BMW Einzylinder-Forum
ALLES RUND UM´S THEMA OLDIE-RESTAURATION => Die Elektrik und der Kupferwurm ... => Thema gestartet von: strichzwojan am 02 Juli 2020, 14:32:14
Hallo,
vor 27 Jahren habe ich alles richtig gemacht: Motorrad von Grund auf restauriert, auch mit neuem Kabelbaum, frischem Anker, frischen Feldspulen, neuem Elektronik-Data-Kleiber-Regler.
Vor drei Tagen, bei der Einfahrt in die Tiefgarage, Generatorleuchte an! Alles mögliche kontrolliert, kein Erfolg.
Feldwicklung gemessen, 2,7 Ohm, also OK. Der Regler sitzt bei mir unter dem Tank, deshalb hatte ich dort noch nicht nachgesehen.
Heute mal mit der Lupe in die Lima gekuckt. Was ist denn das? Eine in der Mitte zerbrochene Wellscheibe der einen Limagehäusehalteschrauben (vor 1600 km neu!) liegt im Deckel unten drin. Und dann... silbrige Brösel rund um den Kollektor, vor allem an den Kohlenhaltern. Ist das Zinn? Hat sich der Anker durch Überlastung ausgelötet?
Ist diese M5 Wellscheibe, bzw. ihre zwei Teile, in die rotierenden Teile gekommen, und hat da Material weggehobelt und einen Kurzschluss ausgelöst?
Denn das ist klar: der Anker ist nun elektrisch im Eimer. Alle Kollektorlamellen haben Masse! Die Scheibenfragmente sehen einfach durchgebrochen aus, ohne weitere Kampfspuren.
Das wäre die eine Erklärung. Leider sieht der Anker äußerlich gut aus, bis auf silbrige Krümel und Kratzer auf den Drähten, die in die Lamellen führen...
Er sieht überhaupt nicht überhitzt aus! Den Anker habe ich vor dem Foto gereinigt und den Kollektor mit 1200er Schleifpapier nass abgezogen (Bohrmaschine mit Adapter). Man sieht trotzdem die Silberkrümel auf den Drähten. Es sieht aber trotzdem nicht so aus, als ob die Kollektordrähte sich ausgelötet hätten.
Eine andere Erklärung wäre, dass ich die 25/2 richtig rannehme, auch mit längeren Drehzahlorgien (Tirol halt :))
Kann so ein Anker durch hohe Drehzahlen mechanisch zerstört werden? Von den Gleitlagerboxern kenne ich das, auch von meiner Guzzi seinerzeit.
Zum Glück habe ich letzte Woche einen Limaanker in einer Kiste entdeckt, etwa 30 Jahre in einem Tuch eingewickelt. Der örtliche Bosch-Dienst Falch hat mir den umsonst durchgemessen und für gut befunden. Also wird der jetzt eingebaut.
Trotzdem frage ich mich, warum der Anker ausfiel. Kann ein kaputter elektronischer Regler schuld sein? Die Kohlen sind übrigens etwa 2500 km alt und sehen prima aus. Natürlich habe ich alle möglichen Stellen auf Wackelkontakt oder Masseschluss durchgemessen. Die 4,5Ah Varta hat nach Ladegerätaufladung 6,29 Volt, also keinen Knacks.
Wie würdet Ihr vorgehen? Anker einbauen, klar. Aber wie checkt man, ob die Lima mit zu höhen Strömen gequält wird?
Gruß, Jan
Wenn das Limagehäuse (und damit das Feldspulen Paket) durch die zerbröselte Wellscheibe locker war dann kanns doch sein dass der Anker an den Feldspulen schleift...
Gruß Steffen
Kratz doch einfach mal etwas von Deinem silbrigen Kram ab und guck ob's mit dem Lötkolben zu schmelzen ist, das repariert es nicht, aber beantwortet Deine Frage.
Ich tippe auf Zinn
Gruß Heiko/2
Das Silberzeugs hat eher staubartigen Charakter. Es ist wirklich nicht viel, dafür umso feiner in den Ritzen, hinter den Feldspulen... Ich habe das alles schon saubergemacht, mit Pressluft und Zahnbürste und Bremsenreiniger.
Auf den Drähten in Kollektornähe fühl es sich an wie feiner Grieß, gemischt mit leichten Kerben im Kupfer. Echt merkwürdig.
Denke auch Zinn.
Hast du ein anständiges Amperemeter?
Um deine Ströme zu prüfen würd ich das in Reihe ( an der Batterie) anklemmen und am Lenker / Tankrucksack befestigen und mal ein paar Runden fahren und die Ströme im Auge behalten.
Good luck
Manuel
Ich habe ein Multimeter mit 10A Messbereich. Das wird vielleicht ein bisschen knapp, falls etwas mit dem Regler nicht stimmen sollte.
Andererseits habe ich ja eine fliegende Hauptsicherung von 8A gleich hinter der Batterie, die ja ein Grillen des Geräts verhindern sollte, oder?
Eigentlich sollte man eine solche Messung unabgesichert machen...
Jan
Warum
Unabgesichert? Wenn du ne Sicherung von 8A drinne hast , lass die drinn und mess mal.
Mfg
Der 10 A Messbereich ist im Multimeter auch nicht abgesichert.
Meist ist die Strommesung per Multimetwr nur für ein paar Sekunden möglich. Guck mal aufs Multimeter.
Gruß
Stefan, der Einzylindär
?! Kann ich mir nicht vorstellen. vieleicht ne Lötsicherung oder du musst das aufschrauben zum wechseln. Ich würd sowas nicht unabgesichert messen.
Hallo Stefan, also Batterieladungen habe ich früher schon mal mit eingeschleiftem Multimeter dauerhaft überwacht. Kostet halt Batterie...
Manu, ich bin sicher, dass der 10er Bereich nicht abgesichert ist, nur der 2A Bereich. Stand so im Manual.
Jan
Wäre sowas nicht besser geeignet?
5V Versorgung und dann analoger Ausgang.
https://eckstein-shop.de/20A-Stromsensor-ACS712-20-Current-Sensor-mit-Analogausgang
Gruß
Stefan, der Einzylindär
zu Strom und gleichzeitg Spannung messen tut's auch ein LCD Ammeter aus Fernost für ein paar €. Messbereich z.B. 100V / 10A
Hubi
Ich würde sagen, ein Voltmeter reicht (als Onboard Instrument).
Wenn es nicht sogar besser ist.
Die einzige Möglichkeit, dass trotz korrekter Spannung ein zu hoher Strom fließt, wäre ein Kurzschluss im Kabelbaum.
Und den sollte man normalerweise auch ohne laufenden Motor finden können...
Auch die Beurteilung der Ampermeteranzeige ist schwieriger. Dass sie mehr oder weniger zw. -10 und +10 A schwankt, ist ja ziemlich normal.
Das absonderliche Fehlverhalten meines 25 jahre alten EDK Reglers (welches mich viele Nerven, v.a. in Gestalt von Glühbirnen gekostet hat), habe ich mit einer kleinen digitalen Voltanzeige (an Zündungsplus 15), schließlich herausfinden können.
Es an der LKL (61) anzuschließen, wäre evtl. noch besser. Aber die meisten Digi-Voltmeter spinnen dann (wg. der vielen Obertöne auf der "reinen" Lima-Spannung).
Lima lädt wieder. Mit dem Anker aus der Kellerkiste funktioniert es einwandfrei. Aber warum der alte Anker jetzt gestorben ist...?
Jan
Testfahrt mit dem Voltmeter folgt noch!
1. Jubel
2. Nicht wegschmeissen
3. Gib Gas.
;)
Zitat von: cledrera am 05 Juli 2020, 11:36:38
1. Jubel
2. Nicht wegschmeissen
3. Gib Gas.
;)
Zu 1.: Ein beim Gasgeben ausgehendes Generatorlämpchen ist doch schöner als der schönste Sonnenuntergang.
Zu 2.: Kommt wahrscheinlich zu Hansdampf, wenn er wieder aus dem Urlaub zurück ist.
Zu 3.: Vorgestern und gestern ausgiebig getan: 220 Kilometer.
Jan
Heute 80 km mit Voltmeter im Kartenfach des Tankrucksacks. Nach einem Vorschlag von Rütz habe ich das + an der Zündspule abgegriffen.
Die Maschine lief unauffällig. Allerdings ist die auf dem Digital-Multimeter angezeigte Spannung meiner Meinung nach zu hoch. Woran kann das liegen?
Bei 80 kmh zwischen 7,5 und 7,8 Volt. (Licht an)
Bei 90 kmh auch mal kurzzeitig 8,25 Volt, wird dann wieder auf 7,5 - 7,8 herunter geregelt.
Bei etwa 2500 - 3000 U dann auch wieder mal 6,6 - 6,8 Volt.
Nach Rückkehr war die angezeigte Spannung im Leerlauf 0,4 - 0,5 Volt höher als bei Abfahrt.
Eingebaut ist ein Elektronik-Data-Kleiber-Regler von 1993 und seit 1993.
Eigentlich müsste ich noch eine Versuchsreihe fahren mit dem Anschluss des Voltmeters direkt an der Batterie.
Was ist von diesen Ladespannungen während der Fahrt zu halten?
Gruß, Jan
Am Regler.... Einstellen.
Heiko
Der Regler ist nicht einstellbar.
Schade.... liegt aber trotzdem am Regler. ;D
Zitat von: Heiko am 08 Juli 2020, 16:54:45
Schade.... liegt aber trotzdem am Regler. ;D
Oder an der Batterie. Oder an der EMV.
Wenn es eine 12 Volt Batterie ist, dann ist sie hin. ;D
1993 :o Respekt! Sind da noch Röhrenverstärker drin? ;D Schwer zu sagen, vielleicht ist der Regler nicht mehr ganz fit, oder er regelt halt schon immer etwas gemütlicher...
8V an der Batterie sind sicher auf Dauer nicht zuträglich. Dort nochmal messen, vielleicht verfälscht die Spule am digitalen Messgerät.
Gruß Steffen
Gruß Steffen
Ich habe inzwischen mal auf der Powerdynamoseite zum Thema "Messen am Regler bzw. der Batterie" gelesen. Der Grundtenor ist: Wenn die Biluxlampe beim Gasgeben heller wird und im Betrieb keine Glühbirnen gefressen werden, ist alles in Ordnung ::).
Im Zweifelsfall sei eine Strommessung aussagekräftiger als eine Spannungsmessung. Die 4,5 Ah - Varta ist jetzt zwei Jahre alt, also eigentlich noch nicht erwachsen. Ich fahre jetzt einfach mal so weiter.
Jan
messe das Ganze mal mit einen Analogmessgerät....
Steffen, das mit dem Röhrenverstärker gefällt mir als Bluesharpspieler natürlich besonders. Nur wird die Montage unter dem Tank bzw. in der Lima dann wohl kritisch... Obwohl, hinten auf der Gepäckbrücke und alles schön mit 6,3 mm Monoklinke verkabelt... ;D?
Ich hatte mir bei diesem unschlagbaren Preis letzte Woche "zur Sicherheit" einen Vape/Powerdynamoregler R81 bestellt. Sieht von außen sehr gediegen aus das Ding.
Gibt es eigentlich irgendwelche Gründe, warum nicht alle mit diesen etwa 25 Euro billigen Reglern herumfahren, bzw. ist der große Preissprung zu Zofia und EDK-Reglern gerechtfertigt?
Ich las im Forum, dass der Vape als sehr robust gilt. Das würde ich jetzt über meinen EDK-Regler von 1993 aber auch sagen. Eingebaut und 27 Jahre keinerlei Gedanken mehr daran verwendet! Es wird ja immer darauf verwiesen, dass Halbleiter- und Elektronikbausteine auch altern. Vielleicht mal die Frage an die Elektronikprofis: sind die Bauteile von heute schlechter oder werden sie schlechter zusammengesetzt als vor 30 Jahren? Um handverdrahtete Gitarrenverstärker aus vergangener Zeit wird ja ein Riesenbohei gemacht.
Rolf, ein Analog-Messgerät hätte ich schon gerne, zumal ich schon ein analoges Delay und einen Röhrenverstärker habe. Vielleicht lassen sich mit einem Federhall auch die Spannungsspitzen etwas abpuffern... :schrauber:
Im Moment werde ich ausnahmsweise mal nach dem Motto verfahren: Hauptsache sie läuft.
Jan
Bei den Bauteilen gibts schon grosse Unterschiede.
Wir reparieren viel UE-Zeug wo nach 2 Jahren die Elkos trocken sind.
In der Musikscene ist natürlich auch sehr viel Hype.
Wenn ich seh was da fürn alten Röhren Marshall oder auch Fender aufgerufen wird.
Geht da häufig ums Gesammtpacket.
Zu ner alten Les Paul oder SG aus der Zeit muss auch ne alte Röhre drann, obgleich ein 100x billiger Blackstar mit 1000 Funktionen ein Bruchteil kostet.
Hab mir für meine SG300 so einen kleinen Brüllwürfel für <200,-€ gekauft, man ist das Teil laut und trotzdem relativ sauber.
Gruß Manuel
Manuel, mein Brüllwürfel ist noch zu jung (2014), als dass ich etwas über die Lebensdauer sagen könnte.
Aber mein Transistorverstärker Roland Jazz Chorus 50, den ich 1982 gebraucht kaufte, läuft noch wie ein Uhrwerk, ohne irgendwelche Reparaturen.
Jan
Roland Micro Cube - 4 Jahre alt, EFX plötzlich ohne Funktion. Hab noch nicht aufgemacht, um den Schalter mal zu untersuchen.
Yamaha VX 35 Transe - 20 Jahre oder mehr: Potis kratzen etwas, sonst Top.
Mein Senf ;D
Mit den Röhren und alter Elektronik ists wie mit unseren Kisten, weniger Ausstattung aber simple Technik und somit haltbarer.
M
... und besserer sound!
Elkos altern definitiv (trocknen aus). Das gilt auch für Ton-Elkos von Frequenzweichen! Die sollte man bei alten Lautsprechern dringend tauschen weil sie sonst die Frequenztrennung nicht mehr gewährleisten. Unsauberer Klang bis hin zu Zerstörung der Chassis sind die Folge.
Aber zurück zum Regler: Inwieweit das Austrocknen hier ein Problem ist ist die Frage, bei vergossenem Inhalt. Aber da stochere ich im Unwissen. Elektronikkomponenten müssen nicht schlechter sein als früher. Ist eine Preis frage. Im Automobilbereich werden sehr hochwertige Komponenten verwendet, die viele Jahr(zehnt)e und extreme Temperaturschwankungen aushalten (sollten). Das ist alles sehr genau spezifiziert. In den Feld-, Wald- und Wiesenelektroniken wird wahrscheinlich meistens das billigste verlötet was gerade da ist. Signifikante Lebensdauer ist dann eher Zufall, aber oft auch unerheblich (Unterhaltungselektronik mit kurzem Lebenszyklus).
Was im jeweiligen Regler steckt? Man weiß es nicht... Aber einige sind ja schon bewährt.
Gruß Steffen
Wie jetzt...Elektronik hält nicht ewig?
Zitat von: OldsCool! am 09 Juli 2020, 12:54:19
Was im jeweiligen Regler steckt? Man weiß es nicht... Aber einige sind ja schon bewährt.
Gruß Steffen
Genau das wollte ich wissen!
Jan
Zu meinem Beitrag #17
Heute gab es neue Erkenntnisse. Ich habe mit direkt an den Batteriepolen angelöteten Kabeln die Spannung abgenommen.
Normale Glühlampen, Batterie Varta 6V, 4,5Ah (25 Monate alt), Regler EDK von 1993. Messgerät Metex, digital.
Ergebnissse: Landstraßenfahrt mit Abblendlicht max. 6,71 Volt gemessen,
Landstraße mit Fernlicht max. 6,75 Volt,
Landstraße ohne Licht max. 7,01 Volt gemessen.
20 Minuten nach Rückkehr, Ruhespannung bei Zündung aus: 6,21 Volt.
Woher kommt der Unterschied zwischen Fernlicht und Abblendlicht (beide nominell 35 Watt)? Liegt da ein erhöhter Widerstand im Abblendlichtstromkreis?
Ich müsste die beiden Glühfäden mal durchmessen, aber irgendetwas sagt mir, dass es in den Kabeln oder im Lichtschalter sein muss.
Das Wichtigste: es ist also ein großer Unterschied, wo man die Spannung für Voltmessungen abgreift. Die vorher gemachte Messreihe mit Abnahme an Klemme 15 der Zündspule ergab stark schwankende und deutlich höhere Werte.
Der Regler scheint jedenfalls kein Auftragsgriller zu sein...
Vielleicht mache ich die Tage nochmal eine Messung mit einer unbenutzten Kung Long 4,5Ah, die ich auf Reserve habe.
Jan
Naja,
das sind 0,04(!) Volt... denke es sind etwas andere Übergangswiderstände an der Lampenfassung und am Abblendschalter.
Heiko
Seh ich auch so.
+1
Und dann war da noch der Kriechstrom ...
Gibts nicht ausserdem reden wir hier von Volt
Kriechvolt?
ZitatGibts nicht
GIBT ES NICHT?
Isch gib disch jleisch jibet nisch!
Bitte durchstreichen!
Kopist, Plagiateur ;D
Zitat von: OldsCool! am 12 Juli 2020, 15:48:46
Bitte durchstreichen!
Ok
Zitat von: cledrera am 12 Juli 2020, 18:46:02
Kopist, Plagiateur ;D