BMW Einzylinder-Forum

ALLES RUND UM´S THEMA OLDIE-RESTAURATION => Die Mechanik und ihre Tücken => Thema gestartet von: KarstenK am 24 November 2023, 16:18:29

Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: KarstenK am 24 November 2023, 16:18:29
Moinsen zusammen,
Eigentlich wollte ich jetzt zum Winter an meiner 25/3 die Zylinderdichtungen erneuern, da etwas Öl austrat. Also Tank runter, Deckel abschrauben. Bis hierhin sah noch alles gut aus: Öl war ausreichend vorhanden. Dann die Ventilhebel abgeschraubt und die Stößelstangen rausgenommen.Erstmal waren beide unterschiedlich lang: 18,5 und 18cm.
Dann den Kopf untersucht: Ventile sind nicht dicht, lassen WD40 durch.
Als Nächstes den Zylinder abgenommen: Kolben zeigt viele Schleifspuren auf und der Zylinder ist innen fast spiegelblank. Und dann kommt es ganz dicke: die Kurbelwelle hat sehr deutliches seitliches Spiel, aber kaum vertikales.
Was soll ich jetzt tun? Da schon die Schrauben am Z.-Fuß nicht fest angezogen waren, befürchte ich, dass noch mehr im Argen liegt.
Ich denke, man müsste den Motor zerlegen(das schaffe ich vielleicht noch) und dann instandsetzen(das traue ich mir definitiv nicht zu)!
Hat jemand von euch Lust, mir zu helfen? Wohne hier oben im Norden bei Hamburg.

Vielleicht ist dann der Edersee im nächsten Jahr mit dem Einzylinder drin.....
Grüße Karsten
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: Nordmann am 24 November 2023, 16:37:22
Afaik soll / kann das untere Pleullager 0,2 mm Axialspiel / 1,5 mm Kippspiel haben.
Sufu rules ... https://bmw-einzylinder.de/forum/index.php?topic=13516.msg184425#msg184425
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: Fastnachter am 24 November 2023, 17:08:49
Hallo Karsten,

erstmal durchschnaufen.
Seitliches Spiel ist ein bisschen ok. Mach doch mal Bilder, bitte und stelle sie hier ein. Das kann auch alles noch fast normal sein nach X.xxx km. Wie fuhr sie denn? Über 100? Klappern? Hattest du mal die Kompression gemessen?

Viele Grüße

Jan.
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: strichzwojan am 24 November 2023, 17:19:35
Und eine spiegelblanke Lauffläche im Zylinder muss nichts Schlimmes bedeuten. Das hatte mein Zylinder auch nach über 40.000 km. Trotzdem gute Kompression, kein Zu-Heiß-Werden, kaum Ölverbrauch.
Ein KO-Kriterium ist allerdings Stoßspiel am Hubzapfen.
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: KarstenK am 24 November 2023, 20:11:38
Danke für das seelische Aufrichten. Ich werde morgen ein paar Fotos machen und versuchen, das seitliche Spiel zu messen. Ich denke, dass man darauf Höhe des Zylinderfußes macht.
Bin mit dem Mopped erst ca. 100 km gefahren. Höchstgeschwindigkeit ca. 95km/h. Kompression hatte ich nicht gemessen, war gefühlt aber ok.
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: KarstenK am 25 November 2023, 13:10:53
Moinsen zusammen,
Hier ein paar Fotos:
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: KarstenK am 25 November 2023, 13:13:09
Hier noch ein paar Fotos vom Zylinder
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: strichzwojan am 25 November 2023, 13:17:02
Unter spiegelblank hätte ich mir etwas Anderes vorgestellt.
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: berndr253 am 25 November 2023, 14:17:49
Aber Honspuren sind kaum noch vorhanden - die Ölhaltefähigkeit der Längsriefen würde ich nicht zu hoch einschätzen.
Würde den Zylinder mal ausmessen (lassen) bezüglich "Balligkeit" und "Konizität" und wenn die Maße passen noch mal durchhonen.

Grusz

Bernd
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: KarstenK am 25 November 2023, 16:11:23
Zitat von: strichzwojan am 25 November 2023, 13:17:02Unter spiegelblank hätte ich mir etwas Anderes vorgestellt.
Naja, aber er ist schon ganz schön blank, finde ich.
@Bernd- Ich werde ihn zum Vermessen geben.

Und was sagt ihr zum Kolben und zum Kopf? Da gibt es diese Kerbe an der Brennkammer. Die Ventile werde ich auch noch mal einschleifen lassen.

Zum Spiel der KW: seitliches Spiel( Axialspiel <-> ) ca. 1,5 mm, ein Radialspiel konnte ich nicht erkennen.
Grüße aus Elmshorn
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: mz-henni am 26 November 2023, 08:00:23
Geht es nur mir so oder kommt hier was durcheinander? Was wird da gemessen, das Spiel des Pleuels oder der ganzen KW?

Gruß, Hendrik
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: Heiko am 26 November 2023, 08:42:03
Zylinder, dann Kolben und zum Schluss die KW Axial- und Höhenspiel.
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: strichzwojan am 26 November 2023, 09:04:10
Zitat von: berndr253 am 25 November 2023, 14:17:49Aber Honspuren sind kaum noch vorhanden - die Ölhaltefähigkeit der Längsriefen würde ich nicht zu hoch einschätzen.
Würde den Zylinder mal ausmessen (lassen) bezüglich "Balligkeit" und "Konizität" und wenn die Maße passen noch mal durchhonen.

Grusz

Bernd

Wir hatten doch vor einigen Monaten mal eine ähnliche Diskussion zum Thema Honspuren. Wie gesagt war mein Zylinder wirklich spiegelblank nach deutlich über 40.000 km, aber Kompression und Ölverbrauch prima.
Das überzeugendste Argument in der damaligen Diskussion war in einem Beitrag, wo auf das maximale Kolbenspiel, was BMW toleriert, abgezielt wurde. Das sind 12/100 über Einbauspiel, also ca. 17 bis 18/100 Gesamtspiel zwischen Kolben und Zylinder. Da ist die Rautiefe einer Hon-Bearbeitung aber bereits weit überschritten und die Zylinderwand muss im Laufbereich der Ringe folglich völlig ohne Honspuren sein. Trotzdem überhitzen oder fressen solche Kolben-/Zylinderpaarungen dann nicht, aus welchen Gründen auch immer. Vielleicht ist das Spiel dafür einfach zu groß... ;)
Meine Vermutung ist, dass die Honung nur für die kritische Einlaufphase gebraucht wird, um ölhaftungstechnisch auf der sicheren Seite zu sein. Vom reinen Verschleiß und Widerstand her gibt es vermutlich bei Reibepartnern (Kolbenringe und Zylinderwand) keine bessere Kombination als glatt auf glatt.
Also wäre m. M. nach ein erneutes Durchhonen nur angesagt, wenn auch neue Kolbenringe montiert werden sollten.

Den vorstehenden Teil an der Kerbe im Kopf würde ich vorsichtig zurückklopfen, damit der nicht so frei in den heißen Verbrennungsgasen steht. Oder auch wegschleifen.

Gruß, Jan
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: 4Taktix am 26 November 2023, 11:04:25
Zitat von: mz-henni am 26 November 2023, 08:00:23Geht es nur mir so oder kommt hier was durcheinander? Was wird da gemessen, das Spiel des Pleuels oder der ganzen KW?

Gruß, Hendrik

Nein, geht mir auch so.
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: RTwenty7 am 26 November 2023, 11:54:59
Alle Zylinder mit Stahlbuchse in meinem Leben waren nach einigen tausend KM spiegelblank und soll nach Rücksprache mit einem Motoreninstandsetzer vor einigen Jahrzehnten auch so sein und richtig, die Honung soll in der Kolbenringeinlaufphase die Schmierung gewährleisten. So meine Erinnerung an das Gespräch. Nikasil sei dann eine andere Geschichte, da sieht man die Spuren ja noch nach 100.000 KM, haben aber wohl auch andere Ringmaterialien.
Aber wie gesagt, alles Motoreninstandsetzer Fachgesimpel.

Ich würde mich an dem Stoßspiel der Ringe orientieren, ob ich das Geraffel wieder einbaue, oder die nächste Größe einbaue.

Den Kopf würde ich persönlich komplett überholen lassen, nicht nur Ventile "einschleifen". Neue Führungen, neue Sitze fräsen und neue Ventile, dann ist da oben rum erstmal Ruhe für viele Jahre.

Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: KarstenK am 26 November 2023, 12:27:35
Zitat von: 4Taktix am 26 November 2023, 11:04:25Nein, geht mir auch so.
Sorry, war natürlich wieder ungenau: ich meinte das Spiel an der Pleuelstange.
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: kahlo am 26 November 2023, 13:15:34
Zitat von: KarstenK am 25 November 2023, 16:11:23Zum Spiel der KW: seitliches Spiel( Axialspiel <-> ) ca. 1,5 mm, ein Radialspiel konnte ich nicht erkennen.

Ich hatte das ja vor einiger Zeit auch auseinander und erinnere mich, dass das Pleuel ebenfalls ein seitliches Spiel hatte. Ich denke, 1,5mm am oberen Ende des Pleuels sind ok, solange kein Radialspiel da ist.

Grüsse,
Kahlo.
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: CowBoy am 26 November 2023, 14:12:58
Mal dumm gefragt: warum orakelt ihr über mögliche Werte am oberen Pleuelende, wenn der RL die genauen Maße vorgibt?
Zwischen Pleuel und KW ist ein Spiel von 0,07-,01mm zulässig.

Und hard to say, wenn das Pleuel auch nur einen Hauch von Radial-Spiel hat, ist die KW reif zum überholen.

Viele Grüße, Ulli
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: kahlo am 26 November 2023, 14:52:08
Weil das Pleuel nun mal ein Kippspiel hat. Weil man es wegen Unzugänglichkeit des Lagers nicht direkt messen kann. Weil sich das Kippspiel durch die Länge des Pleuels am oberen Pleuelende deutlich durch Seitwärtsbewegung manifestiert.

Grüsse,
Kahlo.
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: CowBoy am 26 November 2023, 14:56:14
Wieso kann man nicht direkt am Lager messen?
Zylinder ist ja ab, also schnell die Blattlehre zwischen Pleuel und KW und das maß steht fest.
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: kahlo am 26 November 2023, 15:14:49
Wo genau?



Übrigens hat auch diese nagelneue Kurbelwelle ein fühlbares seitliches Kippspiel.

Grüsse,
Kahlo.
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: strichzwojan am 26 November 2023, 15:20:26
Ich meine mich zu erinnern, dass hier mal Beiträge gepostet wurden die besagen, dass es Unterschiede zwischen modernen Nachbauwellen und alten Originalwellen gäbe, was an den Rollen (leicht ballig?) und auch den Käfigen liege.
Am interessantesten dürfte wohl das Kippspiel in Höhe des Kolbenbolzens sein.
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: kahlo am 26 November 2023, 15:34:59
Nehmen wir mal an, dass zwischen Pleuel und Kurbelwelle ein messbarer Spalt von 0,1mm vorhanden ist (obere Grenze lt. Instandhaltungsanleitung). Also 0,1mm in 25mm Abstand zur "Pleuellagerwelle". Von dort bis Oberkante Pleuel sind es etwa 150mm. Das ergibt 0,6mm in eine Richtung am oberen Ende des Pleuels. Kippspiel in 2 Richtungen also 1,2mm.

Nah dran...

Grüsse,
Kahlo.
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: CowBoy am 26 November 2023, 16:53:16
Zitat von: kahlo am 26 November 2023, 15:34:59Nehmen wir mal an, dass zwischen Pleuel und Kurbelwelle ein messbarer Spalt von 0,1mm vorhanden ist (obere Grenze lt. Instandhaltungsanleitung). Also 0,1mm in 25mm Abstand zur "Pleuellagerwelle". Von dort bis Oberkante Pleuel sind es etwa 150mm. Das ergibt 0,6mm in eine Richtung am oberen Ende des Pleuels. Kippspiel in 2 Richtungen also 1,2mm.

Zitat von: kahlo am 26 November 2023, 15:14:49Wo genau?

Komm, Du verklappst mich. ;)  Zwischen KW und Pleuel halt gemessen, Bild vom Boxer anbei.

Das Pleuel läßt sich immer kippen. Wie viel sich das Pleuel kippen lässt ist völlig irrelevant,
solange das Axialspiel stimmt. Das gibt belastbare Werte und keine Raterei mit "etwa".

Und wenn das Pleuellager radial spielfrei ist, sind mir auch 1,5mm noch nicht zu viel...
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: kahlo am 26 November 2023, 17:36:37
Zitat von: CowBoy am 26 November 2023, 16:53:16Und wenn das Pleuellager radial spielfrei ist, sind mir auch 1,5mm noch nicht zu viel...

Zitat von: kahlo am 26 November 2023, 13:15:34Ich denke, 1,5mm am oberen Ende des Pleuels sind ok, solange kein Radialspiel da ist.

Das ich das erleben darf  :friends: ...
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: KarstenK am 26 November 2023, 18:20:24
Ich bin begeistert. Vielen Dank. Ich denke, ich werde jetzt den Kopf , Zylinder und Kolben an einen Instandsetzer schicken. Könnt ihr mir jemanden empfehlen, vielleicht hier oben im Norden?
Die Ventile müssen auf jeden Fall  nachgearbeitet/erneuert werden, das Axialspiel werde ich, wie oben beschrieben, noch messen. Hoffe mal, dass es nicht zu arg kommt.
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: CowBoy am 26 November 2023, 18:49:47
Zitat von: KarstenK am 26 November 2023, 18:20:24Könnt ihr mir jemanden empfehlen, vielleicht hier oben im Norden?
Ich habe meine Köpfe in Druffelbeck machen lassen. Einen Satz Köpfe, die ich aktuell verbaute habe sind aus Rethwisch
http://strauss-gerken.de/leistungsangebot/

Zitat von: kahlo am 26 November 2023, 17:36:37Das ich das erleben darf  :friends: ...
Ups, es soll natürlich 0,15mm heißen, so wie in der Zeichnung.
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: kahlo am 26 November 2023, 19:37:18
Wenn du meinst. Wird stimmen. Streiten ist nicht mein Ding.
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: Nordmann am 26 November 2023, 19:39:10
Pluta-Baron Heckberg 11a, 24623 Großenaspe
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: KarstenK am 26 November 2023, 19:39:45
das passt- Rethwisch ist ja um die Ecke. Herzlichen Dank an alle! Ihr habt mich wieder aufgerichtet. Schön, dass man sich mal bei Gleichgesinnten ausheulen kann. ;D  ;D  :verlegen:
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: RTwenty7 am 26 November 2023, 19:47:28
Einmal ordentlich, tut nur einmal weh. Mensch und Maschine haben dann lange Freude :thumbsup:
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: KarstenK am 28 November 2023, 09:07:45
So, Kopf und Zylinder sind jetzt beim Instandsetzer. Natürlich hatte ich den Kolben zu Hause gelassen, ich Blöd  >:( . Aber der ist jetzt auch unterwegs.
Noch eine Frage zur Ölversorgung im ZK: das Öl kommt ja von unten durch das Rohr im Zylinder und sollte dann durch die Bohrungen im ZK weitergeleitet werden. Aber die Bohrungen sind bei mir dicht. Sollten die nicht im Bolzenschacht münden?
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: strichzwojan am 28 November 2023, 09:26:03
Die Stelle setzt sich gerne mit Dreck (Ölkohle) zu. Dann entstehen heftige Schäden an den Kipphebeln, den Stösseln, der Nockenwelle, was ich selbst erlebt habe.
Test ist einfach: Das jeweilige Loche an der Zylinderkopfdichtfläche zuhalten und oben beim Ständer (wo der Kipphebel aufliegt) reinpusten. Ein- und Auslassseite genau gegeneinander vergleichen. Ist auf einer Seite mehr Widerstand?

Kopf entfetten und auf der Herdplatte langsam erwärmen. Es wird trotzdem stinken und rauchen... bei ca. 160 bis 180 Grad Celsius runternehmen und mit einer Zange die Ständerhülsen aus dem Kopf ziehen / drehen. Dann sieht man meist schon die Bescherung .
Die Ständer haben unten eine Lochbohrung und eine eingedrehte Nut. Alles gründlich saubermachen und die Löcher in der "Ölbanane" mit einem 4mm Bohrer freiräumen, was mit der Hand geht.
Wenn der Kopf eh beim Instandsetzer ist, dann sollte er das eigentlich wissen und machen. Eine nachträgliche Kontrolle ist aber angeraten.

Jan 
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: CowBoy am 28 November 2023, 10:04:13
Zitat von: strichzwojan am 28 November 2023, 09:26:03bei ca. 160 bis 180 Grad Celsius runternehmen und mit einer Zange die Ständerhülsen aus dem Kopf ziehen / drehen.

Ein wenig wärmer kann es schon sein: 250°C steht in der Literatur.

Zitat von: strichzwojan am 28 November 2023, 09:26:03Wenn der Kopf eh beim Instandsetzer ist, dann sollte er das eigentlich wissen und machen. Eine nachträgliche Kontrolle ist aber angeraten.

Das halte ich für nahezu ausgeschlossen, wenn es nicht ein Instandsetzer ist, der jeden 2. Tag BMW-Einzylinder-Köpfe macht.
Beim Boxer z.B. ist der Schmierölverlauf komplett anders...
Und der Ausbau der Ständerhülsen müsste im Sinne einer ordnungsgemäßen Reparaturabwicklung auch explizit beauftragt werden.
Wenn der Kopf mit den Worten "mach den mal wieder gut" abgegeben wird und der sorgfältige Instandsetzer
dann Sitzringe, Führungen und Ständerhülsen ausbaut, die Kalotte zuschweißt, ausdreht und Langgewinde für Zündkerze schneidet,
das Auspuffgewinde aufschweißt und neu schneidet, den Kopf stahlt und mit neuen Führungen, Sitzen und Ständerhülsen versieht
und neue Ventile, Federn, Keile und Teller einbaut und dann dafür 500€ aufruft, gibt es lange Gesichter...

Dichtfläche für Zylinderkopf- und Ventildeckeldichtung planen habe ich noch vergessen.

Bei einem heute üblichen Lohnstundenverrechnungssatz von 80-100€ muß er auch noch zügig arbeiten.

Also am Besten gleich bei Auftragsvergabe festlegen, was alles gemacht werden soll,
damit es keine bösen Überraschungen gibt. Sowohl das zu viel gemacht wird und es unnötig teuer wird,
als auch um zu verhindern, dass nur halbe Arbeit abgeliefert wird.

Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: strichzwojan am 28 November 2023, 11:42:02
Wer seinen Kopf mit der "Cowboy-Methode" behandeln will, der kann das gerne tun. Aber wenn BMW für das Herausklopfen der Ventilführungen 180 Grad angibt, dann sehe ich keinen Grund, an dieser Stelle weiter hochzuheizen. Ich bin sogar mit dem Pyrometer zugange gewesen, aus Materialschonungsgründen.
Wie schnell Alu sein Gefüge bei Hitze verändert und weich wird, habe ich dann absichtlich an der Alu-Ventildeckeldichtung mit dem Propanbrenner provoziert. Am Kopf selbst will ich das nicht haben.
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: CowBoy am 28 November 2023, 11:58:54
Zitat von: strichzwojan am 28 November 2023, 11:42:02Aber wenn BMW für das Herausklopfen der Ventilführungen 180 Grad angibt, dann sehe ich keinen Grund, an dieser Stelle weiter hochzuheizen. Ich bin sogar mit dem Pyrometer zugange gewesen, aus Materialschonungsgründen.

Geht es jetzt um die Ventilführungen oder die Ständerhülsen?
Woher stammen die 180°C? Meine Unterlagen sprechen - für die Ständerhülsen - von 250°C
(Service Information Motor Nr./67)
Und das mit dem Pyrometer ist kein überflüssiger Luxus, guter Hinweis!

Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: Hodima am 28 November 2023, 12:59:03
na ja, Hinwiese auf 180 Grad lassen sich schon finden

Zustände Hxxx gelten für alle nicht aushärtbaren, umgeformten Aluminium Werkstoffe (Legierungsreihen EN AW 1xxx,  5xxx). Für Aluminium Gussplatten aus naturharten Aluminium Legierungen gelten die Zustände Hxxx nicht. Werkstoffe in diesem Zustand können durch eine Wärmebehandlung keine weitere Festigkeitssteigerung erfahren. Werkstoffe im Zustand Hxxx sind thermisch unkritisch und können dauerhaft mit Temperaturen bis ca. 120° C belastet werden, kurzzeitig (ca. 4 – 6 h) auch bis ca. 180° C. Danach kann eine schleichende Rekristallisation (Gefügeveränderung) einsetzen.
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: Anulu am 28 November 2023, 13:23:36
Ist doch alles kein Trick. Das muss gar nicht so heiss werden.
Kopf auf eine Einzelkochplatte ( gehört mM nach in jede Werkstatt), langsam erhitzen bis Spuckheiss, die Ständerhülse am Ende mit dem Schraubstock greifen und den ganzen Kopf mit Links / rechts Bewegung und etwas Zug bewegen. ,,Iku, Iku-> Plopp" nächste...
Dauert 20 Minuten inkl. erhitzen.
Makier die Hülsen und Kopf vorher ( anreissen)  dann ist die passende Hülse an der passenden Stelle mit der passenden Tiefe wieder im Kopf.
Ich würd auch noch vorher auf dem Ceranfeld prüfen ob alle Hülsen gleich hoch sind.


Gruss
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: rolf am 28 November 2023, 14:34:04
iku iku plopp....klasse!
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: Anulu am 28 November 2023, 15:22:21
hAB bEIM bESTEN gELERNT

Ich glaub das hast du mir sogar mal gesagt, das das so am besten geht?

Gruß und Kuss
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: rolf am 28 November 2023, 15:37:47
mag angehen...hier meinte ich die Lautmalerei
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: Heiko am 28 November 2023, 16:29:52
Iku iku.. bekannt aus den Werner Comics.
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: KarstenK am 28 November 2023, 18:48:11
 :kaffee: ;D   :thumbsup:
iku iku plopp - das kachelt- das muss ich ausprobieren... hehehe
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: Anulu am 28 November 2023, 21:02:45
Ne das kachelt nicht, das KESSELT!



Ok... mit ie

(https://uploads.tapatalk-cdn.com/20231128/7906308d3db2bb33b95851dd247bab61.jpg)


Fahr ja aber auch nur einen ,98er Opel Astra und keinen ,98er Regency.
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: Guzzi Fuzzi am 04 Dezember 2023, 12:17:08
Zitat von: Anulu am 28 November 2023, 13:23:36Ist doch alles kein Trick. Das muss gar nicht so heiss werden.
Kopf auf eine Einzelkochplatte ( gehört mM nach in jede Werkstatt), langsam erhitzen bis Spuckheiss, die Ständerhülse am Ende mit dem Schraubstock greifen und den ganzen Kopf mit Links / rechts Bewegung und etwas Zug bewegen. ,,Iku, Iku-> Plopp" nächste...
Dauert 20 Minuten inkl. erhitzen.
Makier die Hülsen und Kopf vorher ( anreissen)  dann ist die passende Hülse an der passenden Stelle mit der passenden Tiefe wieder im Kopf.
Ich würd auch noch vorher auf dem Ceranfeld prüfen ob alle Hülsen gleich hoch sind.


Gruss

Das klappt bei den /3er Köpfen, die sitzen nicht so fest. Bei den /2er Köpfen hat das bei mir nie funktioniert, die saßen immer bobenfest. Ich bin da auch schon auf 220 bis 240 Grad rauf. Ich lasse aber die Ventile mit Federn drin. Mir ist schon passiert, dass bei 250 Grad ein Ring rausgefallen ist. Ich habe ein Werkzeug dass dann die Hülse zieht, nix klopfen oder gewaltsam drehen. Man muss mächtig aufpassen das Alu schmiert bei den enormen Hitze. Aber wenn die Bohrungen zu sind müssen die raus sonst ist keine Schmierung da. 
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: Anulu am 04 Dezember 2023, 12:54:59
Hat /2 andere Passungen oder Ständerhülsen?
Bei mir gings wie beschrieben wie von allein. Und so dichtgerotzt wie die waren, waren die auch noch nicht raus.
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: Kees am 04 Dezember 2023, 18:42:25
Zitat von: Guzzi Fuzzi am 04 Dezember 2023, 12:17:08Aber wenn die Bohrungen zu sind müssen die raus sonst ist keine Schmierung da. 
Aber, die /2 hat die Öl Lieferung durch die Ölrohrchen, da geht nichts durch die Kopfschraubenstutzen durch.

Nur wann man gestrahlt hat muss man aufpassen das da kein Strahlmittel zuruck geblieben ist. 
Titel: Drama beim Abbau des Zylinders
Beitrag von: rolf am 04 Dezember 2023, 19:20:18
und deswegen dürfen die auch so fest sitzen