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ALLES RUND UM´S THEMA OLDIE-RESTAURATION => Die Mechanik und ihre Tücken => Thema gestartet von: strichzwojan am 24 Juni 2025, 06:43:21

Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: strichzwojan am 24 Juni 2025, 06:43:21
Hallo,

seit mindestens 25 Jahren fahre ich den 1/24/42 hochzufrieden an meiner 25/2 mit Strichdreikopf. Nun ist ein Problem aufgetreten, für das ich nur eine Lösung habe, die mir nicht recht gefällt!

Beim Kauf damals wurden ALLE Innereien getauscht. Vor drei Jahren hatte ich erstmals Probleme, dass der Schieber schwergängig war. Ich führte das auf einen kleinen Fremdkörper im Schieberschacht zurück, den ich wegmachte und dann, nach einer Graphitpuderkur ging auch alles wieder.

Dieses Jahr, nach den ersten scharfen Hitzefahrten, hatte ich zu hohen Leerlauf. Das lag daran, dass nur der Schieber nicht mehr bis ganz runter ging an der Ampel.
Nach gründlichster Abklärung stellt es sich wie folgt dar:

der Schieberschacht ist quer zur Fahrtrichtung enger als in Längsrichtung, der Schieber hat beim Einführen einen leichten Klemmwiderstand (schon oben!)

ohne montierte Schiebernadel und Feder, läuft der Schieber problemlos bis hinunter zur Anschlagschraube, mit dem "Klack", auch, wenn nur mit ganz wenig Schwung bzw. Betätigungsweg gearbeitet wird.

Ist die Nadel montiert und auch die Nadeldüse eingeschraubt, wird es plötzlich schwergängig auf den letzten drei Millimetern Weg. Wird die Nadeldüse dann etwas gelöst, geht es wieder!

Spanne ich den Schacht ganz vorsichtig in Längsrichtung im Schraubstock ein ( natürlich nur ganz sachte, Druckguss!!!) läuft der Schieber ohne Klemmneigung im Schacht. Die Schwergängigkeit im unteren Bereich bei montierter Nadeldüse besteht aber weiter!

Das Alles ist nicht nur bei Hitze so, sondern auch im kühlen Werkstattkeller!

Der Schacht ist also verzogen. Trotzdem tauchen die Probleme nur mit fest eingeschraubter Nadeldüse auf. Es wirkt auf mich so, alsob der Schieber unten in eine Position kommt, in welcher er die Schiebernadel aus dem Zentrum der Nadeldüsenbohrung seitlich verschiebt, und dabei zum Klemmen / Reiben bringt, was natürlich so nicht sein darf.

Rolfs Vorschlang mit einer in die Länge gezogenen Feder hilft nicht, da schon ein ziemlicher Druck mit dem Finger nötig ist, um den Schieber in die tiefste Position zu bringen. Die Feder hat übrigens die vorgeschriebene Länge, die auch Rabenbauer in seiner Ersatzteilbeschreibung angibt, etwa 6,4 cm.

Ich habe die Nadeldüse mit einem kleinen Alu-Dichtring einen Millimeter tiefer gesetzt, auch die Nadel mal ein Loch höher. Beides brachte nicht den gewünschten Erfolg. Dann löste ich (mit Bauchgrimmen) die Nadeldüse etwas (deutlich weniger als eine 16tel Umdrehung!), bis der Schieber wieder freilief und machte eine Probefahrt. Nach 50 km kontrollierte ich, und die Nadeldüse hatte sich schon etwa drei Umdrehungen weiter losgerappelt, was mich nicht wirklich erstaunte.

Es folgte ein Versuch mit Teflonband. Das funktionierte überhaupt nicht.

Und wie geht es nun weiter? Loctite?

Ratlos, Jan
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: Heiko am 24 Juni 2025, 07:32:46
Ausspindeln und neuer Übermaßschieber.

Alternativ den Schieber mit Schmirgelleinen vorsichtig und dezent abziehen.

Der Rest ist alles Murks.
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: Kees am 24 Juni 2025, 07:46:33
Oder anderes Gehäuse.
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: strichzwojan am 24 Juni 2025, 08:11:35
Der Vergaser war in wirklich gutem Zustand als ich ihn kaufte. Alle Gewinde prima ( ist auch heute noch so).
Warum verzieht sich das plötzlich? Und dann kommt dazu, dass der Schieber ja im kritischen Bereich frei läuft ohne Anbauteile. Als ob sich der Teil des Vergasers verzogen hätte, in dem das Gewinde für die Nadeldüse sitzt! Wenn ich den Schieber jetzt in Wurfpassung abschleife, dann wird das wahrscheinlich auch nicht gut sein. Und ein gebrauchtes Gehäuse lässt sich auch erst wirklich beurteilen, wenn alles zusammengebaut und probegefahren ist.
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: Heiko am 24 Juni 2025, 09:04:23
Das verzieht sich nicht plötzlich, sondern über die Jahre und Du sollst auch keine Wurfpassung schleifen, sondern mit Gefühl und Vorsicht. Das ist doch nur max. 1/100 oder weniger.

Auch wenn Du ihn als ,,Gut" vor zig Jahren gekauft hast, ist das doch altes Gelumpe was 70 Jahre alt ist. Irgendwann ist das einfach fertig... Muss man sich mal dran gewöhnen. Innenliegende Zündspulen rauchen auch nach 70 Jahren ab... will nur keiner wahr haben und es wird geschimpft.

Das ist Verschleiß.

Nebenbei:

Schon mal eine neue Nadeldüse und/oder Schiebernadel probiert? Nicht, dass die eine Macke haben, leicht krumm, oder was weiß ich sind.
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: RTwenty7 am 24 Juni 2025, 09:48:49
Ich versuche mir gerade physisch vorzustellen, dass die ja recht flexibel gelagerte Düsennadel auf den letzten 5 Zehntel gegen die Federkraft in der Nadeldüse klemmen soll. Da ist doch was anderes faul. ::)
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: Heiko am 24 Juni 2025, 09:53:07
Vielleicht zu viel geputzt?  ;D
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: RTwenty7 am 24 Juni 2025, 10:29:16
Alle zahllosen Nadeldüsen/Düsennadel Paarungen, die ich in meinem Leben gesehen habe, waren mehr oder weniger oval ausgearbeitet/abgeschliffen. Klemmende Nadeln habe ich bislang nur in Stand/Wasserleichen gehabt durch Nichtbenutzung, gepaart mit gammeligen zähflüssigem Sprit.

Sehr mysteriös....
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: Hans Otté am 24 Juni 2025, 11:14:55
Nur so mal als Tipp von meiner (Erfahrungs)-Seite! (R26 & R27).
Generell sind die Vergaser gerade besonders bei den Einzylindern im heißen Abluftstrom der Zylinderköpfe gelegen.
Diese besonders unangenehmen Auffälligkeiten, was das Verziehen und die Aufheizung der Vergaserkörper angeht, habe ich bei meinen Einzylinder und auch bei den Rollenboxern eigentlich recht gut umgehen können.
Dazu habe ich die Vergaser komplett mechanisch und thermisch von den beiden Zugankerbolzen der Zylinderkopfes  entkoppelt durch die Zwischenlage einer ausreichend starken Scheibe aus Pertinax. Eingebaut sind diese zwischen dem Vergasergehäuse und den metallischen Unterlegscheiben zu den Befestigungsmuttern. Das Ergebnis war/ist mehr aus erstaunlich, denn auch bei sehr heißem Motor oder im Stand bleiben die Gasschieber leichtgängig und das Standgas sehr stabil. Durch die Entkoppelung kann die Hitze des Zylinderkopfes nicht mehr über die Zugankerbolzen/Verschraubung in den Vergaserkörper übertragen werden. Der Sprit in den Schwimmerkammern bleibt deutlich kühler und es findet keinerlei Blasenentwicklung mehr statt. Kosten pro Umbau ca. 1,00€. Frohes Schaffen und Erfolg, *****
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: M. Bumerang am 24 Juni 2025, 11:42:11
ZitatDazu habe ich die Vergaser komplett mechanisch und thermisch von den beiden Zugankerbolzen der Zylinderkopfes  entkoppelt durch die Zwischenlage einer ausreichend starken Scheibe aus Pertinax.

Das ist bei den R25+25/2+25/3 Typen ab Werk so gemacht
Manfred
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: strichzwojan am 24 Juni 2025, 12:00:19
Danke an Alle fürs Mitdenken!
Nadeldüse 1208 und die Düsennadel sind natürlich erneuert. Die alte Nadel habe ich in die Bohrmaschine gespannt mit der "Lochseite". Ergebnis: nichts verbogen.

Nadeldüse und Nadel sind von Rabenbauer.
Bei wem ich damals den neuen Schieber gekauft hatte, weiß ich nicht mehr. Jedenfalls sind da bei unseren Händlern erheblichste Preisunterschiede!!! Vergleicht mal Ulis und Rabenbauer...
Diesmal liegt Uli klar vorne bzw. hinten, was die Lust aufs dort bestellen angeht.

https://www.ulismotorradladen.de/artikeldetails/Vergaserschieber-253-R60-24er-27mm-22-470.aspx

Vielleicht ist der Preisunterschied berechtigt, ich weiß es nicht. Bei Rabenbauer bekommt man knapp 4 Schieber für das Geld!

Der Vergaser wird nicht übertrieben heiß bei mir. Zylinderkopfkühlrippen sind unten geschwärzt. Die Ventilhauben (mit Aludichtung) außen und die Zylinderrippen beidseitig. Dazu gibt es die Kühlsternmutter zum Aufschrauben.

Ich habe jetzt die Nadeldüse in "leicht gelöster Stellung" mit loctite mittelfest eingesetzt.
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: Heiko am 24 Juni 2025, 12:01:15
Hatte ich bisher mit der Originallösung R26 keine Probleme.
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: Kees am 24 Juni 2025, 12:36:44
Vergaser bleiben relativ kühl durch die Verdunstung des Bensins. Verdunstung kostet viel Energie und das kommt vom Umgebung, in diesem Fall das Vergasergehäuse. Darum können Vergaser auch vereisen bei Temperaturen weit über 0 grad. Die Pertinaxscheibe zwischen Zylinderkopf und Vergaserflansch ist natürlich trotzdem wichtig.
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: RTwenty7 am 24 Juni 2025, 12:39:19
Zitat von: strichzwojan am 24 Juni 2025, 12:00:19Ich habe jetzt die Nadeldüse in "leicht gelöster Stellung" mit loctite mittelfest eingesetzt.

Wie lange soll denn das halten bei dauerhaft mit Treibstoff umgebenen Materialien?
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: strichzwojan am 24 Juni 2025, 12:43:27
Ich sehe schon, du bist genauso gespannt wie ich, Amir...

Szenario 1: es löst sich, dann ist das Rauskriegen der Nadeldüse offenbar kein Problem!
Szenario 2: es löst sich nicht, dann ist ja alles gut und die ND kann drinbleiben. Die   
                  Probefahrt eben über 80 km war  jedenfalls ereignislos.

Szenario 1 heißt weiter überlegen, Szenario 2 heißt weiterfahren!
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: Heiko am 24 Juni 2025, 12:48:52
Möge Dir auf der linken Spur der Inntalautobahn bei 100 während des Überholvorganges die Nadeldüse herausfallen...  ;D  :popcorn:

Respekt... in 43 Minuten 80 km.  :thumbsup:
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: Q-Michael am 24 Juni 2025, 12:59:24
ich hatte das auch. Aber dann den Vergaser 1/10 aufgespindelt und den Schieber aufgebuchst. Alles andere war Mist
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: RTwenty7 am 24 Juni 2025, 13:04:13
Das ist mal ne Lösung :thumbsup:
Wobei mir nach wie vor der Zusammenhang von klemmendem/ausgesschlagenen Schieber und "Nadeldüse eine Miniumdrehung lösen, dann läufts", fehlt. ???
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: strichzwojan am 24 Juni 2025, 13:22:25
Zitat von: Heiko am 24 Juni 2025, 12:48:52Möge Dir auf der linken Spur der Inntalautobahn bei 100 während des Überholvorganges die Nadeldüse herausfallen...  ;D  :popcorn:

Respekt... in 43 Minuten 80 km.  :thumbsup:

Heiko, du Schelm ;)

Ich wollte dich sowieso mal anhauen, ob es möglich wäre, von deinem schicken Benzinsiebgeflecht ein briefmarkengroßes Stück zu kriegen. Das könnte man zu einem Puschel formen und in die Verschlussmutter unter die Hauptdüse packen, dann wäre die Gefahr des Rausfallens vermutlich gebannt!
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: strichzwojan am 24 Juni 2025, 13:37:53
Zitat von: RTwenty7 am 24 Juni 2025, 13:04:13Das ist mal ne Lösung :thumbsup:
Wobei mir nach wie vor der Zusammenhang von klemmendem/ausgesschlagenen Schieber und "Nadeldüse eine Miniumdrehung lösen, dann läufts", fehlt. ???

Genau das verstehe ich nämlich auch nicht. Kurz hatte ich die Schieberanschlagschraube im Verdacht, die unten in den Schieber eine schöne Halbkugel eingeformt hat. Stichwort "seitliches Verschieben des Schiebers im letzten Moment".
Den Schieber habe ich mehrmals mit Edding angemalt und hin- und hergeschoben um abgeriebene Stellen zu entdecken und auch etwas an den Klemmstellen abgeschmirgelt.
Die Klebung des Nadeldüsengewindes muss ja nur einen gewissen Widerstand gegen das Drehen derselben bieten. Generell habe ich mit modernen Klebstoffen im mineralölbelasteten Bereich gute Erfahrungen gemacht.
Schaun mer mal...
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: strichzwojan am 24 Juni 2025, 13:51:02
Beitrag doppelt gepostet...
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: Heiko am 24 Juni 2025, 13:54:57
Kannst Du gerne was haben... weiß aber nicht was der Versand nach A kostet. Dürfte als Brief aber nicht die Welt kosten. Schau doch mal bei ebay.at. Messinggewebe Mesh 20.
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: Q-Michael am 24 Juni 2025, 13:57:38
jedenfalls lasse ich es nicht so wenn es schon oval ist. Und wenn das andere geht, dann ist es doch auch gut
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: bemwenesu am 24 Juni 2025, 16:33:06
Zitat von: M. Bumerang am 24 Juni 2025, 11:42:11Das ist bei den R25+25/2+25/3 Typen ab Werk so gemacht
Manfred
Hallo, und ich habe noch außer der 5mm Pertinax Dichtung zusätzlich noch die Bohrungen der M8 Schrauben mit Pertinax Buchsen
isoliert.
Gruß  Frank
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: strichzwojan am 24 Juni 2025, 18:20:58
Heiko, du hast eine P.M.
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: strichzwojan am 29 Juni 2025, 08:32:01
320 Kilometer nach dem Einkleben der Nadeldüse...

Ich habe zwischendurch zweimal die Verschlussschraube entfernt und mit einer 8er Nuss die Einheit aus Haupt- und Nadeldüse auf Festsitz kontrolliert. Alles prima!

Parallel dazu hatte ich eine normale M6er Schraube mit einer mit "Loctite mittelfest" benetzten Mutter versehen, drei Stunden ablüften lassen und dann in einem Schraubdeckelglas mit etwas Benzin versenkt.
Jeden Tag schüttelte ich das und positionierte die Mutter mal komplett unter Benzin, dann nur halb eingetaucht, dann auch mal nur in den Benzindämpfen hängend.

Beim Lösen nach 5 Tagen war dann Kraft nötig. Die Verschraubung wäre nicht von alleine losgegangen, definitiv!
Loctite in Anführungszeichen deshalb, weil es sich um ein Louis-Produkt handelte, bestimmt vor zwei Jahren von mir geöffnet, mit Hinweis auf dem Etikett "hergestellt in Deutschland von Markenhersteller".

Damit ist für mich geklärt, ob so etwas benzinfest ist oder nicht.
Sollte sich noch etwas ergeben, melde ich mich (wie immer).


Jan
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: Beppo am 29 Juni 2025, 10:48:11


Hallo Jan , ich weiß nicht ob dein Vergaser genauso aufgebaut ist, aber ich hatte ja ein aufgedehntes Gewinde an Pos. 14 Mischkammereinsatz welche am Boden der Schieberkammer sitzt. und von unten mit Pos. 19 Gewindestück verschraubt ist. Erst in diesem Gewindstück ist die Nadeldüse eingeschraubt. In einigen Sprengbildern ist dieses Gewindestück nicht aufgeführt!! Sollte sich da wie bei mir etwas verzogen haben würde das dein Problem erklären.

Übrigens ist auf meiner Kyffhäuser-tour auch mein Schieber wegen Hitze komplett bei Vollgas festgeblieben. Neuer Schieber aus Alu, dehnt sich halt mehr aus, abkühlen lassen, mit Schleifflies etwas nachpoliert und ein tropfen Öl vom Messstab dran und es lief wieder.

Gruß Beppo

Hoffe das Bild ist sichtbar?
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: strichzwojan am 29 Juni 2025, 14:00:23
An den Schieber sollte kein Öl, sondern etwas Graphitpuder. Gab es früher beim Schlüsseldienst, nun im Baumarkt.
Der 24er Bing hat einen festeingepressten Mischkammereinsatz. Bei manchen wandert er (unschön!) hoch und sorgt für die irrsten Gemischzustände.
Bei den 22ern ist das von unten mit der Nadeldüse zusammengeschraubt.
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: Beppo am 29 Juni 2025, 14:16:06
Ok, wenn dein Mischkammereinsatz also noch im Lot ist, kann das nicht das Problem sein.Ich frage mich ob sich ein Vergaser mit der zeit verziehen kann. mein Schieber hatte vorne und hinten geklemmt da musste ich am Vergaser etwas ausschleifen. Als ob der Vergaser mal von unten einen Schlag bekommen hätte.
Hätte gern Graphitpuder genommen aber in der Not.....Wie lange bleibt den Graphitpuder bis es ausgewaschen ist?
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: cledrera am 29 Juni 2025, 16:12:11
Das wäscht sich eigentlich nicht aus.
(Van-der-Waals Kräfte; Stefan huhu  ;D )

Ich mache den Vergaser meines Mopeds jedes Jahr sauber und ärgere mich darüber, dass ich den Graphit-Film immer abwasche und dann wieder drauf mache. Graphit-Puder (um 3 € für die Lebensdauerration) sollte man haben.


Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: strichzwojan am 29 Juni 2025, 17:24:46
Schlüsseldienste haben das deshalb nicht mehr, weil die elektifizierten Haustürschlösser mit Öffnungsmöglichkeit von den Wohnungen aus wohl sehr empfindlich auf das stromleitende Zeug reagieren können.

Ich habe mir damals echt einen abgesucht, nur um das Zeug dann bei OBI für ganz schlankes Geld zu finden (LUX). Im grauen Plastikfläschchen, was von der Form wie ein Fahrradölfläschen aussieht.

Bei mir funktioniert das jetzt ja. Aber wenn der Vergaser nochmal ausgebaut wird, dann überarbeite ich den Schacht mit der abgedrehten Zündkerzennuss. Die habe ich heute mit doppelseitigem Klebeband und 600er Schleifpapier versehen, damit ich startklar bin.

In beklebtem Zustand ist das Werkzeug nun zwischen 26,85 und 26,92 mm im Durchmesser. Für mich ist das eine hinreichend exakte "Rundfeile"...
Irgendwie habe ich den Verdacht, dass der Schieber durch eine Verengung direkt am Gewinde kurz vor dem unteren Anschlag in eine zu enge Passung gezwungen wird, die Nadel damit seitlich verschiebt, welche dann in der Nadeldüse für Schwergängigkeit sorgt
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: Heiko am 30 Juni 2025, 07:20:01
Elektrische Türöffner werden seid jeher mit einer dezenten Fettschmierung schon bei der Auslieferung versehen. Graphit ist dort wenig hilfreich und hat nichts mit der Magnetspule zu tun. Weiter ist Graphit bei modernen Schlössern kontraproduktiv, weil die Schlösser mittlerweile sehr präzise gefertigt werden und dieses im Schloss verklumpt wenn der Schlüssel eingeführt wird und die Riegelstifte dann verkleben und anfangen zu klemmen.

Bei den alten Kastenschlössern war das kein Problem.
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: cledrera am 30 Juni 2025, 08:10:54
el. Vergaserschieber?
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: strichzwojan am 30 Juni 2025, 08:30:53
Heiko, man glaubt ja nicht, auf was für Ideen die Leute kommen. Unsere Haustür (36-Parteien-Haus) zickt seit Jahren, und irgendein Bastler hatte mal eine teure Reparatur verursacht. Ich kam zufällig gerade nach Hause, als der Mechaniker schwer herumfluchte, was sich auf Tirolerisch durchaus bedrohlich anhörte.
Mir fällt spontan noch etwas ein, was vielleicht gut gemeint, aber doch richtig übel sein kann / konnte. Motoröl mit MoSO2-Feststoffanteil. Das gab es mal früher, z.B. von LiquiMoly als 20W50, sollte gut schmieren und hätte bei uns gnadenlos die Ölschleuderbleche aufgefüllt...
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: Beppo am 30 Juni 2025, 10:59:44
Und dann gibts noch die Leute die gnadenlos mit Überzeugung überall WD40 drauf sprühen. :kotz:
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: strichzwojan am 30 Juni 2025, 11:17:18
So, ich habe heute mal mein "Honwerkzeug" in Betrieb genommen. Die abgedrehte Nuss, mit Teppichklebeband und 600er Schleifpapier zur Rundfeile abgeändert.
Was soll ich sagen? Das Ding ging prima rein in den Schieberschacht, ein paar mal drehend auf und ab und dann innen kontrolliert. An Stellen, wo ich es nie erwartet hätte waren nun silbrige Flecken: Abtrag von Material!
Ausgeblasen, mit Bremsenreiniger gespült. Und der alte Schieber geht nun ohne die geringste Klemmneigung hinein! Graphitpuderkur, zusammengebaut mit einer neuen Feder (kann ja nicht schaden).
Alles bestens.

Ich würde nun jedem empfehlen, bei Klemmproblemen nicht am armen Schieber herumzufeilen, sondern sich um den Schacht zu kümmern. Wenn man so ein Hilfswerkzeug wie meine Zündkerzennuss hat, dann schleift man auch nicht Rillen in den Vergaser hinein. Der Abtrag war wirklich minimal, aber eben genau an den richtigen Stellen...

Ich würde das Ding auch verleihen. Passt für das 27mm Grundmass eines Strichzwei- oder Strichdreivergasers von BING.

Jan
Titel: Mechanisches Problem am Vergaser
Beitrag von: strichzwojan am 01 Juli 2025, 14:01:38
Arbeit zieht Arbeit nach sich.

Nachdem ich vor einigen Jahren die Luftzuführung des Vergasers überarbeitet hatte ( Gehäuse mit Papierfilter und 6cm langem Schlauch) hatte ich eine schöne Abstimmung gefunden.
Im Zuge des klemmenden Schiebers erneuerte ich ja die Nadeldüse und die Düsennadel. Ergebnis war, dass der Motor im mittleren Drehzahlbereich nicht mehr so schön hochdrehte. Während die alte und die neue Nadel beide exakt 2,46 mm dick sind im zylindrischen Teil (was im konischen Teil los ist kann ich nicht messen), war die alte Nadeldüse schon mit bloßem Auge erkennbar exzentrisch verschlissen. Da muss das Gemisch fetter gewesen sein vorher.

Deshalb heute die Nadel ein Loch höher gehängt. Der Motor läuft nun viel besser, hat an Durchzugskraft gewonnen. Ich muss tatsächlich nicht mehr so viel zwischen drittem und viertem Gang hin- und herschalten!
Achtung, das bezieht sich auf Bergstraßenbetrieb!

Mal sehen, was der zuletzt superniedrige Benzinverbrauch macht...