BMW Einzylinder-Forum

ALLES RUND UM´S THEMA OLDIE-RESTAURATION => Die Mechanik und ihre Tücken => Thema gestartet von: r26_jo am 12 August 2016, 16:12:48

Titel: helicoil
Beitrag von: r26_jo am 12 August 2016, 16:12:48
Hallo,

ich möchte ein defektes Gewinde durch einen helicoil-Einsatz reparieren.
Helicoil-Einsatz 16x1  (1Stück) krieg ich im Internet, Bohrer und Gewindeschneider habe ich auch.
Brauche ich ein bestimmtes Werkzeug zum Eindrehen des Einsatzes (ist bei dem einzelnen Stück nicht dabei), wenn ja,  kann ich mir selbst was basteln?

Gruß Jo
(ich repariere ausnahmsweise mal ein Fahrrad)
Titel: Re: helicoil
Beitrag von: yaycep am 12 August 2016, 17:10:21
Für einen M16, eine Schnabelzange sollte gelingen. Das "Spezielltool" ist nur eine Stange mit einem Schnitt an der Spitze.
Titel: Re: helicoil
Beitrag von: Brendel am 12 August 2016, 18:17:26
Hi Jo,
für den Helicoil Einsatz brauchst Du auch das Gewindeeinsatz- Eindrehwerkzeug, sowie den speziellen Gewindebohrer von Helicoil ( Böllhof).
Der Helicoil Reparatursatz ist sehr gut, aber auch teuer. Schau mal im Internet, da gibt es auch Gewindereparatursätze für ca 30-40 Euro.
Gruss
Werner
Titel: Re: helicoil
Beitrag von: schraubenkoenig am 15 August 2016, 10:42:41
Das Eindrehwerkzeug ist ein Stift mit einem Durchmesser knapp unter dem Gewindekerndurchmesser und einem Schlitz in der Stirnfläche, der den querstehenden Draht des Einsatzes aufnimmt. Für den gelegentlichen Einsatz kann man sich das iwie basteln. Oder ggf. leihen...
Die Drahtspirale lässt sich normalerweise nicht mehr zurückdrehen- muß also in einem Rutsch platziert werden. Dann mit einem kurzen Schlag auf den Dorn das vorgekerbte Drahtstück abbrechen und entfernen. Fertsch.
Titel: Re: helicoil
Beitrag von: campingmeile am 15 August 2016, 13:15:13
nochmal zur Klarstellung: Es geht nicht mit einem Gewindebohrer M16 x 1. Es MUSS der spezielle Gewindebohrer von Böllhoff (mittlerweile ist das Patent wohl abgelaufen und es gibt einige Nachbauten) verwendet werden. Auch der Kernbohrer muss aus der Tabelle von Böllhoff bestimmt werden.

Außerdem ist bei diesen Filigraneinsätzen (M16 x 1)sehr feinfühliges Arbeiten beim Einsetzen notwendig, weil die Gefahr groß ist, dass eine Drahtwindung "überspringt".
Man kann bei Durchgangsbohrungen zwar meist probemlos den Einsatz "durchschrauben" und dadurch einen fehlerhaft montierten Einsatz "retten". Daher sollte der Montagezapfen erst nach genauer Sitzkontrolle abgebrochen oder abgeschlagen werden.
Es gibt "deluxe" Einschraubwerkzeuge, die tatsächlich ein Führungsgewinde für den jeweiligen Einsatz haben. Sind entsprechend teurer.