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Autor Thema: Lackier-Anleitung  (Gelesen 4008 mal)

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Lackier-Anleitung
« am: 30 April 2011, 20:24:44 »

Kleine Anleitung zum Lackieren von Metallteilen mit 2 komponenten Lack

Diese Anleitung soll euch das selberlackieren von Mopedteilen (bei Autoteilen ist noch mehr zu beachten) etwas vereinfachen und euch helfen Fehler zu vermeiden. Geschrieben wurde die Anleitung nach meinen eigenen Erfahrungen ohne jedoch eine 3 jährige Lehre in einem Lackierbetrieb absolviert zu haben.

Was wird benötigt:

- ein Kompressor mit Wasserabscheider
- eine Sprühpistole mit dosierbarer Düse
- Schleifpapier in der Körnung 200 | 400 | 800
- Fließbecher
- Messbecher
- Topf und Rundbürsten als Bohrmaschinenaufsatz
- Staubschutzmaske
- einen staubfreien ca. 20 Grad warmen Raum
- Silikonreiniger zum entfetten
- Verdünnung
- Primer (Grundierung)
- 2K Farbe
- Härter
- Klarlack

Am Anfang steht die richtige Vorbereitung des Werkstückes. Die alte Farbe und auch der Rost muss vollständig entfernt werden. Hierzu eignen sich wunderbar Topf und Rundbürsten als Bohrmaschinenaufsatz. Das zu behandelnde Werkstück muss gründlichst geschliffen werden bis weder Rost noch Farbe übrig bleiben. Dazu am besten die Drehrichtung der Bürsten öfters mal wechseln damit diese wieder richtig Biss bekommen. Eine Bürste reicht jedoch nicht allzulange, ein kleiner Vorrat kann da nicht schaden. Nach dem Bürsten folgt das Schleifen. Angefangen wird mit dem 200 er und dann Schritt für Schritt weiter bis zum 600 er bis eine glatte Oberfläche erziehlt wird. Das Werkstück wird noch gründlich mit Druckluft abgeblasen und damit wäre die Vorbereitung auch schon abgeschlossen.

Als nächstes kann die Lackierung in Angriff genommen werden. Dieses beginnt mit einer absolut gründlichen Reinigung des Raumes. Staubfreiheit ist oberstes Gebot und da hilft nur gründliches kehren. Nach dem ersten Durchgang 1 Stunde warten bis sich der Staub aus der Luft wieder etwas gesetzt hat und nocheinmal ein zweites Mal kehren. Anschließend kann man den restlichen Staub in der Luft mit nassen Tüchern binden. Diese werden einfach im Raum aufgehängt.Zum lackieren wird ein zugfreier Raum mit mindestens 20 Grad Temperatur benötigt. Danach wird das Werkstück mit Silikonreiniger gründlichst gewaschen. Bis zur Trocknung kann dann schonmal der Primer als Grundierung angemischt werden. Hierzu muss der Anteil Härter und Primer genau nach Herstellerangaben eingehalten werden. Anschließend wird das ganze mit Verdünnung auf die richtige Fließgeschwindigkeit gebracht. Hierzu den Fließbecher in den Primer halten und die Zeit bis zum ausfließen stoppen. Dann das ganze solange verdünnen bis die richtige Fließgeschwindigkeit erreicht ist. Das getrocknete Werkstück nicht mehr mit den Fingern berühren sondern mit einem sauberen und fusselfreien Lappen in einer geeigneten Lage aufhängen damit man es von allen Seiten gut erreichen kann. Wichtig ist hierbei das man es auch von unten erreichen kann ohne später die Lackierpistole auf den Kopf stellen zu müssen. Anschließend die Lackierpistole mit dem angemischten Primer füllen und auf einer Zeitungsseite die richtige Düseneinstellung herausfinden. Es darf nur ein feiner Nebel erscheinen ohne dicke Tröpfchen zu werfen. Sonst muss die Düse enger gestellt werden. Erscheint zuviel Luft weitet man die Düse durch drehen etwas. Es bedarf etwas Übung bis man die richtige Einstellung findet aber dann gehts wie von alleine. Beim lackieren hält man dann einen Abstand von ca. 25 cm ein. Als erstes werden die schwer zugänglichen Ecken und danach die größeren Flächen im Kreuzgang lackiert. Beim ersten Sprühgang nur leicht einnebeln und noch nicht deckend spritzen. Unmittelbar danach mit dem zweiten Durchgang beginnen. Hier dann die Farbe schon deckend überspritzen und ca. drei Minuten später nochmals eine letzte Schicht.

Nach dem trocknen wird ganz leicht mit 800 er Sandpapier nass angeschliffen. Anschließend kann das Werkstück bei bedarf gespachtelt werden. Dies muss unbedingt nach der Grundierung erfolgen damit das Eisen keinesfalls mit der feuchten Masse in Verbindung kommt. Anschließend trocken schleifen bis die gewünschte Oberfläche erziehlt wird. Spachtelmasse immer nur in dünnen Schichten auftragen und den ganzen Vorgang wenn nötig öfters wiederholen. Anschließend das Werkstück wieder abblasen und erneut mit Silikonreiniger waschen. Die Lackierung erfolgt sinngemäß gleich wie beim grundieren. Nur muss hier noch mit mehr Sorgfalt gearbeitet werden. Wird zuwenig Farbe aufgetragen gibts den "Orangenhaut" Effekt. Wird zuviel Farbe aufgetragen gibts häßliche Läufer in den Lack. Hier hilft dann nur noch abschleifen und neu zu lackieren. Anschließend können noch 1 - 2 Schichten Klarlack aufgetragen werden um den Lack besser zu versiegeln und um einen schöneren Glanz zu erziehlen. Hierzu wird wieder mit 800 er Schleifpapier ganz leicht angeschliffen und gründlich gereinigt. Keine Angst wenn da die neue Oberfläche nach dem schleifen ganz stumpf herauskommt. Der Lack bringt danach wieder alles zum glänzen. Wichtig ist nur dass ganz wenig geschliffen wird. Es handelt sich hierbei nur um ein leichtes Aufrauhen des Lackes um den nachfolgenden Schichten mehr Halt zu bieten. Wer zuviel schleift landet unweigerlich bei der Grundierung. Beim auftragen des Klarlacks gibts dann eine neue Herausforderung. Es lässt sich nur schwer erkennen welche Stellen bereits lackiert sind und welche nicht. Eine gute Beleuchtung bringt da einiges Licht ins Dunkel. Die glänzenden Stellen sind schon behandelt. Nach dem trocknen ist dann die Lackierung fertig und kann nach 48 Stunden mit polieren noch auf zusätzlichen Hochglanz gebracht werden.

Hier noch ein paar kleinere Anmerkungen:


- bei der ganzen Arbeit ist eine gründliche Ausführung empfehlenswert. Wer den Rost nicht ganz beseitigt kann schon bald schnell neue Rostblüten unter dem Lack wachsen sehen, wird das Werkstück nicht penibelst gesäubert hält der Lack auch nicht sehr gut und wer den Staub nicht völligst entfernt braucht sich über Pusteln im Lack nicht wundern.
- Grundierung, Lack, Verdünnung und Klarlack müssen unbedingt zusammenpassen. Verschiedene Fabrikate beissen sich manchmal und lassen den Lack kräuseln. Am besten alle Komponenten vom gleichen Hersteller nehmen - die Arbeitstemperatur von mindestens 20 Grad muss unbedingt eingehalten werden. Bei geringeren Temperaturen trocknet der Lack nicht schnell genug und neigt zum reissen. Je höher die Temperatur desto schneller trocknet er. Die Gefahr dass sich Staub niedersetzen kann veringert sich dadurch
- bitte nie ohne geeignete Staubschutzmaske arbeiten. Die Dämpfe sind nicht zu unterschätzen
- die ersten Spritzversuche u.a. auch zur richtigen Düseneinstellung lassen sich am besten mit gefärbtem Wasser durchführen. Das kostet nichts und die Pistole ist auch schnell wieder gereinigt.

Und zum geeigneten Werkzeug:
- ein handelsüblicher kleiner Kompressor reicht völlig aus da an die Luftmenge und den Druck werden keine besonders hohen Anforderungen gestellt werden. Unbedingt wird jedoch ein Wasserabscheider benötigt da sich immer Kondenswasser in der Druckluft befindet welche kein sauberes Lackierbild zulassen würde
- Auch an die Spritzpistole sind die Anforderungen für den Anfang nicht allzuhoch. Ein einfaches Modell mit verstellbarer Düse reicht auch für gute Lackierarbeiten völlig aus. Viel entscheidender für ein gutes Ergebnis ist die richtige Düseneinstellung, Lackkonsistenz, der Abstand beim lackieren und der richtige Farbauftrag. Die beste Pistole nützt einem da nichts wenn man obiges nicht einhält. Die teureren Modelle unterscheiden sich vorallem durch längere Haltbarkeit, der möglichkeit des auf dem Kopf lackierens und dem schönerem Abzugsverhaltens. Nötig sind sie jedoch nicht unbedingt.

- Silikonreiniger ist normalem Benzin oder einer Verdünnung zum säubern der Bauteile unbedingt vorzuziehen. Benzin erhält zusätzliche Additive welche zum fahren nicht jedoch zum säubern geeignet sind

Soviel zu meinen eigenen Erfahrungen mit denen ich schon ganz ansehnliche Ergebnisse erziehlt habe. Ich wünsche euch viel Spass beim selber lackieren und wünsche gutes gelingen


Der Inhalt dieser Seite wurde von Wolfgang "Milka" (Milka1@aol.com) zusammengestellt.
Vielen Dank für diese Anleitung, Wolfgang!
« Letzte Änderung: 22 April 2016, 16:59:48 von Karl »




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Lackier-Anleitung
« am: 30 April 2011, 20:24:44 »

Karl

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Lackier-Tipps
« Antwort #1 am: 01 Mai 2011, 15:10:26 »

Hallo, Lackierer !

Nachdem in diesem Thread schon einiges ueber Sinn(losigkeit) von Alu- und/oder hochtemperaturfesten Lackierungen berichtet worden ist, moechte ich nun auch meine (teils leidvollen) Erfahrungen zum besten geben:

1) Um Aluminium blank/poliert zu kriegen ist es NICHT SANDZUSTRAHLEN ! Die so aufgerauhte Oberflaeche ist zwar oxidfrei aber so rauh, dass man sie nur feucht/fettig anschauen muss, um keine/n Grundierung/Lack mehr haften zu lassen (s. Alu lackieren). Ausserdem poliert man sich DUMM und DUSSELIG. Ich weiss, wovon ich spreche...

2) Zum Entfernen von Oxidschichten/altem Lack/Pulver sollte man das Objekt der Begierde zum GLASSTRAHLEN (evtl. falls machbar Fluessigkeitsstrahlen - hier habe ich keine Erfahrungen -
GEBEN, falls man nicht das erforderliche know-how oder die Anlage hat. Es gibt Werkstaetten/Firmen, die kuemmern sich um 1 Felge fuer ca. DM 20,--. Da lohnt es sich nicht, 2 Stunden zu buckeln, um guthaftende Reste einer Pulverbeschichtung/Eloxierung abzustrahlen...

3) Die so vorbehandelte Oberflaeche ist in mehreren Gaengen auf der Poliermaschine zu polieren (evtl. mit flexibler Welle), mit jeweils feiner werdender Koernung. Das kann mit Polierhauben, Schwabbelscheiben, Nylonbuersten UND Wachsen/Liquids o.Ae. geschehen, NIEMALS jedoch trocken ! (Gibt Riefen)

4) Auf einer blanken/spiegelnden Aluoberflaeche HAELT KEIN LACK !! Glaubt mir's ! Die einzige Moeglichkeit ist eine elektrostatische Pulverbeschichtung mit transparentem Pulver. Das gibt's wahlweise auch hochtemperaturfest, ist in jedem Falle aber ziemlich teuer und eigentlich auch nicht noetig. [Eine regelmaessige Pflege mit Chrom-/Alupflegemittel (enthaelt Hartwachse) reichen als Schutz der (nicht zu stark beanspruchten) Stellen...] Alufelgen mit poliertem Rand bei A*tos z.B. sind Pulverbeschichtet. Schon mal versucht, mit einem Glasstrahlgeraet diese Schicht abzubekommen ?!? Lasst es bleiben. Das dauert Stunden [siehe 2)] ! Nebenbei: Aluminium 'gast' manchmal aus, besonders wenn es sich um Pulverpressguss oder Sintermaterial handelt. Eine Alufelge meines Golf hatte hernach im Klarlack unzaehlige kleine Nadelstiche, durch die der Korrosionsgilb dann wieder begann. Also: An unauffaelliger Stelle ausprobieren !

5) Thermisch belastete Stellen aus blankem Alu sind unbeschichtet zu lassen oder pulverzubeschichten. Durch Spannungen und wegen der glatten Oberflaeche haftet KEIN (mir bekannter) Klarlack. Auch kein noch so guter 2-K-Acryllack und schon gar kein Spruehdosen-
lack !

6) Sonstige Stellen aus Alu/Stahl/Guss, die einen farbigen Anstrich bekommen sollen, sind sandzustrahlen (sandstrahlen zu lassen) bis auf's blanke Metall. Anschliessen ist eine materialspezifische Grundierung aufzutragen. Fuer Alu/Stahl/Guss hat sich der ockergelbe 2-komponentige (1:1) PKW-Grund (z.B. von Maurer-Lackierung) bewaehrt. Mit der Spritzpistole SOFORT nach dem Strahlen in einer ggf. mehreren _duennen_ Schichten auftragen. Damit werden Narben (z.B. Rost, vom Sandstrahlen) geschlossen. Die Oberflaeche MUSS selbstverstaendlich FETTFREI und sauber sein (keine Fingerabdruecke). Waschbenzin REICHT hierfuer NICHT ! Besser ist Nitro/Acrylverduennung und wer's perfekt liebt nimmt noch Silikonentferner. Die Grundierung GUT TROCKNEN lassen (12h bei Raumtemperatur, kuerzer in der Trockenkammer). Anschliessend, falls erforderlich, LEICHT anschleifen (Koernung 400/600/800/1200) um etwaige Unebenheiten zu beseitigen. Alternativ funktioniert ein im Spritzverfahren aufgetragenen Polyesterfiller (auf Untergrundvertraeglichkeit achten !).

Die nun glatte Oberflaeche kann mit 2-K Acryllacken (Spruehdosenlacke werden nicht so hart, haften schlechter und sind nicht gut bestaendig gegen Benzin o.Ae.) gespritzt  Lack:Haerter:Verduenner 3:2:1 (oder wie angegeben) werden. Als Haerter empfiehlt sich die Ausfuehrung 'kurz' (nicht 'normal' oder gar 'lang': Ist fuer Einbrennkammern, 'sehr kurz' wird schon fast in der Luft hart...), die Lackierung erfolgt im Kreuzgang, zuerst nicht deckend in den schlecht erreichbaren Stellen, spaeter die letzte Schicht satt und deckend spritzen. Gut trocknen lassen (evtl. Trockenkammer), mindestens 24 Stunden.

Klarlackieren: Den unbehandelten Decklack nach der Trocknung sofort mit 1-2 duennen Schichten Klarlack (vorsicht: sehr duennfluessig, gibt gerne Laeufer) ueberlackieren. Trocknen lassen.

Polieren etwaiger Spruehnebel/Wachsen/Waschen erst NACH ca. 2 WOCHEN. Sonst gibt's RIEFEN !

7) Rostschutz: Bei rostanfaelligen Stellen:
a) Zinkphospatierung auf's blanke Metall (machen viele Sandstrahlbetriebe im Paket mit dem Strahlen) oder
b) Flammspritzverzinkung auf's blanke Metall (s.ob., Vorsicht bei thermisch empfindlichen Materialien. Es heisst nicht umsonst FLAMMspritzverzinkung !!) oder
c) Eine (duenne) Schicht Rampozinc (Zinkstaubfarbe) mit Nitroverduennung (oder passende) auf's blanke Metall pinseln oder spritzen oder

WICHTIG: Nur Stahl/Guss/Eisen bedarf einer solchen Behandlung.
Fuer ALU/V2A-,V4A-Edelstahl/Chrom ist das VERGEBLICHE LIEBESMUEH' !

d) Eine (duenne) Schicht Aluminiumspruehfarbe (evtl. spritzfaehig verduennen) auftragen. Immer auf's blanke Metall, sonst ist der elektrochemische Rostschutz nicht gegeben. Hier auf richtige Grundierung achten !    dann

8)
a) Pulverbeschichten. Das ist der Koenigsweg, da Pulverschichten immer haerter, belastbarer, kratzfester und dicker sind als jeder Lack. Glaenzt aber evtl. nicht sehr gut, ist teurer und man
muss das Teil mit akribisch verschlossenen Hohlraeumen (Stopsel) und fachmaennisch vorbehandelt zur Firma tragen...   oder
b) Grundieren/Fillern mit PKW-Grund/Polyesterfiller. Noch ein Wort zum PKW-Grund: Wird 1:1 Basissubstanz:Beschleuniger gemischt, trocknet relativ schnell und wirkt als idealer Haftvermittler zwischen metallischen Stellen und Polyesterspachtel, Lack, etc. Ich arbeite inzwischen nie mehr ohne. Verbessert auch die Optik und Deckfaehigkeit des Lackes ganz enorm. und
c) mit 2-K-Acryl lackieren. Geht mit weniger Aufwand, ist billiger und gibt's in allen (sogar Original-Mopped-) Farben. Ich habe bei meiner Dose den Stabi (ist unter der Vorderachse) zuerst gestrahlt, dann mit Rampo [c)] geschuetzt, grundiert [PKW-Grund] und anschliessend mit LA3A-Acryl (marsrot, gibt Poseroptik. Haben schon mehrere TUeV-Pruefer stirngerunzelt: 'Iss der orichinool ?'). Haelt ewig. Rostet nicht. Tip: Nicht den Originalfarbton vom Moppedhaendler kaufen (Apothekerpreise) sondern mit einem ein Moppedfarbe lackiertem, sauberen Teil zum Farbengeschaeft und sich aus der Vegleichstabelle einen passenden Farbton mischen lassen. Auswaehlen bei TAGESLICHT. Kostet ca. DM 50,-- der 1/2 l Acryllack.
oder
d) Aus der Spruehdose lackieren oder Pinseln. Hat (bereits oben erwaehnte) Nachteile.

Thermisch belastete (nicht spiegelnd blanke) Stellen aus Nichtaluminiummaterialien:

9) Schwieriges Thema. Alle mir bekannten Alu-/Zink-Spritzfarben haften zwar auf solchen Stellen, brennen aber ab ca. 300 Grad mit der Zeit ab, blaettern und gilben. Bis ca. 200-300 Grad funktionierte bei mir noch der PKW-Grund incl. 2-K-Acryllack. Zum Bremstrommeln/ -Saettel lackieren reicht's also. Falls es an den Auspuff oder schlimmer: Kruemmer geht, muss auf hitzefeste Lacke umgestiegen werden.

a) Rostschutz: Nur Zinkphosphatieren/flammspritzverzinken haelt wirklich dauerhaft. Alle anderen Methoden (speziell wenn ohne Decklack) werden irgendwann gilben/broeseln/platzen oder abblaettern. Leider.

b) Decklack: Es soll spritzfaehige 2-K-Lacke geben, die auch Temperaturen bis 800 Grad (koennte beim Kruemmer aber immer noch heikel sein) aushalten. Hier braucht's aber Spezialgrundierung/Spezialhaerter. Ansonsten gibt's noch hochtemperaturfeste Lacke aus der
Dose oder Ofenlacke. Die haben z.T. Metall-/Eloxalanteil und haften auf gut vorbereiteten Stellen vergleichsweise gut (aber nicht ewig). Ein Spezl von mir schwoert auf Ofenlacke. Die sollen irgendwie oelhaltig sein und brennen sich zu einer harten Kruste ein. Pferdefuss: Gibt's nur in schwarz.

Vorsicht: Die meisten HT-Lacke brauchen zum AUSHAERTEN auch eine relativ hohe Temperatur (etwa 300 Grad) um RICHTIG FEST zu werden. Daher sind Motorbloecke und Auspuffe von der 'Hausfrau unbemerkt' im Backofen einzulagern... ;))

c) Hochtemperaturfeste Pulver: Wer Geld hat, moege sich fuer diesen Weg entscheiden. Da ist naemlich Vorbehandlung/Rostschutz/Beschichtung incl. und man hat  REKLAMATIONSMOEGLICHKEIT !

10) Ein Wort zum Thema 'Steinschlagschutz':

a) Auf Plastikteilen haben sich spezielle transparente Folien (im Zweifel selbstklebende Plastikfolie) z.B. aus dem A*tobereich bewaehrt.

b) Spoiler, Buegel, Radlaeufe, unbehandelte Stahlschwingen kann man so duenn mit Steinschlagschutzspray (zwischen Grundierung und Lack) einspuehen, dass es keine Orangenhaut gibt. Evtl. bis etwa 1mm Dicke wiederholen. Trocknen lassen. Leicht anschleifen (400er) dann mit 2-K-Acryl lackieren. Wer's ganz professionell machen will, gibt einen Schuss sog. 'Weichmacher' dem Lack hinzu. Der verhindert, dass der Lack abplatzt, weil er trotz Benzinbestaendigkeit und voller Aushaertung immer noch ein bischen nachgibt. Statt Loechern gibt's also nur kleine Puenktchen oder Dellen.

c) Steinschlagschutzwachs. Gibt's zum Spruehen, muss gelegentlich erneuert werden. Eher fuer Dosen zu empfehlen.

11) Plastik lackieren:
Feststellen, um welche Plastiksorte es soch handelt. Auf Weich-PVC, PET habt ihr KEINE Chance ! (Trifft leider auch fuer so einige Plastiktanks zu... Da helfen nur Aufkleber ;)) )
Thermoplaste, PVC-Hart, GFK, Makrolon, PS etc. klappt eigentlich ganz gut.

a) Mit Plastikreiniger reinigen, leicht aufrauhen (400er). Nicht ueber treiben, sonst gibt's Riefen. KEIN EXZENTERSCHLEIFER, KEIN HOHER DRUCK. Es sei denn, ihr habt ein wirklich feinfuehliges Haendchen... Nochmal reinigen.

b) Kunststoff-Haftvermittler auftragen. Gibt transparenten Film.

c) Auf die noch feuchte Schicht entweder
i) Kunststoffgrundierung   oder
ii) 2-K-Acryllack auftragen.  Hier evtl. (an biegebelasteten Stellen) Weichmacher hinzufuegen.
d) Trocknen lassen. Evtl. leicht anschleifen (600/800er) und noch Lackschichten   oder
e) Klarlack (ohne Weichmacher) hinzufuegen.

So, das war's. Falls es noch Fragen (oder Antworten) gibt, koennt ihr euch ja bei mir ruehren. Viel Erfolg beim Basteln. Hoffentlich habe ich jetzt einige Hobbyisten nicht verschreckt mit den vielen Waesserchen und Mittelchen... Leider gibt's ein wirklich (Semi)Professionelles Resultat
auch nur, wenn man professionelle Methoden anwendet. Das wollte ich zuerst auch nicht glauben und bin so nach und nach durch Trial-and-error dahintergekommen. Also: IMHO sind die Spraydosen/etc. die bei HG, Aldi und Konsorten kaeuflich erwerbbar sind nur Flickwerk. Wer sich damit abfindet - Gut. Ich jedenfalls wuerde kein Mopped auseinanderreissen
nur damit die sich Farbe 1/2 Jahr spaeter wieder verabschiedet...
Wichtig ist auch: Zeit lassen ! Was dabei rauskommt, wenn man die einzelnen Schichten nicht trocknen laesst, konnte ich am Schweller meines Golf bewundern, den ich (ausnahmsweise) eines Winters bei

VAG Auto Rapp Karlsfeld GmbH

reparieren/lackieren und 2x nachlackieren liess, da der Steinschlagschutz nicht hart wurde und Blaeschen durch den Lack trieb... PECH.

Bis dann,
Volker

P.S.: Woher ich das alles weiss ? Als Student befleissigt man sich kleinerer Nebenjobs um sich finanziell ueber Wasser zu halten... Ausserdem standen letztes Jahr einige Generalsanierungen und Wohnwagenumbauten an bei denen meine Kumpels und ich unser erworbenes Wissen beweisen mussten.


[Entnommen von einer anderen Homepage]

Der Inhalt dieser Seite wurde von Volker Bartheld (bartheld@afmp04.mppmu.mpg.de) zusammengestellt und von mir nicht auf seine Richtigkeit überprüft. Bei Problemen oder Fragen bitte direkt an Volker wenden.

From: Volker Bartheld <bartheld@afmp04.mppmu.mpg.de>
Newsgroups: de.rec.motorrad
Subject: Re: Metall/Alu/Auspuff/Plastik lackieren, Hochtemperaturfestigkeit
Date: Sun, 06 Oct 1996 09:57:10 +0200
Gespeichert
Vorsicht! Dieser Beitrag kann Spuren von Ironie oder Sarkasmus enthalten. Ohne Konservierungsstoffe (lt. Gesetz). Ohne Farbstoffe. Ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe. Deckt 2% des Richtwertes des täglichen Benzintalkbedarfs.

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