Gasdrehgriff R26 - Innereien

Begonnen von BenW, 15 Juni 2009, 19:19:47

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BenW

Hallo,

auf der Rückfahrt vom Edersee hat mein Gasdrehgriff aufgegeben. Der Nocken ist auf der Oberseite einseitig abgeschliffen, die zentrale Bohrung ausgeleiert und am Rand sogar ausgebrochen. Das bewirkt, dass der Nocken sich im Gehäuse verkantet und die Zahnflanken Nocken/Drehgriff nicht mehr richtig ineinander greifen.

Beim Zerlegen fiel mir auf, dass über bzw. unter dem Nocken auch noch dünne Unterlegscheiben/Distanzscheiben/Anlaufscheiben verbaut waren. Im einem anderen Gasdrehgriff, den vor Jahren gebraucht gekauft und als Reserve zur Seite gelegt hatte, finden sich auch ähnliche Scheiben (allerdings mit anderen Durchmessern und Dicken).

Frage: Sind diese Scheiben vom Werk aus verbaut gewesen, oder handelt es sich eher um Notreparaturen früherer Werkstätten zur Anpassung des Spiels des Nockens im Gehäuse? Braucht man solche Scheiben zum Ausdistanzieren???

Bei einem Preis von gut 50 Euro für einen neuen Nocken mag ich den nicht schon wieder nach wenigen hundert Kilometern ersetzen müssen...

Thx,
BenW

BenW



axel69

Hallo BenW,

die Scheiben hatte ich bisher in keinem Gasgriff, grundsätzlich ist es aber eine gute Idee.
Bevor Du nur den Nocken wechselst - schau wieviel Axialspiel der Griff hat. Er wird durch den Deckel gesichert. Wenn die Feder des Deckels an der Nut des Gasgriffs zu stark eingelaufen ist hält der neue Nocken nicht lange.

Eventuell hast Du auch nicht den richtigen Griff- die /5 Griffe "passen" zwar - haben aber ein anderes Spiel. Kann man mit Tuschierpaste sehen (könnte Dir dabei ggf. in Oppenheim helfen).

Mach es dem Gasgriff leicht und schau mal, ob der  Vergaserschieber sich leicht bewegen lässt oder Worst Case evtl. bereits gefressen hat.


Grüße  Axel




Heiko

Hi,

original sind keine Distanzscheiben verbaut und werden normalerweise auch nicht benötigt. Was meinst Du mit Feder Axel?

Vermutlich ist der Nocken des Deckels verschlissen und das Tellerrad hat Zahnausfall... würde beides erneuern und dann hast Du Ruhe.


Heiko
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

axel69

Hallo Heiko,

> Was meinst Du mit Feder Axel?

"Feder" wie Nut & Feder sprich das ca 3-4mm starke Plättchen, das aus dem Deckel in den Drehgriff ragt.
Es schleift sich seitlich ab.

Axel

BenW

Hallo,

ich denke, dass Axel und Heiko beide Recht haben und es nur um die Begrifflichkeiten geht. Im Deckel des Gasgriffes ist eine Nase (heiko: "Nocken", axel69: "Feder") angebracht, die in die Aussparung des Vergaserdrehgriffs greift und als Anschlagsbegrenzung (Vollgas/Standgas) dient.

Die Nase im Deckel verschleisst in der Tat, insbesondere auf der (von oben betrachtet) inneren linken Seite. Dies passiert, weil der Gasdrehgriff beim Gasaufdrehen nach aussen drängt und die Seite der Nase abschleift.

Nach etwas Recherche habe ich herausgefunden, dass die Nase im Deckel im Neuzustand 3,3 mm Dicke hat. Wenn die Nase nur noch 2,5 mm oder weniger Dicke aufweist, kann der Gasdrehgriff zu weit nach aussen aus dem Gehäuse ausweichen und die Verzahnung zwischen Gasdrehgriff (dem Rohr) und dem Nocken mit der Gaszugkette funktioniert nicht mehr: der Nocken springt über und die Zähne verschleissen. Bei einer Dicke von ca. 3,0 mm (also etwas Verschleiss) funktioniert das Ganze aber noch recht gut.

Die Lösung liegt wohl in der Neuanschaffung eines Deckels, der etwas mehr "Substanz" an der Nase hat, sowie der Erneuerung des Nockens. Der Gasdrehgriff selbst ist noch sehr gut erhalten, braucht also nicht gewechselt werden.

Die Gasdrehgriffe der /5 sind wohl häufiger aus einem weichen Alu gemacht. Die Flanken der Verzahnung laufen bei diesen /5 Gasdrehgriffen aber nicht so scharf aus wie bei den originalen und verschleissen dadurch (und durch das weichere Material) viel schneller. Am besten nimmt man Drehgriffe aus Stahl bei diesem Modell.

Anbei noch ein paar Bilder von der "Nase" mit Verschleiss, sowie dem Nocken mit defekten Zähnen und ausgebrochener zentraler Bohrung.

Danke für die Tipps,
BenW

Heiko

Hi,

Axel69 und ich meinen das gleiche. Ich habe den Nocken/die Feder meiner R 26 mit Metallspachtel repariert (mit Spachtel auffüllen und nach dem aushärten verschleifen... fertig)... hält jetzt seit ca. 2 Jahren und rund 10000km.

Hatte seinerzeit keinen Bock auf ein Neuteil, weil ich 50 Euro für den blöden Deckel bei einem Händler in Recklinghausen für übertrieben hielt und die anderen Händler auf dem Markt dort nur Boxerdeckel hatten.

Karies hatte meine Zahnradpaarung zum Glück noch nicht...

Mensch, ich hatte doch damals ein Tret dazu eröffnet, finde ihn aber nicht mehr...  :kopfhau:


Heiko
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Rütz

I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

RolfD

Senf auch dazu:
also, bei Ulis laden in Ffm gibts ja recht edle Teile zum Austausch (Griffrohr Stahl, Zugkette in "verstärkter" Messingausführung) damit ist das Problem zumindest längerfristig mal erledigt...... kost allerdings um die 80 Euro der Kram....
Grüße
Rolf III

Heiko

#8
Zitat von: Rütz am 22 Juni 2009, 15:43:56
http://www.bmw-einzylinder.de/forum/index.php?topic=1882.0

BmwforumsNachritenDienst

Danke Anselm...  :blumen: :-*

Ich dachte ich hätte irgendwo meine Reparaturlösung beschrieben... anscheinend doch nicht...  ::)
Ariel motorcycles... upon which the sun never sets.

† Knut



Falls sich doch jemand an das Löten wagen sollte - die Armaturen sind aus Zink-Druckguss, genau wie die Vergaser. Als Lot kann man ein Stück von einem alten Vergaser nehmen oder dieses AL75 + weiter unten.

Nur so zur Info

Knut

Rütz

Als Lot??
Höchstens als Schweißgut, oder? Haben schließlich +/- die gleiche Schmelztemperatur.
Aber mein bekannter professioneller WIG-Schweißer sagt, daß man Zink auch mit WIG nicht schweißen könne... warum auch immer... :Frage:

Rütz
I never dared to be radical when young.
For fear it would make me conservative when old. (Robert Frost)

† Knut


mekgyver

Zitat von: Rütz am 23 Juni 2009, 09:55:41
Aber mein bekannter professioneller WIG-Schweißer sagt, daß man Zink auch mit WIG nicht schweißen könne

Mein Schweißtechnik-Prof aus Duisburg sagt : "Mit WIG kann man alle Metalle verschweißen."
Kann also sein, dass man bei Zink eine besondere Einrichtung braucht, mal ganz abgesehen von den Giftgasen die bei Zink immer entstehen.
Außerdem war er sehr stolz auf seine Fähigkeiten Folien verschweißen zu können  :respekt:

Ich vermute, dass der Wärmeeintrag des Standart-Lichtbogens schnell zu hoch werden kann.

Gruß mek A(rgon)
... 73er-Gang

Rütz

Zitatabgesehen von den Giftgasen
vielleicht auch nur deswegen... :-\\
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