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ALLES RUND UM´S THEMA OLDIE-RESTAURATION => Die Elektrik und der Kupferwurm ... => Thema gestartet von: Eppo am 05 Januar 2025, 18:50:35

Titel: Fazit zum Labornetzteil LW-K3010D (Longwei - China) 30V/10A
Beitrag von: Eppo am 05 Januar 2025, 18:50:35
Chinakracher:


- Anschaffung August 2020
- bisheriger Einsatz für 6V Bordnetz zum Test der Verkabelung und Startversuche diverser Motorräder
- Repolarisierung von Lichtmaschine
- Laden von Batterie etc.

ernüchterndes Fazit:
Bisher hatte mich das Labornetzteil in seiner Funktion überzeugt,
aber seit dem Motortest (20V/0,5A Dauerlauf) an der Jukebox von meinem Vater gab es den ersten Ausfall, wodurch ich das erste Mal das Netzteil geöffnet habe und den Defekt am Leistungsteil ( im Primärkreis des HF-Trafos) vorfand.
Nach dieser Reparatur lief das Netzteil dann wieder eine Woche bis ich es zum Ausmessen der Schaltpunkte von mechanischen Ladereglern verwendet habe und da im Speziellen zum Dauertest, um die Reglerspule betriebswarm zu bekommen (ca. 30min 12V/0,4A).
Klar die defekten Bauteile sind relativ billig (ca. 2€ pro MOSFET), aber ärgerlich ist es dennoch jedesmal wieder.
Ich vermute das Problem an dem mir vorliegenden Netzteil ist die Auslegung der kleinen Kühlkörper in Verbindung mit dem temperaturgeschaltenen Lüfter (ich konnte beim besten Willen keine Datenblätter zu Wärmewiderständen der Kühlkörper finden).

Bilder im Netz zu angebotenen Netzteilen mit geöffneten Gehäusen zeigen die Platine immer mit fehlenden Kühlkörpern und Leistungsteilen (wer weiß warum??).



Vielleicht gibt es ja auch mittlerweile anders angebrachte Bauteile, da habe ich aber kein aktuelles Modell zum Vergleich.

Wobei an der Lüfterschaltung wohl die ,,Anbringung" der Temperaturschalter das größte Problem darstellt, so sind die Bauteile nur Richtung Kühlkörper gebogen und ,,kleben" durch Wärmeleitpaste an den Kühlkörpern. Liegen diese nicht mehr richtig an, wird nicht mehr genau gemessen und es geht schnell bis zur Überhitzung.



Also damit ist der Defekt vorprogrammiert. Leider finden sich auch nirgends Informationen zu Einschaltzeiten des Labornetzteils.
Daher ist jetzt mein erster Verbesserungsversuch, den Lüfter in Dauerbetrieb zu betreiben.
Was ich durch eine Drahtbrücke an der Temperaturschaltung bereits umgesetzt habe und den Lüfter unmittelbar beim Einschalten des Netzteils in Gang versetzt.

Auch finde ich die Positionierung von Luftstrom zu Kühlrippen ungünstig, da weht kein guter Wind, da steht eher der Luftstrom vor den Kühlrippen.

Nun warte ich wieder bis zum Eintreffen der neuen MOSFETs.

Wenn die Dauerfunktion des Lüfters nicht zu der gewünschten Einschaltdauer führt, werde ich mir wohl noch neue Kühlkörper mit mehr Fläche und Masse bauen.
3mm Aluplatte hab ich noch genügend vorrätig, da wird eher der Bauraum ein Problem darstellen.

Also falls ihr auch so ein vergleichbares Teil euer eigen nennt, dann vielleicht nicht zu lange im Dauerbetrieb belasten oder ihr schaut vorher einmal wie die Temperaturmessung an den Kühlkörpern umgesetzt wurde.

Aktuell werden diese Modell in der E-Bucht so um die 50€ angeboten.
Bei reichelt ist das günstigste Modell (was mir zusagen würde) um die 75€ mit 0-15V/0-3A, mit Passivkühlung. Allerdings auch nicht so viel Leistung.
Da wären 0-5A und auch Spannungsbereich 0-30V schon besser, aber die sind dann alle mit Lüfter und leider kann man da auch nicht hinein sehen.
Aus China werden so ziemlich alle Geräte kommen, es fragt sich eben nur was die Ansprüche der jeweiligen Marke sind.

MfG
Eppo
Titel: Fazit zum Labornetzteil LW-K3010D (Longwei - China) 30V/10A
Beitrag von: Heiko am 05 Januar 2025, 19:10:05
Dein Ehrgeiz in allen Ehren Björn... aber bevor ich jedes mal so ein Kacknetzteil reparieren würde, nähme ich Geld in die Hand und würde was vernünftiges kaufen.
Titel: Fazit zum Labornetzteil LW-K3010D (Longwei - China) 30V/10A
Beitrag von: Q-Michael am 05 Januar 2025, 19:10:52
Ob der Kühlkörper richtig dimensioniert ist kann man auf einem Blatt Papier ausrechnen.
Titel: Fazit zum Labornetzteil LW-K3010D (Longwei - China) 30V/10A
Beitrag von: Eppo am 05 Januar 2025, 19:34:21
Zitat von: Heiko am 05 Januar 2025, 19:10:05Dein Ehrgeiz in allen Ehren Björn... aber bevor ich jedes mal so ein Kacknetzteil reparieren würden, nähme ich Geld in die Hand und würde was vernünftiges kaufen.

Das ist ja der Punkt Heiko: Was ist was Richtiges?
Die Angebote auf den einschlägigen Elektronik-Händler-Plattformen sehen auch reichlich nach "Made in China" aus + Händlerzuschlag. Rein schauen kann man leider nirgends.

Der China-Böller bietet auch die Möglichkeit über das Poti stufenlos von 0-30V zu drehen.
Auf Arbeit habe ich auch ein Profiteil, da kann man aber immer nur die einzelnen Stellen der Spannungs-/Stromwerte über einen Inkrementalgeber ändern/bestätigen und das ist z.B. beim Regler-Einstellen völlig fehl am Platz.

Leider gehöre ich auch zu der Fraktion von Menschen, die nicht gleich alles weg schmeißen (können  :angel: ).
Denn:
Es ging ja 4Jahre und dann ist da immer noch der kleine Ingenieur, der den Fehler finden, beseitigen und nachhaltig lösen möchte  ::).

Außerdem möchte ich euch davor bewahren bzw. informieren.
Ich war ja bis vor 2Wochen auch noch zu Frieden damit und weiß mindestens eine Person hier im Forum, die auch so ein Netzteil gekauft hat.

Aktuell behelfe ich mir mit meinem "Zweitgerät", was aber eigentlich die erste Wahl ist.



Hab ich zu meiner Lehrzeit als Azubi-Projekt gebaut, von der Leiterplatte ätzen, Gehäuse zuschneiden, bis Kühlkörper verschrauben. Leider schafft das Labornetzteil nur 0-24V und 0-1,5A  ::) .

Titel: Fazit zum Labornetzteil LW-K3010D (Longwei - China) 30V/10A
Beitrag von: Heiko am 05 Januar 2025, 19:37:45
Spontan würde ich was von Voltcraft nehmen.
Titel: Fazit zum Labornetzteil LW-K3010D (Longwei - China) 30V/10A
Beitrag von: RTwenty7 am 05 Januar 2025, 19:45:37
Omi hat immer gesagt, sie sei zu arm um schlechte Qualität zu kaufen.

Vermutlich bekommen wir oder unsere Enkel erst in 50 Jahren die Antwort auf die Frage was richtig oder falsch, bzw was gut oder schlecht war.
Titel: Fazit zum Labornetzteil LW-K3010D (Longwei - China) 30V/10A
Beitrag von: Eppo am 05 Januar 2025, 19:58:32
Die Herausforderung der heutigen Zeit besteht ja darin, dass nicht mehr einfach so festgestellt werden kann, was gut oder schlecht ist.

Als Beispiel: Tiefkühler von dem großen Kranhersteller. Meine Oma hatte einen, weil die so gut sein sollten, nach vier Jahren kaputt, aber dafür sau teuer. Aktuell tut es seit 10Jahren ein Gerät der "Allgemeinen-Elektrizitäts-Gesselschaft", welches sogar noch günstiger als das vorherige Produkt vom Kranhersteller war.

Für mich gibt es pauschal kein Gut oder Schlecht, alles muss im Zusammenhang der Verwendung gesehen werden.
Wenn ich nur einmal in meinem Leben ein Bild an eine Gipskarton-Wand hängen möchte, dann tut es durchaus das Baumarkt-Bohrmaschinchen. wenn ich jedoch jeden Tag Putz von der Wand kloppe und Schwerlastanker in Stahlbeton setzen möchte, dann doch lieber mit Hilti  ;D .

und so ist es eben mit dem Netzteil.
Vielleicht bekomme ich es wieder hin und wenn nicht beginnt die Suche nach etwas Besserem, wobei ja Voltcraft auch nur aus Fernost kommt, da kann ich auch Peak-Tech von reichelt nehmen  ::) und weiß immer noch nicht, ob es was taugt.

Notfalls suche ich da bei Kleinanzeigen, weil ich eine Potibedienung brauch und nix mit Dreh-/Drück-Encoder.

MFG
Titel: Fazit zum Labornetzteil LW-K3010D (Longwei - China) 30V/10A
Beitrag von: bullet am 05 Januar 2025, 23:13:19
Zitat von: Eppo am 05 Januar 2025, 18:50:35Auch finde ich die Positionierung von Luftstrom zu Kühlrippen ungünstig

Sieht für mich gar nicht so schlimm aus, der Lüfter bläst die Kühler direkt an.  Die warme Luft muß allerdings ohne Widerstand nach oben entweichen können.  Für die Sensoren sollte es Klammern aus Federstahlblech geben, die den Sensor an den Flansch des Kühlers drücken.  Solche Klammern habe ich gelegentlich auch an den Leistungshalbleitern gesehen.  Im Gegensatz zu Verschraubungen lockern sich die Klammern nicht.
Titel: Fazit zum Labornetzteil LW-K3010D (Longwei - China) 30V/10A
Beitrag von: kahlo am 05 Januar 2025, 23:37:16
Meine aktuellen Labornetzteile sind selbst zusammengeschraubt (oben und links im Bild).


Basis ist immer ein potentes Industrienetzteil für eine Festspannung. Die weitere Regelung übernimmt ein Buck/Boost-Converter, deren Bauart sich als sehr robust bewährt hat:

( DPS5020 )

Alles aus China, natürlich. Aber nicht billich.
Seitdem ich diese beiden auf dem Tisch habe, wurden meine alten linearen Netzteile nicht mehr benutzt...

Grüsse,
Kahlo.
Titel: Fazit zum Labornetzteil LW-K3010D (Longwei - China) 30V/10A
Beitrag von: Eppo am 12 Januar 2025, 20:05:06
Am Freitag sind die Ersatzteile gekommen
und heute hatte ich Muße diese einzubauen.

Leider hatte meine Idee mit der Kurzschlussbrücke an den Temperaturfühlern für die Lüftersteuerung einen kleinen Hacken. Denn es ist nicht nur ein schnödes Lüfter an/aus, sondern wirklich eine kleine Steuerung dahinter verbaut und ein 0Ohm-Widerstand am Temperaturfühler schaltet mir auch die Ausgangsspannung ab.

Von daher haben sich die Konstrukteure doch etwas bei gedacht, nur leider ist eben die Anbringung der Temperaturmessung an den Kühlkörpern mangelhaft  :thumbdown: .

Daher habe ich kurzer Hand einige Widerstände getestet, bis ich eine passende Größe gefunden hatte.



Jetzt läuft der Lüfter nach einschalten kurz an und sobald ich die Spannung hoch drehe, geht der Lüfter in Dauerbetrieb, ohne dabei die Ausgangsspannung abzuschalten.

 

Nun werde ich das Netzteil normal nutzen und das Ganze weiterhin beobachten.

MfG
Eppo