BMW Einzylinder-Forum
ALLES RUND UM´S THEMA OLDIE-RESTAURATION => Die Mechanik und ihre Tücken => Thema gestartet von: Werner-#49 am 03 Januar 2023, 22:25:11
Hallo,
ich bin mit meinem neuen 300ccm Motor dieses Jahr 3000 Km gefahren -- sehr zufrieden bin ich. Läuft gut.
Zum Abdichten der Stoessel-Schutzrohre habe ich heute Kopf und Zylinder abgenommen und möchte
Euch mal die Ablagerungen nach diesen 3000 Km zeigen.
Ich hatte etwas weniger Kohle (und gleichmässiger aufgetragen) erwartet und frage desshalb mal ob
von Euch jemand dazu etwas sagen kann und möchte....
Anbei: Vorher/Nachher Bilder
Danke und Gruss, Werner
Für meinen Geschmack viel zu viel Kohle und Gematsche. Da stimmt irgendwas nicht. Zu fettes Gemisch?
Vor ein paar Wochen hatte ich auch den Zylinderkopf ab und war mit so etwas zufrieden: https://bmw-einzylinder.de/forum/index.php?topic=19966.msg335572#msg335572
Grüsse,
Kahlo.
2-Takter 🤔
Halko Werner, wenn ich mich recht erinnere, hast du den Mikuni VM26-665 montiert mit einer gefühlt großen Hauptdüse... wars nicht 165?
Ich fahre mit Serienhubraum die 145. Bei mehr Hubraum ist in der Regel die Hauptdüse kleiner wenn der Vergaserquerschnitt gleich ist, da der Unterdruck größer ist....
Also zu fett...
Gruß
Stefan, der Einzylindär
Zitat von: Einzylindär am 03 Januar 2023, 23:34:30... wenn ich mich recht erinnere, hast du den Mikuni VM26-665 montiert mit einer gefühlt großen Hauptdüse... wars nicht 165?
Nein. Das war ich nicht. Original Vergaser. Nichts verändert.
Ich meine es sieht aus als ob da Öl reinkommt? Kopfdichtung vielleicht?
Werner
Hallo Werner,
das sieht mir doch nach zu hohem Anteil an verbrannter Ölkohle aus. Daher empfehle ich :
--> check mal das Stoßspiel der Kolbenringe, nach Rep-Anleitung.
Diese Ölkohle erzeugt Glühzundungen, die früher als die gewollte Zündung einsetzen.
Das ist richtig übel, es erzeugt Klopfen und Klingeln was der Motorlebensdauer abträglich ist.
Gruß mek :schrauber:
PS : diese Spaltmaße der Kolbenringe, besonders der 1.Ring, sind wichtig und werden schnell zu groß.
Laut Handbuch sollen die 0,1....0,2mm sein wenn ich mich nicht sehr täusche.
Habe selbst schon Spaltmaße von 3mm gemessen !
Also : gaaanz vorsichtig aus bauen, nicht überdehnen ! und Einbaurichtung beachten.
Den ausgebauten Ring wieder in den Zylinder einsetzen und dann das Spaltmaß mit einer Fühllehre abschätzen.
Oben, besonders genau in der Mitte und unten (Hub!)
Sieht mir auch nach zuviel Öl im Brennraum aus. Nach 3000 km sollte das nicht so aussehen. Fährst du Einbereichsöl? Die Kolbenringe sind vielleicht verbacken.
Wie war dein Ölverbrauch, falls du mal gemessen hast?
Gruß, Jan
Zitat von: mekgyver am 04 Januar 2023, 00:09:07--> check mal das Stoßspiel der Kolbenringe, nach Rep-Anleitung.
PS : diese Spaltmaße der Kolbenringe, besonders der 1.Ring, sind wichtig und werden schnell zu groß.
Laut Handbuch sollen die 0,1....0,2mm sein wenn ich mich nicht sehr täusche.
Habe selbst schon Spaltmaße von 3mm gemessen !
Also : gaaanz vorsichtig aus bauen, nicht überdehnen ! und Einbaurichtung beachten.
Den ausgebauten Ring wieder in den Zylinder einsetzen und dann das Spaltmaß mit einer Fühllehre abschätzen.
Oben, besonders genau in der Mitte und unten (Hub!)
Gut. Danke. Werde ich überprüfen.
Werner
Zitat von: strichzwojan am 04 Januar 2023, 00:36:36Sieht mir auch nach zuviel Öl im Brennraum aus. Nach 3000 km sollte das nicht so aussehen. Fährst du Einbereichsöl? Die Kolbenringe sind vielleicht verbacken.
Wie war dein Ölverbrauch, falls du mal gemessen hast?
Ja. Einbereichsöl: 40er
Ja. Ölverbrauch. Aber da kam einiges aus dem Gummie von einem der Stoesselrohre so dass ich das dem zugeschrieben habe.
Werner
Zitat von: strichzwojanSieht mir auch nach zuviel Öl im Brennraum aus. Nach 3000 km sollte das nicht so aussehen. Fährst du Einbereichsöl? Die Kolbenringe sind vielleicht verbacken.
Ja die Kolbenringe verbacken gerne, wegen zuviel Klebematerial in Form von verbranntem Öl .
Am Einbereichsöl sollte das aber nicht liegen.
Wenn die Spaltmaße zu groß sind solltest Du Dich durchringen einen Kolbenringsatz bei Scheuerlein bestellen. Da gibt es einen 3-teiligen Ölabstreifring.
Wenn es einen verchromten 1.Ring gibt wäre es optimal, schau mal nach, düfte sich lohnen.
Gruß mek :prost:
Zitat von: mekgyver am 04 Januar 2023, 00:09:07Diese Ölkohle erzeugt Glühzundungen, die früher als die gewollte Zündung einsetzen.
Ja, ich meine die gab es. ... wenn ich das Gas ganz weggenommen habe.
Nö, wahrscheinlich nicht ;D
Beim Gaswegnehmen findet ja kein Arbeitstakt statt. Das Gemisch wird ja zu mager.
Ist der Auspuff dicht ? Wenn der Luft ziehen kann gibts Nachzündungen.
Gruß mek :prost:
Diese Glühzündungen bewirken eine vorzeitige Zündung, die zu Klingeln/Klopfen führt.
Das bemerkt man am ehesten beim Beschleunigungsversuch und eher bei hohen Drehzahlen,
aber auch machmal in niedrigen Drehzahlen.
Gruß mek
Ds ist doch der Toyotakolben vom Uli... die Verdichtung ist damit niedriger als Serie. Ober das auch Toyotaringe oder andere Kolbenringe sind, weiß ich nicht. Klingeln wird der Motor damit nicht....
Glühzündungen können entstehen, wenn heiße Teile im Brennraum die Verbrennung starten. Das können im Extremfall Rußpartikel sein oder auch eine überhitzte Zündkerze. Mit Klopfen/Klingeln hat das nichts zu tun, außer die sehr steilen Druckanstiege. Der Motor ist in wenigen Sekunden zerstört....
Öl begünstigt Klingeln, aber auch hier eher unwahrscheinlich wegen der niedrigen Verdichtung. Hast du die mal gemessen, also ausgelitert?
Gruß
Stefan, der Einzylindär
Zitat von: #49 am 03 Januar 2023, 22:25:11... und Zylinder abgenommen ...
Zeig mal Fotos vom Kolbenhemd.
Gruß
Stefan
Zitat von: #49 am 04 Januar 2023, 00:46:34Ja. Einbereichsöl: 40er
Und zwar welches?
Da werden mehrere Sachen zusammengekommen sein.
Zum Einbereichsöl: ich vermute, dass das bei dir nicht hilfreich ist. Ich fahre seit 40 Jahren (von BMW nicht empfohlenes!) legiertes Mehrbereichsöl und habe noch nie zusammengeklebte Kolbenringe gehabt. Nach 46.000 km sieht mein Nüralkolben mit den ersten Kolbenringen blitzeblank aus. Das Stoßspiel der Ringe ist deutlich über der Werksvorschrift, mein Ölverbrauch aber deutlich darunter (ca. 0,15 Liter auf 1000km).
Mache doch einen Kompressionstest. Der kann natürlich, wenn der Kolben eh auf niedrigere Verdichtung ausgelegt ist, schwächer ausfallen. Wenn dann aber mit etwas eingespritztem Öl die Verdichtung deutlich höher ist, dann sind vermutlich die Ringe schuld (schlecht eingefahren oder verschlissen oder verbacken).
Wer den Motor nicht schont, der wird meistens mit weniger Ablagerungen belohnt.
Wurden bei dir die Ventilführungen gewechselt, der Kopf überholt? Du solltest das Kippspiel der Ventile in den Führungen checken. Besonders am Schaft des Einlassventils entlang (Unterdruck!) kann Öl aus dem Ventil-/Kipphebelbereich in den Ansaugtrakt und damit in den Brennraum gezogen werden.
Ich würde nach einer Komplettrevision, wenn der Motor also innen von Ablagerungen gereinigt ist, immer nur mit Mehrbereichsöl, leicht legiert (bis maximal API-SM), fahren. Teures Classic-Öl muss nicht sein.
Jan
Zitat von: mekgyver am 04 Januar 2023, 01:20:27Ist der Auspuff dicht ? Wenn der Luft ziehen kann gibts Nachzündungen.
Stimmt. Die Auspuff-/Krümmermutter hatte sich gelöst. Festgezogen und gut/ruhig war's.
...also keine Glühzündung aufgrund Kohleablagerungen. Danke für die Klärung mek.
Zitat von: strichzwojan am 04 Januar 2023, 09:59:56... und habe noch nie zusammengeklebte Kolbenringe gehabt.
Bei mir ist auch nichts zusammengeklebt. Auch keine Ablagerung am Kolbenring.
Ich mach morgen ein Bild und messe dann auch das Spaltmass.
Verwendetes Öl bitte ausklammern.
... das habe ich auch im vorherigen 250er Motor verwendet als auch für meine Boxer-BMW. Das ist gut.
Zitat von: strichzwojan am 04 Januar 2023, 09:59:56Wurden bei dir die Ventilführungen gewechselt, der Kopf überholt?
Ja.
Gruss, Werner
Ist es denkbar dass Öl an der Kopfdichtung in den Brennraum reinwandert?
... ohne dass sich dass unbedingt auf die Kompression auswirkt?
Die ist nämlich (gefühlt) sehr gut und höher als bei meinem vorherigen 250er.
Werner
Hallo Werner,
wenn Öl durch die Kopfdichtung einwandert, sieht man das eigentlich ganz gut durch die Schmauchspur.
Weil so ein Minileck ist dann ja kein Einwegventil, sondern blässt auch die heißen Abgase raus.
Das so etwas ohne Kompressionsverlust abläuft glaube ich aber eher weniger.
Was auch noch sein könnte, und nicht außer Betracht gelassen werden sollte, ist Ölverlust durch die Ventilschäfte. Das Einlassventil ist dafür sehr gut prädestiniert:
Im Ansaugschritt herrscht im Brennraum Unterdruck um das Gemisch anzusagen, dies kann auch dazu führen, dass Öl über dein Einlassventil in den Brennraum gelangt. EV schließt wieder für Verdichtungs-Schritt und Kompression ist dennoch super.
So passiert bei mir vor Jahren am Auto, da waren die Ventilschaftdichtungen verschlissen (hart geworden).
Das merkt man dann bei längerem Schiebebetrieb mit geschlossenem Gas (Drosselklappe zu) z.B. bei langen Gefällstrecken und wenn man dann wieder Gas gibt, gibt es eine deutlich blaue Auspuffahne.
Das hab ich vom Großklockner heimzu mit dem Auto vor Jahren gehabt.
Die Serpentinen viel im kleinen Gang und mit Motorbremse herunter gefahren, um meine Betriebsbremsen zu schonen, und unten gab es eine rießen Wand hinter mir.
Bin dann erst einmal angehalten, weil ich dachte es brennt etwas unter dem Auto (überhitzte Bremsen oder so).
Dann noch viel zu teuer Öl an der Tanke gekauft, weil ich Angst hatte, dass es meine ZK-Dichtung zerlegt hat (ich musste ja auch wieder über 700km bis nach Hause fahren).
Bis zur großen Motorwartung (Zahnriehmenwechsel) bin ich dann immer mit Leerlauf die Berge hinunter und es hat geholfen.
So gesehen war ich der Zeit damals schon voraus, heute nennt sich das bei Werbetextern in Automatikgetrieben "segeln" ::)
P.S.: Freilauf gab es aber auch schon zu DDR-Zeiten für die Zweitakter im höchsten Gang (z.B. Barkas B1000)
MfG Eppo
Es ist nichts zu dem Zylinderkopf gesagt worden,auf den ersten Bildern sieht man wohl der Vorher Zustand, könnte das Öl nicht von ausgenudelten Ventilführungen kommen?
Gruß
André
Zitat von: #49 am 04 Januar 2023, 00:46:34Ja. Einbereichsöl: 40er
Werner
Korrektur (benutztes Motoröl):
0-2000 km: SAE 40 Vintage
2000-3000 km: 15W-40 legiert
Ich hatte kein 40er mehr aber hatte da 15W-40 stehen.
Gruss, Werner
Mögliche Ursachen:
- Viel zu fette Einstellung, evtl. LuFi zugesetzt/verdreckt
- bummeliges Fahren, untertourig
- Öleintritt in den Brennraum (Ringe, Ventilführung)
- zu "kalte" Kerze
Eines oder mehrere davon.
Gruß,
Sascha
Zitat von: mekgyver am 04 Januar 2023, 00:09:07--> check mal das Stoßspiel der Kolbenringe, nach Rep-Anleitung.
Hallo mek, Gemacht: 0,25 ... sehr gut.
Habe es nicht anders erwartet da Zylinder und Kolben neu sind.
... aber gut es einmal betrachtet zu haben.
Nuten der einzelnen Ringe sind sauber.
Nur in der Oberen war ein wenig Kohlelablagerung. Nun gereinigt.
--> Bilder
Zitat von: strichzwojan am 04 Januar 2023, 00:36:36Sieht mir auch nach zuviel Öl im Brennraum aus. Nach 3000 km sollte das nicht so aussehen. Fährst du Einbereichsöl? Die Kolbenringe sind vielleicht verbacken.
Habe jetzt die undichten Stoesselhülse abgedichtet.
Wenn sonst nichts mehr ist kann ich jetzt den wirklichen Ölverbrauch beobachten.
Zitat von: strichzwojan am 04 Januar 2023, 09:59:56Da werden mehrere Sachen zusammengekommen sein.
Zum Einbereichsöl: ich vermute, dass das bei dir nicht hilfreich ist. Ich fahre seit 40 Jahren (von BMW nicht empfohlenes!) legiertes Mehrbereichsöl ....
....
Ich würde nach einer Komplettrevision, wenn der Motor also innen von Ablagerungen gereinigt ist, immer nur mit Mehrbereichsöl, leicht legiert (bis maximal API-SM), fahren.
Jan
Ja, da könnten mehrere Sachen zusammengekommen sein.
Wie gesagt: Ersten 2000 km hatte ich HD40 Vintage drin.
Das legierte 15W-40 das ich dann 1000km drin hatte war weil ich es einfach hatte
und auch weil im November die Temperaturen runter gingen. 40er ist da etwas dick.
Für 2023 steht bereit: ROWE VINTAGE MILD LEGIERT SAE 20W-50
Zitat von: strichzwojan am 04 Januar 2023, 09:59:56Wer den Motor nicht schont, der wird meistens mit weniger Ablagerungen belohnt.
:) Ich werde daran denken wenn es wieder los geht.
Ich fahre allerdings gerne auch mal etwas untertourig ... das ist wohlklingend.
... oder anders: einfach nicht so schnell.
Zitat von: 4Taktix am 05 Januar 2023, 13:11:51Mögliche Ursachen:
- Viel zu fette Einstellung, evtl. LuFi zugesetzt/verdreckt
- bummeliges Fahren, untertourig
- Öleintritt in den Brennraum (Ringe, Ventilführung)
- zu "kalte" Kerze
Eines oder mehrere davon.
Technisch sieht alles gut aus. Habe jetzt ja noch mal überprüft.
Vielleicht ist es tatsächlich etwas davon ... etwas was ich nicht so stark beachtet habe bzw. alleine mit neuen Teilen nicht auch automatisch fertig ist.
2000km (behutsam) Einfahren könnte auch eine Rolle gespielt haben.
Fazit: Alles wieder gereinigt. Überprüft nach Euren Hinweisen/Empfehlungen.
... sehe die Technik als sehr gut und in Ordnung an.
Ich werde 2023 fahren, die Sachen von Euch mitnehmen und berücksichtigen.
Spätestens ende Saison 2023 schaue ich dann wieder unter den Kopf.
Ich danke Allen vielmals! Hilfreich und lehrreich!
Gruss, Werner
Hast du - wie hier empfohlen - die Einbaulage der Kolbenringe (Top Richtung Brennraum) kontrolliert? Falls da ein Ring verdreht eingebaut wäre, dann könnte ein Pumpwirkung Richtung Brennraum entstehen, die Öl nach oben leitet.
Jan
Zitat von: strichzwojan am 06 Januar 2023, 19:22:05Hast du - wie hier empfohlen - die Einbaulage der Kolbenringe (Top Richtung Brennraum) kontrolliert? Falls da ein Ring verdreht eingebaut wäre, dann könnte ein Pumpwirkung Richtung Brennraum entstehen, die Öl nach oben leitet.
Jan
Sitzen wie gekauft: Kolben mit Ringen schon drin
Ich sehe auch keinen Unterschied in der Kante oben und unten. Bei keinem der Ringe.
Bei dem Oberen ist die obere Kante nicht mehr ganz so scharf -- ist halt eingefahren.
Gruss, Werner
(https://uploads.tapatalk-cdn.com/20230106/30f05a2c69e58a9d870d1844f43c5ef4.jpg)
Und ich würd mir die V-Führungen dennoch genauer ansehen.
Und fahr das Teil bloss mal richtig ein!
Denn:
2000km rumbummel = überhaupt NICHT eingefahren.
Ich bin Fan von Run it hard.
Gruss Manuel
Zitat von: Anulu am 06 Januar 2023, 19:42:22Und ich würd mir die V-Führungen dennoch genauer ansehen.
Gut. Hab ich jetzt gemacht. Sitzen richtig.
Danke für das Bild.
Gruss, Werner
Zitat von: #49 link=msg=338969Bei dem Oberen ist die obere Kante nicht mehr ganz so scharf -- ist halt eingefahren.
Das macht mich stutzig.... Das könnte auf einen falsch herum montierten Minutenring in der ersten Nut hindeuten... Minutenringe sind üblicherweise in der zweiten Nut eingebaut....und dort andersherum....
Gruß
Stefan, der Einzylindär
Zitat von: #49 am 06 Januar 2023, 22:54:01Sitzen richtig.
Gruss, Werner
Es geht beim "Durchölen" nicht um den Sitz, sondern um das Spiel des Ventilschafts in der Führung, manchmal auch um den Sitz der Führung in der Zylinderkopfgrundbohrung.
Es geht nicht um schlechten Sitz des Ventils auf den Sitzringen, obwohl das auch schlecht wäre.
War der Kopf bei einem Motoreninstandsetzer (Profi)?
Zitat von: strichzwojan am 06 Januar 2023, 23:51:54Es geht beim "Durchölen" nicht um den Sitz, sondern um das Spiel des Ventilschafts in der Führung ...
War der Kopf bei einem Motoreninstandsetzer (Profi)?
Mit "Sitzen richtig" da ging es darum ob die Kolbenringe richtig eingesetzt sind.
... sie sind es.
Der Kopf:
Habe ich bei eBay Kleinanzeigen gekauft. Komplett.
Fertig überholt. Guter Zustand (Gewinde, Dichtflächen und so) und gut gemacht.
Ich hatte nachgefragt wer den Kopf überholt hat und ob das ein Profi war.
War ein Mann der dass konnte. Gab/Gibt für mich keinen Grund daran zu zweifeln.
Ich überlege jetzt dennoch das Einlassventil einmal herauszunehmen und mir Ventilsitz und Ventilführung anzuschauen.
Werner
Zitat von: #49 am 07 Januar 2023, 21:39:58Ich überlege jetzt dennoch das Einlassventil einmal herauszunehmen und mir Ventilsitz und Ventilführung anzuschauen.
Mach mal. Wenn im Bereich Kolben/Zylinder/Kurbelwelle alles stimmt, muss ja dieser Öleintrag irgendwo herkommen.
Gruß, Hendrik
Werner, zuviel Spiel zwischen Schaft und Führung führt zu unpräzisem Aufeinanderschlagen von Ventilsitz und Sitzring. Das ist Stress fürs Material. Bei der letzten Kopfüberholung (Reservekopf für die Zukunft) sagte der Instandsetzer, dass ihm die Einlassführung beim Auspressen keinen großen Widerstand entgegengesetzt hätte. Vor über 40 Jahren entdeckte ich bei meiner frisch gekauften Maschine, dass die Einlassventilführung sich durch den Einlasskanal mit dem Zeigefinger rauf- und runterschieben ließ... Der Ölverbrauch war hoch.
Ich habe trotzdem vor drei Jahren und 11.000 km meinen Kopf selbst "überholt" durch Beibehalten der alten Führungen und händisches Einschleifen der neuen Ventile (Ulis). Das Kippspiel der Ventile, gemessen in Längsrichtung am Ventilteller und mit etwa 1,5 cm angehobenen Ventilen lag bei 0,7 bis 0,8 mm.
Ich fahre gerne mit höherer Drehzahl. Der Ölverbrauch ist vollkommen unauffällig.
Einen ersten Eindruck vom Zustand der Ventiltellerränder kann man übrigens gut bei rausgeschraubter Kerze mit einer Taschenlampe durchs Kerzenloch kriegen, indem man den Motor (am besten bei Dunkelheit, weil da kein Nebenlicht ablenkt) am Kickstarter durchdreht. Sollten da Brandflecken zu sehen sein: den Kopf zerlegen.
Kurzfassung: da ist VIEL zu viel Kohle und Russ. Das ist verbranntes Oel und evtl. noch ungeeignete Benzinverbrennung. Jedenfalls ist der Motor so nicht gut. Wie schnell lief die Maschine ??
Oel kommt entweder von unten (durch die Ringe) oder von oben (durch die Ventilführung).
Du musst Keile und Federn ausbauen und siehst/spürst erst dann, ob der Ventilschaft in der Führung Spiel hat, und ob die Führung fest sitzt.
Wegen der Ringe machst Du Kompressionstest mit und ohne Oel durchs Kerzenloch.
Danach weisst Du ws. wo das Problem liegt
strichzwojan und rolf.soler,
danke für Eure Beiträge -- gut und interessant.
Ich werde die Ventile ausbauen und auch die Führungen unter die Lupe nehmen.
Ich melde mich wieder wenn ich die Ventile in der Hand habe...
Gruss, Werner
konkret prüfen on die Ventilschäfte in den Führungen Spiel haben. (wackeln). die müssen saugend eigentlich saugend praktisch spielfrei, aber auch ohne Widerstand in den Führungen bewegen lassen.
Messen geht auch, ist aber ungenauer als das Fingerspitzengefühl, vor allem der Innendurchmesser der Führungen auf der ganzen Länge...
Habe ich vergessen...
Zitat von: rolf.soler am 08 Januar 2023, 11:59:53Jedenfalls ist der Motor so nicht gut. Wie schnell lief die Maschine ??
Sie ist gut gefahren. Ich war und bin sehr zufrieden.
Über 80, bzw. dann max. 100, bin ich in der Einfahrzeit (bis 2000) nicht gefahren.
Dann ab 2000 km hätte sie sicher 110 erreicht -- ich wollte aber (noch) nicht.
Werner
Hi,
sorry, aber wenn sie nur maximal 80 bei einer Einfahrstrecke von 2000km fahren durfte kann der Motor nicht gut gelaufen sein. Bei 2000km mit max. 80 wäre ich maximal frustriert.
Diesen Fehler machen die Meisten aus Angst und wundern sich dann wenn etwas nicht stimmt. Nach rund 500km muss der Motor alle Lastzustände gesehen haben.
Man muss nicht unbedingt "Run it hard" fahren, aber es hilft. ;)
Wie von Jan und Rolf geschrieben: Kopf prüfen und unbedingt die Quetschkante im Kopf reinigen. Saß der Kopf korrekt auf dem Zylinder mit ausreichend Luftspalt ohne Kopfdichtung?
Ringe hast Du ja schon geprüft, würde die Ringe aber eher im Laufbereich des Kolbens prüfen und nicht oben am Rand wo nichts läuft.
Gruß Heiko
Ich habe den Fred ja schon eine Weile verfolgt und irgendwie das Gefühl gehabt, der Ölverbrauch kommt von einer falschen Einfahrmethode.
Nun biste verängsigt 3000km mit deinem Kolben rumgelutscht. Die Kolbenringe konnten sich mangels zu niedrigen Verbrennungsdrucks nie richtig an der frisch gehonten Zylinderwand anpressen und in Form schleifen, um zukünftig richtig abzudichten und Wärme zu übertragen. Der Honschliff ist jetzt stumpf durch dieses zaghafte rübergerubbel. Die Kolbenringe dichten nicht und werden es auch nie, auch wenn du noch 10.000km so fährst. Wozu eigentlich der Umbau auf 300ccm, wenn jeder vernünftig eingefahrene 200er dir um die Ohren fährt? 300ccm, um die Nachteile deiner zaghaften Einfahrmethode zu kompensieren?
Alles muss jetzt nochmal von vorn gemacht werden. Neuer Honschliff, neue Kolbenringe, neue Einfahrtzeit.
Aber dieses mal bitte richtig!!!
https://bmw-einzylinder.de/forum/index.php?topic=720.0
Gruß Tino
Zitat von: #49 am 07 Januar 2023, 21:39:58Der Kopf:
Habe ich bei eBay Kleinanzeigen gekauft. Komplett.
Fertig überholt. Guter Zustand (Gewinde, Dichtflächen und so) und gut gemacht.
Ich hatte nachgefragt wer den Kopf überholt hat und ob das ein Profi war.
War ein Mann der dass konnte. Gab/Gibt für mich keinen Grund daran zu zweifeln.
Werner
Werner, wahrscheinlich kommst du hier mit Treu und Glauben nicht weiter. Wenn du den Instandsetzer und seine Werkstattausrüstung nicht kennst, dann kannst du dir von solchen Zusicherungen überhaupt nichts kaufen. Der Kopf muss zerlegt, der Zylinder und der Kolben vermessen werden.
Tino,ich kann mir nicht recht vorstellen,das die ganze Ölkohle durch falsches Einfahren zustande gekommen ist, ich tippe nach wie vor darauf,das das Öl durch die Ventilführungen den Weg in den Brennraum gefunden hat,was ich schon in der Antwort #21 angesprochen hatte,,mit diesem Überschuss an Öl wahrscheinlich auch nicht übermäßig gut gelaufen ist.
Soll er doch erstmal den Zylinderkopf überprüfen.
Gruß
André
Wenn der Schmodder von ausgelutschten Ventilführungen kommt, dann muss die Maschine beim gaswegnehmen aber auch gebläut haben wie blöde. Das kann doch nicht unbemerkt bleiben. ???
Gruß Jörg
wenn man nicht in den Spiegel schaut, bzw. im Spiegel wg. der Vibrationen nichts sieht, halte ich es schon
für möglich, dass einem das entgeht.
Zitat von: 4Taktix am 09 Januar 2023, 15:24:25... im Spiegel wg. der Vibrationen nichts sieht ...
Na also... ist doch eine R27. Da gibt es das doch nicht. :)
Dummes Zeug - ist doch bloß ein Gerücht.
So. Ventile sind raus.
Vorab: Für mich keine Auffälligkeiten.
Ventilsitze sehen gut aus. Ventilführungen mit "Passspiel" -- denke sie sitzen auch fest im Kopf.
Zitat von: strichzwojan am 08 Januar 2023, 10:31:11Das Kippspiel der Ventile, gemessen in Längsrichtung am Ventilteller und mit etwa 1,5 cm angehobenen Ventilen lag bei 0,7 bis 0,8 mm.
Ja, etwas so. Gefühlt. Nicht gemessen.
Zitat von: rolf.soler am 08 Januar 2023, 19:52:54konkret prüfen on die Ventilschäfte in den Führungen Spiel haben. (wackeln). die müssen saugend eigentlich saugend praktisch spielfrei, aber auch ohne Widerstand in den Führungen bewegen lassen.
Saugend ? Nein
Gruss, Werner
Für mich sehen die Ventile nach 100.000 KM und völlig ausgelutschtem und nicht überholten Kopf aus.
Das Öl kommt ja offensichtlich von oben aus den Führungen. Kein ordentlich blanker Sitzring und alles versifft.
Da stimmt definitiv was nicht
Gruß
Amir
Sehe ich genauso, wenn man ein Spiel händisch feststellt, dann ist es zu groß.
Die Ventile dürften auch nicht so ölig sein,wenn das Öl aus Richtung Brennraum käme.
Gruß
André
Autsch :o , da sahen meine alten Ventile mit unbekannter Laufleistung ja fast besser aus.
Wenn du eh schon alles aus dem ZK ausgebaut hast und die Möglichkeit hast, den ZK zu erwärmen,
dann pack diesen mal auf den Ofen und lass das Alu schön durchwärmen, so gleichmäßig um die 150°C sollten reichen.
Wenn du dann die Ventilführungen locker verschieben kannst oder diese sogar heraus fallen,
dann sind die Passungen schlecht.
MfG
Eppo
Die von Jan angesprochenen 0,7 bis 0,8mm kommen mir komisch vor,wenn ich mir die Blattlehre von 0,4 für die Kontakte und 0,10 und 0,15 für die Ventile vorstelle.
Müsste es nicht eher um 0,07 handeln?
Gruß
André
Nein. Das Spiel wird am Ventiltellerrand in Längsrichtung des Kopfes gekippt ermittelt. Wenn ich ganz ehrlich bin, dann ist es bei meiner 25/2 sogar 1mm. Die 0,7 mm werden in der Reparaturanleitung von BMW erwähnt, für die R 80 GS oder R.
Das Ventil wird dazu ein Stück herausgezogen, 1,5 bis 2 Zentimeter, und dann gewackelt.
Wie gesagt fahre ich gerne mit hohen Drehzahlen. Das geht in Tirol nicht anders. Keine Probleme seit meiner "Westerwaldinstandsetzung", kein übertriebener Ölverbrauch, gute Kompression, gute Vmax (105 sitzend, Sigmatacho).
Es gibt doch einen Reparaturbericht aus Ulis Motorradladen (Oldtimer Praxis, über zwei Hefte hinweg), da ist sogar von 1,5 mm Kippspiel die Rede, wenn ich mich recht erinnere. Ob das dann zuviel ist, weiß ich nicht.
Jan
Bei meinem R26-Kopf haben die Ventile mit neuen und passend geriebenen Führungen
(Eigenproduktion des Instandsetzers) ca. 0,15 bis 0,2 mm "Wackelspiel"
(ca. 10 mm geöffnet, in alle Richtungen)
Da hatte ich nach Instandsetzung weniger erwartet, ich wurde aber belehrt, dass das schon knapp an der Grenze
des minimalen Spiels ist. -> Wärmeausdehnung / Klemmneigung
0,7 bis 0,8 ist für meine Begriffe ausgenudelt !
Mich wundert nur, dass das Einlassventil und der sichtbare Teil vom Einlasskanal relativ sauber aussieht,
und stattdessen das Auslassventil und sein Kanal völlig ölig verkokt ist.
Auslassventile sehen i.d.R. matt Ocker über Rehbraun bis matt schwarz aus, und immer "trocken", da glänzt absolut nichts.
Bei Dir das absolute Gegenteil. Ölig verkokt nass glänzend. Ich tippe mal, dass zu der Verkokung noch frisches Öl dazukommt,
das nach dem Abstellen des Motors von oben durch die Führung nachläuft.
Das passt zu "etwa so gefühlten" 0,7 bis 0,8mm "Wackelspiel" - Mindestens die Auslassführung ist total ausgelutscht !
Evtl stimmt auch mit den Kolbenringen bzw. der ganzen Kolbenpassung im Zylinder etwas ganz und garnicht.
Auch kann es gut sein, dass das Öl nicht in ausreichender Menge durch die Stößelrohre und Führungen ablaufen kann
und es sich deshalb nach kurzer Fahrt oben um die Ventile aufstaut und deshalb so viel durch die Führung kommt.
Edelstahlführungen eines bestimmten Lieferanten ( "MMM" ) sind dafür berüchtigt, dass die den Ölrückfluss be-/ver-hindern...
Weiter kann der Entlüfter falsch montiert sein oder sonstwie fehlerhaft, so dass sich Überdruck im Kurbelgehäuse aufbaut.
Dieser setzt sich durch die Stößelrohre bis nach oben unter die Ventildeckel fort und presst so zusätzlich Öl durch die Ventilführungen.
Oder der Entlüftungskanal ist verstopft/verschlossen. ( es laufen genug Spacken herum, denen ich das zutrauen würde )
Einer oder mehrere der geschilderten Fehler liegen bei Dir vor !
Allesamt überprüfen !
Gruß,
Sascha
Der Unterschied zwischen 0,7 bis 0,8 und 0,15 bis 0,20 ist aber schon enorm. Weiss das nicht jemand genauer, ich bin ja nur Gärtner,ich kann das nicht wissen,ich fand im Reparaturhandbuch in den Maßen für Stössel und Ventile die Angabe: maximaler Verschleiss 0,1mm über Ventilschaftspiel.
Gruß
André
Bitte sehr. Aus der Rep.anleitung für die R80 u. R100 Modelle. BMW sagt: austauschen, wenn das Spiel mehr als 0,7mm groß ist.
Sascha, ich würde mich auch beschweren, wenn der Kopf vom Instandsetzer mit diesem Wackelspiel geliefert würde. Tatsache ist aber auch, dass er bei mir so läuft und zwar sehr flott, ohne zu hohen Ölverbrauch.
Das ist der Verschleiß zwischen Schaft und Ventilführung nach immerhin 56.000 km! Der Engländer sagt dazu: still going strong!
Jan
Bitte nicht verwechseln Schaftspiel/Führungsspiel und Kippspiel. Bedingt durch die Geometrie ist das Kippspiel immer größer... ->Strahlensatz.
Bei ordentlich neu gemachten Führungen gleitet das Einlaßventil geölt leichtgängig ohne fühlbares Spiel, das Auslaßventil hat gaaanz leichtes Spiel, fast nicht mehr fühlbar.
Alles andere ist nicht nach Spezifikation! Oft wird die Standardreibahle 7H7 durchgejagt, weil das ja immer so ist. 7K7 ist richtig. Meine neuen Ventile hatten zudem einen sehr geringen Schaftdurchmesser, das Auslaßventil war sogar 0,01mm kleiner als von der BMW Toleranz vorgegeben.
Zusammen ergibt sich dann ein Führungsspiel über der Neutoleranz.
Wenn man eine verstellbare Ventilführungsreibahle benutzt, dann geht das.
Habe ich bei meiner R27 so gemacht, kein Ventilklemmer!
Gruß
Stefan, der Einzylindär
Das Kippspiel am Ventiltellerrand von 0,7 mm bei ausgezogenem Ventil von ca 15-20 mm entspricht einem Führungsspiel von round about 0,05 mm. Einlass 0,02-0,004 und Auslass 0,04-0,06 in aller Regel.
Wie hast Du das gerechnet ?
Zitat von: Eppo am 09 Januar 2023, 23:00:49Wenn du eh schon alles aus dem ZK ausgebaut hast und die Möglichkeit hast, den ZK zu erwärmen,
dann pack diesen mal auf den Ofen und lass das Alu schön durchwärmen, so gleichmäßig um die 150°C sollten reichen.
Wenn du dann die Ventilführungen locker verschieben kannst oder diese sogar heraus fallen,
dann sind die Passungen schlecht.
OK Eppo. Mach ich.
Sonst: Ich werde den Kopf betrachten und das Spiel messen lassen.
...dann gibt es konkrete Werte.
Wird etwas dauern bis ich Ergebnisse habe.
Danke mal wieder und Gruss, Werner
Über Strahlensatz komme ich nicht drauf.... Bei 50mm Länge der Ventilführung und 0,05mm Spiel komme ich in weiteren 50mm Entfernung Richtung Kolben also in 100mm Entfernung auf 0,1mm....
Gruß
Stefan, der Einzylindär
Oder bei kaltem Kopf und Dorn und Hammer zart anköpfen. Da dürfen die sich nicht bewegen...
Gruß
Stefan, der Einzylindär
und was sagt das über das Spiel des Ventils in der Führung aus ?
Damit kann man einfach ohne Wärme prüfen, ob die FÜHRUNG im Kopf fest ist, also ein Pressitz besteht.
Warm verschieben ist auch ungenau... außer man misst die Kraft.
Gruß
Stefan, der Einzylindär
Sascha meinte wohl,das der eventuell lockere Sitz der Führung nicht das Problem sein kann,warum sich soviel Öl im Brennraum befindet.
Grunz
André
Zitat von: Einzylindär am 10 Januar 2023, 07:45:45Bei ordentlich neu gemachten Führungen gleitet das Einlaßventil geölt leichtgängig ohne fühlbares Spiel, das Auslaßventil hat gaaanz leichtes Spiel, fast nicht mehr fühlbar.
Ja in etwa so hatte ich das auch gemeint, vlt. nicht so gut beschrieben (saugend)
Ich finde das muss man spüren, messen kann ich (!) das nicht. Sollten m.E. nicht oder nur minimst wackeln, aber sofort durch die Schwerkraft aus den Führungen fallen.
Da ist zuviel Oel im Brennraum und das wahrscheinlichste sind eben doch die Führungen/Ventilschäfte. Ich schätze dein wackeln ist eben doch etwas zuviel. Soviel Kohle haben nicht mal meine Zweitakter nach Jahren (dort läge es nicht an den Ventilen)
Ich hab die Führungen mal gewechselt bei R27: verschiedene Masse bestellt und neue Ventile, dann geschaut durch welche Führung das Ventil ohne wackeln aber sanft nur mit Schwerkraft gleitet, so ists bis heute gut.
Ausbau /Einbau geht mit Backofen eigentlich recht einfach.
Zitat von: rolf.soler am 10 Januar 2023, 19:42:24Sollten m.E. nicht oder nur minimst wackeln, aber sofort durch die Schwerkraft aus den Führungen fallen.
Da ist zuviel Oel im Brennraum und das wahrscheinlichste sind eben doch die Führungen/Ventilschäfte. Ich schätze dein wackeln ist eben doch etwas zuviel.
Ja. Ich sehe da nun auch zuviel Spiel. Beim Einlass noch etwas mehr als beim Auslass.
Ich werde den Kopf morgen wegbringen. Vielleicht kann ich bald schon mehr sagen...
Gruss, Werner
Zitat von: Einzylindär am 10 Januar 2023, 07:45:45Alles andere ist nicht nach Spezifikation! Oft wird die Standardreibahle 7H7 durchgejagt, weil das ja immer so ist. 7K7 ist richtig. Meine neuen Ventile hatten zudem einen sehr geringen Schaftdurchmesser, das Auslaßventil war sogar 0,01mm kleiner als von der BMW Toleranz vorgegeben.
Genau deswegen hab ich mir eine verstellbare Ventilführungsreibahle inkl. Zentrierdorn gegönnt und vor dem Einbau die Ventilschäfte mit der Bügelmessschraube mehrfach vermessen.
Ergebnis: die neuen Ventileschäfte waren auch Untermaß, mit Standartreibahle wäre das zu locker geworden.
Dann die alten Ventile vermessen und auf der Drehmaschine soweit abgeschliffen, dass sie als Grenzlehrdorn herhalten konnten, also minimal kleiner waren als die neuen Ventile.
Als das Grenzlehrdorn dann in die Führung passte, die Reibahle noch ein minimales Stück weiter gestellt und fertig war die Führung.
Bei der verwendeten Ventilführungsreibahle war ein Gewindegang 0,03mm Aufweitung, mittels Markierung an der Verstellschraube und da es 3 Messer hat, konnte ich so ohne Weiteres pro Umdrehung 6-fach abstufen (Messer-Lücke-Messer-Lücke-... etc.). Damit waren Schrittweiten von 0,005mm möglich und die Gefahr zu weit aufzureiben ging gegen 0.
Für die Situation Grenzlehrdorn passte, aber neues Ventil noch nicht, einfach noch 1/6 weiter stellen und schon war man innerhalb der Passung und selbst zwei Stellungen weiter liegen damit noch innerhalb der Passung.
MfG
Eppo
Kurze Rückmeldung: Es ist gemacht!
Zitat von: rolf.soler am 10 Januar 2023, 19:42:24Sollten m.E. nicht oder nur minimst wackeln, aber sofort durch die Schwerkraft aus den Führungen fallen.
Da ist zuviel Oel im Brennraum und das wahrscheinlichste sind eben doch die Führungen/Ventilschäfte. Ich schätze dein wackeln ist eben doch etwas zuviel.
Hallo Rolf, Hallo Alle,
So ist es bzw. war es. Nun sitzen sie satt in der Führung.
Ich habe das anständig gemacht bekommen: Neue Führungen und Ventiele. Die Kopfdichtfläche ist geplant worden.
... neue Ventile weil das Auslassventiel (Dichtfläche und Schaft) nicht aussah wie erst 3000Km. Zur Sicherheit: Neu
Voher: Sah zwar alles gemacht und neu aus aber die Ventielführungen hatten zuviel Spiel.
Die Kopfdichfläche war nicht ganz plan.
Ist einiges (und weiteres) an Interesantem hier beigetragen worden. Ich danke allen dafür!
Ich freue mich auf die kommende Saison mit top Ventielen im Kopf.
Gruss, Werner
Werner, denk dran, dass du nach dem Planen des Zylinderkopfs - je nachdem wie viel weggenommen wurde - der Zentrierbund vom Zylinder zu hoch sein könnte
Hubi
Zitat von: Borgward am 09 Februar 2023, 10:17:30...denk dran, dass du nach dem Planen des Zylinderkopfs - je nachdem wie viel weggenommen wurde - der Zentrierbund vom Zylinder zu hoch sein könnte
Ja.
Die entsprechende Innenfläche wurde gleich der Dichtfäche "runtergeplant": Bild
Liegt prima auf ... könnte jetzt vielleicht die Kopfdichtung weglassen ... :)
Gruss, Werner
Wegen der Schrumpfungs- und Ausdehnungsprozesse im Betrieb wäre das mit der weggelassenen Kopfdichtung keine gute Idee. Auch hatte BMW (bei der 25/2) empfohlen die Einpassbohrung im Kopf auf zwei Millimeter Tiefe um 15 Grad anzuschrägen, um zu verhindern, dass es da zu Rissen kommt am Zentrierbund des Zylinders. Keine Ahnung, ob das auch für die 27 empfohlen wurde...
Das Problem ist eher der Ölaustritt...
Graugusszylinder und Alukopf waren beim VW Käfer ohne Kopfdichtung. Da war aber die Auflagefläche größer.
Gruß
Stefan, der Einzylindär
Zitat von: Einzylindär am 17 Februar 2023, 22:07:55Graugusszylinder und Alukopf waren beim VW Käfer ohne Kopfdichtung.
Bei alten Vespa auch, da ist die Auflagefläche kleiner.
Gruß
Stefan
Bei MZ hatten die alten RT125 bis zur /3 auch keine Kopfdichtung zwischen Grauguss-Zylinder und Alu-Kopf. Sicherlich ist aber auch die Wärmeverteilung beim 2-Takter anders (Krümmer sitzt da ja am Zylinder).
Interessant ist allerdings, dass die BK350 mit ähnlichem Bauzeitraum eine Kopfdichtung aus Verbundmaterial mit Pappe/Kupferring hat.
Sowie die späteren MZs eine Kopfdichtung aus Alu, auch in verschiedenen Dicken zur Einstellung des Quetschmaßes.
MfG
Eppo
Und vielleicht spielt in diesem Zusammenhang auch noch eine Rolle, ob das Paket Zylinder/Zylinderkopf mit durchgehenden Zugankern am Motorgehäuse festgemacht ist, oder ob, wie bei unseren Einzylindern, der Zylinder separat mit 4 kurzen Stehbolzen befestigt ist und der Kopf wiederum nur auf dem Zylinder.
Wenn ich von dem Kummer höre, den manche Oldiefahrer mit Kopfdichtungen haben, dann bin ich immer wieder froh, dass das bei den 250er BMWs eigentlich kein Thema ist.
Gruß, Jan