Verschleiss am Vergaser

Begonnen von GüllepumpeCH, 11 Mai 2011, 19:39:24

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GüllepumpeCH

Hallo zusammen

Ich wollte mal fragen, was bei unseren Vergasern schneller verschleisst, der Schieber oder das Gehäuse?
Villeicht hat ja schon jemand Erfahrungen sammeln müssen.

Danke   Daniel
Lieber länger unterwegs sein, als früher ankommen.

GüllepumpeCH


Lieber länger unterwegs sein, als früher ankommen.

znav

Hallo Daniel,

normalerweise der SChieber, weil diese durch das ansaugen immer hin und her bewegt wird.

Habe einen Schieber bei meiner Zündapp ausgetauscht weil sie unteren drehzahlbereich nicht aus den touren kann, bzw zuviel Sprit bekamt. Sie hatte 28000 km drauf.

MfG
David

berndr253

Mit dem Verschleiss ist das so eine Sache - der Schieber verschleisst wohl ein wenig schneller - aber die Bohrung in der der Schieber läuft verschleisst konisch. Im unteren Bereich der Bohrung wird der Schieber wie ein "Hammer" und führt dazu, dass der Bohrungsdurchmesser in Strömungsrichtung im unteren Bereich ein wenig größer als im oberen wird.
Es nützt also wenig einen Schieber mit Übermaß zu verwenden - es sollte auch die Bohrung nachgearbeitet werden. Die Bohrung kann ausgespindelt werden und der Schieber mit einem Gleitlack beschichtet werden. Dann hält er wieder 30.000.

Alternativ dazu - immer mit voll aufgezogenem Schieber fahren, dann wirken auch keine Kräfte auf den Schieber!  ;)

Bernd
Leben und Leben lassen

rolf

Der Schieber...du kannst locker 2-3 Schieber verbrauchen bis die Bohrung langsam so groß ist das´es trotz neuen Schieber klappert.

guest474

Vor einigen Jahren hatte Knut so ein Reibungsverschleißminderungsmittel angepriesen.
Damit habe ich den Kolben eingesprüht.
Hoffe, er hält nun 50 Jahre.
Gruss Manfred

klaus wg

Zitat von: berndr253 am 11 Mai 2011, 20:13:40
... - aber die Bohrung in der der Schieber läuft verschleisst konisch. Im unteren Bereich der Bohrung wird der Schieber wie ein "Hammer" und führt dazu, dass der Bohrungsdurchmesser in Strömungsrichtung im unteren Bereich ein wenig größer als im oberen wird.
Es nützt also wenig einen Schieber mit Übermaß zu verwenden - es sollte auch die Bohrung nachgearbeitet werden. Die Bohrung kann ausgespindelt werden und der Schieber mit einem Gleitlack beschichtet werden. Dann hält er wieder 30.000....


Dem kann ich, aus aktueller Erfahrung, beipflichten.
Hatten am vergangenen WE mal wieder die DKW für eine Ausfahrt aus der Garage gezerrt. Die ist mit einem BING 1/20/25 (alternativ: 1/20/20) bestückt, also einem in etwa zur 250er BMW bautechnisch vergleichbaren Vergaser.

Da das Ding beim Gasgeben fürchterlich rappelte, habe ich den Vergaser getauscht und bei dieser Gelegenheit mal alle Vergaser dieses Typs untersucht, die im Keller vorrätig waren.
Ergebnis: einige ausgeschlackert,  2 gut erhalten, davon 1 fast neuwertig.
Worauf ich nun hinaus will:  habe den Schieber des neuwertigen nun mal in die ausgeschlagenen Gehäuse gesteckt , um zu prüfen, ob es mit einem neuen Schieber getan sei.
Ergebnis: naja. Habe genau das von Bernd Beschriebene, d. h. das konische Ausschlagen des Gehäuses, feststellen können.
Allerdings ist "Ausspindeln" sicherlich auch so eine Sache, da zumindest beim 1/20/20 die Gehäusewandung der Schieberkammer doch recht dünn ist.

Von dem hier beschriebenen Gleitlack habe ich noch nichts gelesen (Bezugsquellen?). Hat jemand den link für mich?

k.
Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen, außer durch noch mehr Erfahrung.

cledrera

Mit Grüßen von Knut und der Rubrik Tips und Tricks  ;),

ZitatVergaserschieberrenovierung
Bei Revision des Vergasers fällt auf, dass der Kolbenschieber reichlich Spiel hat. Der Schieber wird nicht geschmiert. Er verschleißt mit der Zeit, kann Nebenluft ziehen etc.. Um den Schieber wieder "größer" zu machen:
• Vorher alles super sauber entfettet. Erst Bremsenreiniger und dann Aceton, nie Nitroverdünnung wegen der enthaltenen Öle.
• Gleitlack UNIMOLY C220 von Klüber auf die Lauffläche des Schiebers spritzen.
• 24 Stunden aushärten lassen.
Der Gleitlack ist ähnlich wie Farblacke aufgebaut, nur dass statt der Farbpigmente Festschmierstoffe eingebaut werden. Die Schichtdicke beträgt ca. 7-15µm bei einmaligem Auftrag. UNIMOLY C220 ist lufttrocknend und -härtend (ca. 24h), MoS2 Wirkstoff, benzin- und ölbeständig, max. Temperatur 450°C.

UNIMOLY C220 wird über Liqui Moly vertrieben und kostet leider über 30 €.
Das Pendant von Dow Corning heißt Molykote D231R. Es kann auch auf Keilwellen, Zündkerzengewinde, Unterbrecher, Fliehkraftversteller, Bowdenzug verwendet werden. Es soll aber am Vergaserschieber nur 100 km halten.
Alternativ gegebenenfalls: Proline Pro 417 GM (MoS²-Lack)
Du bist im Recht; nun sieh zu, wie du da wieder heraus kommst. (v. Chamisso)
Lieber Einzylinder als zwei Fallschirme (v. mir)

klaus wg

Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen, außer durch noch mehr Erfahrung.

GüllepumpeCH

Hallo

Vielen Dank für Eure Antworten.

Ich habe beim Aufräumen noch einen neuen, originalen Schieber für den Bing 1/22/44 gefunden. Jetzt kann ich den wohl in die Ersatzteilkiste für den Bastard legen.
Es scheint auch noch andere Möglichkeiten einer Reparatur zu geben.



Gruss   Daniel

Lieber länger unterwegs sein, als früher ankommen.

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