BMW Einzylinder-Forum

ALLES RUND UM´S THEMA OLDIE-RESTAURATION => Bauteile & Co => Thema gestartet von: klawo am 21 Januar 2020, 18:53:38

Titel: Einbau Ventilführungen
Beitrag von: klawo am 21 Januar 2020, 18:53:38
Hallo zusammen,

der 1. Versuch, neue Ventilführungen in den Kopf meiner 25/3 zu bauen, war nicht sehr erfolgreich!!!!

Mit einem Metalldorn geht es überhaupt nicht, weil das Messingzeug der Ventilführungen zu viel weich ist.  Obwohl ich (wie im WHB beschrieben), den Kopf auf 180 Grad erhitzt und zudem die Führungen im Gefrierschrank abgekühlt habe, war die erste Führung schon nach einigen leichten Schlägen mit den Hammer seht mitgenommen. Also wieder raus mit dem ganzen Kram!!!!!

Da es hierfür offenbar kein spezielles Werkzeug gibt, habe ich mir nach etwas Grübelei einfach selbst etwas konstruiert :)

Hier die Bauanleitung und im Anhang zwei Bilder:

- einen Feilengriff aus Hartholz (Buche) für 2,50 € aus dem nächsten Baumarkt
- Holzdübel 6,5 mm
- Schrumpfschlauch
- Holzleim

Den Metallring vom Feilengriff absägen, passendes Loch für den Holzdübel mittig bohren, Dübel mit Holzleim einkleben und den Schrumpfschlauch drüber--fertig!!!!!

Geht echt super damit und die Messingführung wird echt geschont!!!!

Wer das nicht schnell nachbauen kann, der ist hier echt im falschen Forum :schrauber:

Gruß

Klaus


Titel: Re: Einbau Ventilführungen
Beitrag von: CowBoy am 21 Januar 2020, 23:53:33
Wenn Du die Führung mit der ,,Nachtmütze" eindrücken kannst, sitzt sie nicht fest genug.
Einpressdruck soll für die 3/100 Übermaß um und bei 2 Tonnen liegen...
Titel: Re: Einbau Ventilführungen
Beitrag von: peter63 am 22 Januar 2020, 15:30:33
Beim "EINSCHRUMPFEN" fallen die durch die Wärmedehnung von alleine rein!
Erst beim Abkühlen des Kopfes werden die fest. Im Betrieb wird beides gleichzeitig warm und das Schrumpfaufmaß gleicht die ungleiche Wärmedehnung aus und sorgt so auch bei hohen Temperaturen noch für festen Sitz.

LG Peter
Titel: Re: Einbau Ventilführungen
Beitrag von: cledrera am 22 Januar 2020, 15:44:19
Peter, CowBoy,
ihr habt beide 99 Punkte.  :blumen:
Wie heiß muss man den Zylinderkopf machen?

Clemens
Titel: Re: Einbau Ventilführungen
Beitrag von: Elefantentreiber am 22 Januar 2020, 15:51:54
Ohha, so einfach ist das ganze eigentlich nicht, aber auch nicht so schwer.

Wie hast Du denn das "Übermaß" der neuen Führung festgelegt?

Normal ist es doch so, also Führung raus, Bohrung reinigen und auf Rundheit prüfen, dabei den aktuellen Bohrungs-Ø feststellen.

Wenn nicht rund, dann Grundbohrung herstellen und messen.

Neue Führung aussuchen und auf korrektes Maß abdrehen, diese aufgezogen auf den Montagedorn in Stickstoff runterkühlen.

Den Zylinderkopf auf min. 180°C erwärmen, 200 °C schaden da eher wenig.

Dann die neue Führung in einem Zug einsetzen, schlagen / klopfen oder gar eine Presse sollte da man nicht benötigen.

Titel: Re: Einbau Ventilführungen
Beitrag von: klawo am 22 Januar 2020, 18:43:53
Also, Du CowBoy,

3/100 Übermaß ist schon ok!!!!

Aber 2 Tonnen Pressdruck???? Das machen die neuen Ventilführungen nicht mit!!!

Panzer habe ich bei der Bundeswehr gefahren :saufen:

Klaus
Titel: Re: Einbau Ventilführungen
Beitrag von: 4Taktix am 23 Januar 2020, 01:51:00
Ich habe meinen Zylinderkopf dafür weggegeben, daher kann ich keine konkreten Zahlen nennen.
Aber zwei Dinge gebe ich zu bedenken:
1. Mir wurde gesagt, ich soll die alten Führungen nicht selber entfernen. Die Gefahr wäre groß, dass ich dabei deren Bohrungen im Kopf beschädige.
2. Es müssen Führungen zwar vor dem Einbau auf das passende Aussenmaß/Übermass gebracht werden (wie schon erwähnt), jedoch muss trotzdem nach dem Einbau
    immer!!! die Führung innen ausgerieben werden.

Daher gehe ich stark davon aus, dass die erstens sehr stramm drin sitzen und sich zweitens auch beim Einschrumpfen verformen. Sonst müssten sie ja nicht mehr
ausgerieben werden.
Plausibel, oder ?

Gruß,
Sascha
Titel: Re: Einbau Ventilführungen
Beitrag von: CowBoy am 23 Januar 2020, 06:44:23
Korrekt. Und wenn die neuen Führungen drin sind und auf Maß gerieben sind,
Ventilsitze nachfräsen.

Der Werkzeug-Aufwand beim selber machen,verglichen mit den Kosten beim Motorenbauer,
rechtfertigen die Eigenarbeit nur, wenn man wirklich große Langweile und Geld über hat.