist der Gewindeeinsatz, zumindest bei R 26, im Tank immer Hartgelötet und nicht gepresst. Zumindest bei allen R 26-Tanks die ich in der Hand hatte. Wahrscheinlich auch bei R25/x. Da wird vermutlich durch das Löten daneben das alte Lot weglaufen sein.
Titel: Tank Sanierung, was verbessern?
Beitrag von: strichzwojan am 06 August 2026, 20:14:46
Zitat von: Heiko am 06 August 2026, 19:57:13Silberlot heißt nicht Silberlot, weil es zu 100% aus Silber besteht und 1712 Euro das Kilo kostet.

Du weißt, was aktuell so eine Stange Silberhartlot kostet? Für den Preis kriegst du 8 bis 10 Stangen Messinghartlot. Das Silberhartlot, was ich immer noch verarbeite, hat einen Silberanteil von über 50 Prozent.

Das ist ein bisschen wie mit dem Leberkäse, in dem weder Leber, noch Käse ist...
Und dann fällt mir noch Neusilber ein, auch ein spannendes Material.

Mein Tank ist übrigens von der R24, und da ist das Gewindeeinsatzstück (Innengewinde im Tank) eben ab Werk eingepresst.
Ich schreibe ja aus eigener Erfahrung...

Warum die R24-Tanks meiner Meinung nach die besseren Einzylindertanks sind, hatte ich ja schon mal erläutert.
Titel: Tank Sanierung, was verbessern?
Beitrag von: Heiko am 06 August 2026, 21:16:15
Weiß ich... alles und, dass man nicht reich sein muss um einen Tank mit Silberlot zu reparieren. Ich hatte übrigens von R 26 Tank geschrieben.

Ist auch egal. Du hast Recht...
Titel: Tank Sanierung, was verbessern?
Beitrag von: M. Bumerang am 06 August 2026, 21:53:52
ZitatVorne an den Laschen würde ich gar nichts löten, weil die Laschen dann so steif werden, dass es dort garantiert zu Rissen kommt später... eher früher.

wie schon geschrieben: Rißprüfung, wenn was gefunden mit Silberhartlot ausbessern.
Manfred
Titel: Tank Sanierung, was verbessern?
Beitrag von: Fupl am 06 August 2026, 21:56:52
Also Risse hab ich keine gefunden.
So wie ich das nun sehe, werde ich gar nichts machen außer neu lackieren.

Danke für eure Tipps, sonst hätte ich mich nur verrannt.
Titel: Tank Sanierung, was verbessern?
Beitrag von: M. Bumerang am 06 August 2026, 21:58:25
ZitatAlso Risse hab ich keine gefunden.

wie hast du geprüft?
Manfred
Titel: Tank Sanierung, was verbessern?
Beitrag von: Fupl am 06 August 2026, 22:01:52
Der Tank war bis zum Ausbau dicht.
Also hab ich mir jetzt mit dem Augen alle Schweißnähte noch mal genauer angeschaut.
Titel: Tank Sanierung, was verbessern?
Beitrag von: schraubenkoenig am 07 August 2026, 07:56:54
schau dir ganz genau das Profil für das Kniekissen an! Darunte sammelt sich gern Schmutz. Wenn dann Feuchtigkeit dazukommt, hat das unter dem Kissen beste Voraussezungen zum Gammeln. bei meinem Tank hatte ich da bereits im Bereich der Schweißpunkte winzige Poren. Allerdings sah man da bereits, daß sich das Prfil hob- daraufhin habe ich es vorsichtigst abgetragen(Sträflingsarbeit) und die Poren entdeckt. Ich habe eine starke LED Lampe in den Tank gesteckt und in der Werkstatt dunkel gemacht. Die Poren konnte man dann von außen erkennene(mit guten Augen).
Ein Kühlerbauer hat mit das dann flächig verzinnt(weich) bevor es zum Lackieren ging. Die originale Beschichtung hat das überlebt. Schweißen lässt sich in diesem Bereich jetzt natürlich nix mehr :-).  Das Profil fällt weg und das Kissen wird mit Skaflex montiert.
Titel: Tank Sanierung, was verbessern?
Beitrag von: strichzwojan am 07 August 2026, 12:38:52
Das ist der Riesenvorteil der R24-Tanks. Die Knie-/Schenkelkissen sitzen nicht auf einem aufgeschweißten Blechrahmen, sondern es ist eine Blechplatte mit Distanzstücken auf dem Tank verschraubt. Die zu kleinen R24-Platten wurden gegen selbstgemachte Alubleche getauscht und auf diese dann die R25-Kissen montiert. Da wird auch in Zukunft nichts rosten! Waren halt ab Werk noch vier weitere Gewindehülsen, die in den Tankflanken eingelötet werden mussten.
Titel: Tank Sanierung, was verbessern?
Beitrag von: Anulu am 12 August 2026, 10:45:58
Ich würd mir die Versiegelung vorher peinlich genau ansehen.
Im
Zweifel vor dem lakieren erneuern.
Mit Restom kannst du auch Haarrisse dadurch abdichten. Also keine bösen Überraschungen.
Gruss
Titel: Tank Sanierung, was verbessern?
Beitrag von: berndr253 am 12 August 2026, 16:44:01
Ich würde mich nicht darauf verlassen, mit einer Innenbeschichtung Risse oder Undichtigkeiten zu "reparieren". Früher oder später wird das undicht werden (meine Erfahrung). 
Undichtigkeiten oder großflächige Verrostungen würde ich mit Hartlot wieder "versiegeln". Autokühlerbauer nehmen für solche Reparaturen auch schon mal Weichlot (aber kein Radiolot)

Grusz

Bernd
Titel: Tank Sanierung, was verbessern?
Beitrag von: Anulu am 13 August 2026, 09:51:28
Schon klar, nur wenn er bis jetzt dicht ist und neu lackiert wird, könnte man vorbeugend neu beschichten. Dann ist länger Ruhe.
Titel: Tank Sanierung, was verbessern?
Beitrag von: schraubenkoenig am 13 August 2026, 10:51:45
Zitat von: Anulu am 13 August 2026, 09:51:28Schon klar, nur wenn er bis jetzt dicht ist und neu lackiert wird, könnte man vorbeugend neu beschichten. Dann ist länger Ruhe.
Kann man so oder so sehen. Eine Beschichtung macht eine Reparatur später schwieriger. Enfernen lässt sie sich auch kaum mehr. Wenn sie fehlerhaft ist, kann es sogar noch mehr Arbeit machen.

Hier im Forum gibt es Geschichten zu "gut" und "schlecht" genug.  Muss man dann für sich entscheiden.
Titel: Tank Sanierung, was verbessern?
Beitrag von: Fupl am 13 August 2026, 10:57:32
Also, ich hab mich bereits entschieden, gar nichts zu machen.
Der Tank war dicht, und wenn er mal kaputtgeht, wird er eben hartgelötet etc.

Die originale Beschichtung ist noch okay.
Wenn er mal Probleme macht, dann wird er halt restauriert.

Danke für eure Hilfe
Titel: Tank Sanierung, was verbessern?
Beitrag von: CHAMBONDU am 13 August 2026, 16:52:49
Hallo zusammen.

Die ,,Restom"-Beschichtung blättert nach einigen Jahren schließlich ab.

Jean-Claude.
Titel: Tank Sanierung, was verbessern?
Beitrag von: M. Bumerang am 13 August 2026, 17:56:03
nach welcher Zeit blätterte sie ab?
Manfred
Titel: Tank Sanierung, was verbessern?
Beitrag von: CHAMBONDU am 13 August 2026, 21:24:13
Zitat von: M. Bumerang am 13 August 2026, 17:56:03nach welcher Zeit blätterte sie ab?
Manfred


nach 15 Jahren

Jean-Claude
Titel: Tank Sanierung, was verbessern?
Beitrag von: RTwenty7 am 13 August 2026, 21:26:19
Zitat von: CHAMBONDU am 13 August 2026, 16:52:49Hallo zusammen.

Die ,,Restom"-Beschichtung blättert nach einigen Jahren schließlich ab.

Jean-Claude.

Jede Beschichtung ist nur so gut wie ihre Vorarbeit. Wenn ich mir deinen Tank innen ansehe, sind da noch etliche andere Schichten drin, nicht nur Restom. So wird das natürlich nix.
Titel: Tank Sanierung, was verbessern?
Beitrag von: rwiegmann am 13 August 2026, 22:14:31
Wenn die Beschichtung sich ablöst und die Teile im Vergaser landen und die Düsen verstopfen, ist das auch nicht so lustig. Ist mir in letzter Zeit mehrfach passiert, gerade beim/nach Umschalten auf Reserve. In jedem Fall den Tank ordentlich spülen. Eine alte Beschichtung/Rost kann man ganz gut entfernen. Glassplitter, Schrauben und sonstiges scharfes Zeug in den Tank füllen, Tank gut einpacken und mehrere Stunden auf einer Mischmaschine rotieren lassen, hilft ziemlich gut.

MfG Reinhard
Titel: Tank Sanierung, was verbessern?
Beitrag von: M. Bumerang am 13 August 2026, 23:08:06
Ich habe den Tank meiner 25/2 und einen R90/6 Tank innen beschichtet. Alles nach Anleitung gemacht. Nach  ca. 15 Jahren ging am 25/2 Tank  die Beschichtung im DIN A5 Format ab. Ich fand dann einen Händler der mit Säure und mit Glasperlenstrahlen den Tank von meiner Bschichtung befreite. Alle anderen Händler lehnten ab.Das war 2005, Beschichtung ist noch einwandfrei.
Beim 90/6 Tank kam das Benzin rosarot gefärbt raus. Ein Händler wollte den Tank mittig trennen und dann wieder zusammen schweißen. Ich bin  dann wieder beim Säure- Händler gelandet. Immer wenn ich sagte ich hätte schon mal beschichtet haben die Händler abgelehnt.
Auf meine Frage ob die Beschichtung auch E15 oder 20 aushält konnte er nix sagen. Die Schweden haben E85.
Manfred

Titel: Tank Sanierung, was verbessern?
Beitrag von: strichzwojan am 14 August 2026, 08:12:11
Da der Tank des TE ja nun mechanisch bearbeitet wurde (schleifen, entlacken) könnte man über eine Dichtigkeitsprüfung vor dem Wiederlackieren jedenfalls mal nachdenken...
Titel: Tank Sanierung, was verbessern?
Beitrag von: schraubenkoenig am 14 August 2026, 08:46:52
Zitat von: Fupl am 13 August 2026, 10:57:32Also, ich hab mich bereits entschieden, gar nichts zu machen.
Der Tank war dicht, und wenn er mal kaputtgeht, wird er eben hartgelötet etc.

Die originale Beschichtung ist noch okay.
Wenn er mal Probleme macht, dann wird er halt restauriert.

Danke für eure Hilfe
wenn die originale Be3schichtung i.O. ist, solltest du garnichts machen. Die ist gut.
Titel: Tank Sanierung, was verbessern?
Beitrag von: 92fzr am 21 August 2026, 18:38:48
(https://up.picr.de/51221180qf.jpeg)

(https://up.picr.de/51221183ue.jpeg)

(https://up.picr.de/51221185ad.jpeg)

(https://up.picr.de/51221186vp.jpeg)

Da war doch was, unter dem Kniekissen  ;D
Und schlecht gemachter Verzinnung, bei keinen Dellen :\'(