BMW Einzylinder-Forum
ALLES RUND UM´S THEMA OLDIE-RESTAURATION => Die Mechanik und ihre Tücken => Thema gestartet von: kako am 20 April 2020, 18:46:24
Moin zusammen,
eigentlich hatte ich ja gehofft, dass die Zipperlein so langsam verschwinden, aber nein: Gestern nach einer Ausfahrt, abgestellt und in die Garage geschoben. Aus dem Hinterradantrieb ein schleifendes Geräusch. Aufgebockt,- das Rad in Fahrtrichtung drehend schabt es, in die andere Richtung nicht. Nach fünf Minuten nichts mehr. Rad raus, in der Bremstrommel völlig unterschiedlicher Abrieb, in der Mitte glatt, nach außen hin leicht riefig. Auf den Belegen auch zu sehen. Das Einzige, was mir auffiel war das Axialspiel des Bremshebels, satte fünf Mm. Alles, was dort an Unterlegscheiben zu sitzen hat, sitzt auch dort. Und was könnte dieses Spiel bewirken, weil ja eine gewisse Führung der Bremsschuhe verloren geht? Und wieso schleift es in eine Richtung und in die andere nicht ????
Vielleicht (wahrscheinlich ;)) hat ja wieder jemand eine Idee,
schon mal vielen Dank mit Grüßen aus der sonnigen aber arschkalten Marsch,
Karl
Karl,
Wenn Du sämtliche 2 ( eine innen, eine außen) U-Scheiben und die Zahnscheibe ( unter der Mutter ) auf dem Bremsschlüssel hast, sollte er kein Spiel haben, wenn die Mutter am Bremshebel fest ist. Guck auch mal in unsere Bildtafelsuche, ganz unten rechts.
Hast Du den richtigen Bremshebel / Bremsschlüssel ?
Zum Schleifen:
Ich vermute, dass Deine Bremsbeläge nicht überall tragen, die Bremse etwas zu stramm eingestellt ist.
Wenn Du es genau wissen willst, die Methode a la Tim anwenden.
Rad raus, die Beläge mit Kreide bearbeiten, Rad rein, Rad drehen, bremsen ( paar mal machen ), Rad wieder raus. Nun kannst Du sehen, wo der Belag trägt
( keine Kreide mehr ) Nun die erhabenen Stellen ( da, wo keine Kreide mehr ist ) mit Schleifpapier vorsichtig behandeln.
Das musst Du einige Male wiederholen, bis die Bremsbeläge überall tragen. Dann Bremse einstellen, so, dass es so eben nicht schleift. Fertig.
Zum Abgleich hab ich Dir mal ein Foto eingestellt, wie es bei meiner Gehhilfe aussieht.
Gruß
Schorsch
Zitat von: Schorsch am 22 April 2020, 16:29:41
... Dann Bremse einstellen, so, dass es so eben nicht schleift. Fertig.
ACHTUNG !!! Bei den Schwingenmodellen liegt der Anlenkpunkt für's Bremsgestänge nicht exakt in der Flucht der Schwingenachse !
Bedeutet: Beim Einfedern wird stets die Hinterbremse leicht gezogen. Daher bei R26/27 lieber etwas mehr "Luft" lassen, bis die Bremse anliegt.
Niemals die Bremse bei unbelastete Maschine so einstellen, wie beschrieben.
Hatten wir mal auf einer Ausfahrt am See. Hinterbremse unbelastet sehr knapp eingestellt, 120 kg-Mann drauf und weiter.
Nach einigen km dann technischer Halt, weil "die Kiste nicht mehr richtig zieht"
Untersuchung ergab: Durch dauernd schleifende Bremse hinten war die ganze Trommel dermaßen qualmend heiss, dass die Radlager Ihr Fett ausgekotzt hatten
und trocken liefen - Ausfahrt Ende !
Gruß,
Sascha
Der Hinweis gilt für Hirafe ebenso.
Ohnehin ist eine "knackig" ansprechende Hinterradbremse unnütz.
Gut dosierbar muss sie sein.
"Knackig" und "gut dosierbar" geht beides gleichzeitig ! Darfst gerne mal meine Fahren.
Aber nur, wenn Du die Gänge nicht so "reinwemmst" ;D :-*
Gruß,
Sascha
Nun denn,
hab gerade noch ein Foto gemacht, hoffe, dass man es sieht, so hab ich die Bremse hinten eingestellt.
Fussbremshebel nicht betätigt. So richtig ?
Schorsch
Kann man nicht von der Hebelstellung herleiten Schorsch. Ist individuell verschieden.
Die Bremse darf halt nicht schleifen, wenn Du draufsitzt, mit Gepäck, in Kurven (Fliehkraft) und Bodenwellen / Holperstrecken.
Wenn Du nachgezogen hast und unsicher bist, halt mal nach kurzer Strecke - ohne Hinterbremse - absteigen und Trommel fühlen.
Die wird zwar grundsätzlich etwas warm vom HAG, aber nicht nach kurzer Strecke. Schleifende Bremse heizt die Trommel dagegen sehr schnell auf.
Gruß,
Sascha
OK
Mir ging es nicht um die Hebelstellung, sondern um die Luft zwischen Flügelmutter und dem Röhrchen Bremshebel. Hatte das so eingestellt.
Wie gesagt, es schleift nicht, aber ich werde bei der nächsten Fahrt drauf achten, nach kurzer Strecke.
Es bremst hinten aber wie Harry.
Schorsch
btw coole HAG Entlüftung! :respekt: :applaus:
Hubi
Nee, zwischen Flügelmutter und Röhrchen darf keine Luft sein, sonst kann sich die Flügelmutter ja wegvibrieren.
Die "Luft" meinte ich am Fussbremshebel. Also den "Leerweg" von der Ausgangslage, bis die Bremse anfängt zu packen.
Wenn sich das per Gestängelänge nicht einstellen lässt, muss halt der Bremsschlüssel auf dem Vielzahn um einen versetzt werden.
Hab ich vermutl. wieder etwas zu flapsig ausgedrückt. Hoffe, jetzt isses klarer geworden.
Gruß,
Sascha
Guten Morgen,
- und sorry, daß ich nicht schneller auf die "Bremshilfen" reagiert habe. Es war vermutlich so, daß die Bremse tatsächlich etwas zu stramm eingestellt war,- zum Glück nicht so, dass die Trommel hin ist, was wiederum vielleicht an meiner Leichtgewichtigkeit liegt ;D.
Das Axialspiel des Bremsschlüssels war trotzdem viel zu groß, und so habe ich eine 5 mm Unterlegscheibe außen unterlegt. Auch mit festgezogener Mutter bleibt die Freigängigkeit erhalten. Die Testfahrt muß warten, weil inzwischen der Akku ausgestiegen ist und ich auf Conrads Panasonics warte. Zum Fahren eh zu frostig hier,
euch allen ein schönes Wochenende,
Gruß, Karl